Ich und So

Unser System funktioniert so nicht mehr- Lasst uns Familien endlich aufstehen

24. Februar 2016

System nicht kompatibel allein gelassenWo fange ich an und wo höre ich auf. So viele Worte gibt es schon zu diesem Thema aber irgendwie ändert sich nichts. 

Gerade eben las ich genau das hier und wie soll ich es sagen. Meine Wut und Unverständnis, unserem System gegenüber wächst und wächst. 

Ich suche einen Job. Das ist schwerer als ein 6er im Lotto. Zumindest habe ich das Gefühl. Ach nein, es ist ganz einfach. Wenn ich doch endlich mal von meinem Prinzessinnenthron runter kommen würde und flexibel sein könnte. Dann, ja dann hätte ich 100 Stellen zur Auswahl. Denn ich bin ja gut ausgebildet aber mein Kind und meine Sturheit und mein Lebensmodell, das passt eben einfach nicht und das muss ich doch nun endlich mal verstehen.

Erst gestern schrieb mir ein Arbeitgeber wieder: „In unserem Team muss jeder flexibel sein.“ Aha. Wisst ihr was es für eine Stelle war? Eine Küchenhilfe. Ja ich schaue auch nach solchen Stellen. Es ist ja nicht so, als ob ich dem System auf der Tasche liegen wollen würde und deshalb schaue ich als ehemals Führungskraft auch auf Küchenhilfestellen. Meine Betreuerin bei der Agentur, sowie alle meine Freunde und Familie fassen sich an den Kopf. Und im Ernst, ich fasse mich auch an den Kopf.

Aber ich weiss, es ist ja meine eigene Schuld. Was wollen wir Familien eigentlich. Wir bekommen doch schon 1 Jahr bezahlten Urlaub, wenn wir unser Kind zur Welt gebracht haben und die Väter bekommen auch noch 2 Monate quasi dazu geschenkt. 

Das das Arbeitsrecht so vielen Arbeitgebern die Chance lässt, die Mütter danach rauszukicken, das ist normal oder? Was wollen wir eigentlich? Bei anderen gehts doch auch. Die hetzen von zu Hause in die Kita und dann ins Büro um dann wieder zur Kita zu hetzen, um das Kind abzuholen. Dann schnell nach Hause, nein wartet vorher noch schnell einkaufen gehen. Dann kochen, Kind noch kurz bespasen. Kind ins Bett. Eltern auf Couch! Feierabend! Nein, nein, der Geschirrspüler muss ausgeräumt werden. Die Wäsche stapelt sich bis zum Mount Everest. Aber was wollen wir denn eigentlich?

Viele managen das doch ohne Probleme. Familie, Babysitter, Kita und Freunde werden eingespannt, damit das Kind rund um die Uhr betreut ist und die Eltern arbeiten können. Oh nein das Kind ist krank. Wie kann es das wagen und den ausgetüftelten Plan durcheinander bringen. Was die Oma kann heute nicht? Ich habe ein wichtiges Meeting. Der Mann muss auf Geschäftsreise oder noch besser es gibt keinen Partner. Irgendwie muss es gehen. Die 10 Stunden Kita müssen ausgereizt werden, dann muss das Kind eben zu einer anderen Mutter mit nach Hause und dort hole ich es dann 20 Uhr ab um es schnell ins Bett zu legen, denn am nächsten Tag gehts 6:00 Uhr morgens wieder raus. Hoffentlich ist das Kind dann nicht schlecht gelaunt, das bringt wieder den ganzen Ablauf durcheinander. Ich will ja wenigstens einmal kurz was essen und einen Kaffee trinken.

Was ist eigentlich unser Problem? Es läuft doch alles super. NICHT

Gar nichts läuft. Egal welches Familienmodell. Egal ob Familie und Freunde in der Nähe. Egal ob Alleinerziehend( obwohl das nochmal zusätzlich hart ist) oder nicht.

Unser System ist nicht für Familien gemacht. Oder andersrum: Wir Familien passen nicht mehr in dieses bescheidene ach so soziale und gar nicht familienfreundliche System und das geht mir so dermaßen auf den Zeiger.

Ja und was will ich jetzt dagegen tun? Viele deutsche Paare tun schon etwas dagegen. Sie bekommen erst gar nicht ein Kind. Das kanns doch nicht sein. Wenn das so weitergeht dann können wir nicht mehr nur von Fachkräftemangel reden sondern von Menschenmangel. Denn Leute, irgendwann sterben wir aus. Es sterben jetzt schon mehr Menschen in Deutschland als neue geboren werden. 

Was macht ihr mit uns Familien? Ihr lasst uns im Stich. Ihr treibt uns in die Altersarmut. Ihr treibt uns in die Depression. Ihr treibt unsere Kinder in die Depression. Ihr wollt aus uns high Tech Marionetten machen. ABER habt ihr es schon gemerkt, die die aufmucken werden irgendwie mehr und trotzdem tut ihr rein gar nichts ausser was? 24h-Kitas? Immer mehr Betreuungsagenturen? Ein paar Trendy Firmen führen so langsam Home Office ein. Ja hallo wir leben im 21. Jahrhundert. Da sollte Home Office das Natürlichste auf der Welt sein. Unsere Technologie lässt mich wahrscheinlich beim Kacken auf dem Klo beobachten aber wir schaffen es nicht Jobs in Home Office umzuwandeln damit ich als Mutter mein Lebensmodell leben kann ohne zu verhungern oder mein Kind krank in die Kita bringen zu müssen um mir dann Sprüche von anderen Eltern und Kollegen und Kinderlosen anzuhören, was ich denn für eine Rabenmutter bin.

Ich hab die Schnauze so gestrichen voll. Seit über einem Jahr versuche ich meinen Beitrag zu diesem System, was mich nur mit Füßen tritt, zu leisten und was passiert? Ich kann meine Wände mit nicht vorhanden Absagen schmücken, da die Arbeitgeber es nicht mal für nötig erachten mir eine respektvolle Erklärung zu schicken, denn das kostet ja Zeit und Zeit ist bekanntlich Geld.

Aber was wollen wir eigentlich?????????? Wir hippen Eltern, die die älteren Generationen regelmässig zum Wackeldackel mutieren lassen. Uns gehts doch gut. Unseren Kindern gehts doch gut. Pahhhhhh…wo denn, wenn ich nicht so leben kann wie es für unsere Familie eben das Richtige ist. 

Ja in Frankreich gehen Frauen nach 2 Monaten wieder arbeiten und in Irland auch, ja und? Diese Familien leiden auch darunter und die Kinder sicher auch aber sie müssen, da auch da das System darauf aus ist, hochgezüchtete Astronauten ranzuziehen die einzig dafür da sind, dem System rund um die Uhr zur Verfügung zu stehen damit wir weiter eins der reichsten Länder dieser Welt bleiben.

Was wollen wir dagegen tun? Unsere Politik versagt komplett. Wenn ich Plakate lese mit „Ja zur Familie“ „Für Mütter“ dann könnte ich nur kotzen. Wer sagt denn noch ja zur Familie??????

Was machen wir? Ich will was tun aber alleine oder mit 10 anderen Müttern bringt das rein gar nichts. Also ihr Familien, was machen wir dagegen, das unsere Gesellschaft und unser System nicht nur so tut als ob es total aufgeschlossen gegenüber Familien und Kinder ist??

Wir sind bestimmt fast 2000 Familienblogger, also habt ihr Ideen????? So geht es doch nicht mehr. 

Lasst uns gemeinsam was für all unsere verschiedenen Familienmodelle etwas tun, damit man mit Kindern auch noch zur Gesellschaft gehört und gesund und glücklich leben kann ohne sich zu rechtfertigen, sich zu schämen, sich zu zerteilen und am Ende nur noch als ein Häufchen Elend übrig ist!

Eure Glucke

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28 Comments

  • Reply Wieso Mutterschutz nicht automatisch Schutz bedeutet? ~ Glucke und So 3. November 2017 at 12:09

    […] Teilzeitjob. Die kuriosesten Vorstellungsgespräche ließen mich Lachen aber auch verzweifeln. Verzweifeln daran, das es schier unmöglich schien, unsere Vereinbarkeit zu […]

  • Reply Lily81 25. Januar 2017 at 20:25

    Yes! Bin ganz bei dir!!

  • Reply Mein Alltag als Mama-#M1Tag ~ Glucke und So 2. Dezember 2016 at 7:37

    […] über die Vereinbarkeit von Familie & Beruf sprechen wir ja nun schon seit Jahren und auch wir BloggerInnen haben das immer wieder als Thema. […]

  • Reply Follein Käthe 1. Juni 2016 at 21:19

    Ich habe diesen Blogbeitrag in der aktuellen Brigitte MOM gelesen und kann einfach nur sagen: JA!
    Ich bin Mama von zwei Kindern und ob ich arbeiten will? Ja, aber nicht um jeden Preis! Meine Familie muss mit meinem Job vereinbar sein…leider sind in meiner Branche Arbeitszeiten und Verdienst schwierig…dann geh ich trotz Halbtagsstelle hauptsächlich für die Kinderbetreuung arbeiten! Da bleib ich doch gerne noch etwas Vollzeit-Mama.
    Ich lächle jedes Mal wieder über die Frauenquote in Führungspositionen…

    • Reply Dani 1. Juni 2016 at 21:22

      Hallo Frollein Käthe,

      danke, ich glaube auch, dass es so viele Frauen gibt, die so denken wie ich…
      Ja die gute Frauenquote, ich bin dagegen, denn unter Zwang bringt es gar nix.
      arbeitest Du im sozialen Sektor?
      Liebe Grüße
      Dani

  • Reply Ein schwarzes Schaf im Wedding ~ Glucke und So 11. April 2016 at 18:46

    […] Bei uns ist das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie, für mich fast vollständig gescheitert. Ich bin zu Hause und mein Mann verdient die Brötchen.Wie […]

  • Reply Die Alleinerziehende scheitert am Monatsanfang -Ein Gastbeitrag ~ Glucke und So 4. März 2016 at 7:22

    […] Liebe, ich schrieb ja erst neulich über unser Problem mit dem System. Wir Familie passen da einfach nicht rein und Du als Alleinerziehende kämpfst noch an vielen […]

  • Reply rundumblog 29. Februar 2016 at 20:42

    Huhu… Du sprichst mir mir diesem Beitrag aus der Seele. Ich merke dieses Problem auch bei jeder Absage die ich hatte da ich nicht flexibel bin. Mein Mann (3 Schichten) ich eine 450 Euro stelle wechseln uns mit Kinder aufpassen, Kinder Freizeit, Hausaufgaben jeden Tag ab. Es ist schon sehr hart. Aber anstatt das es besser für Familien wird habe ich das Gefühl, es wird immer schlimmer. Viele Eltern könnten vielleicht viel bewegen….

  • Reply maramarin21 28. Februar 2016 at 12:30

    Hallo Dani, ich finde Deinen Text klasse! Danke dafür. Du schreibst über das, was mich auch den ganzen Tag umtreibt: Die katastrophale Lebensqualität von Eltern. Ich kann niemandem raten, in Deutschland ein Kind zu bekommen und das finde ich einfach nur traurig. Wenn die Zeit rief ist und wir Blogger genug Eltern mobilisieren können, dann bin ich für Demonstrationen vor den Rathäusern mit Transparenten wie „Zwei-Tage-Jobs für Mütter“, „Gute Kitas anstatt unsinniger Therapien für Kleinkinder“ etc. etc. Aber, solange die Wut der Eltern noch nicht groß genug ist, würde ich es noch lassen. Da kommen noch nicht genug Protestierende zusammen. Man könnte auch eine Blog-Parade starten, die heisst „Ich kann nicht mehr“ und die Blogger, die es genauso sehen, schließen sich an. Das sind nur Ideen, nichts Ausgereiftes. Bis dahin schreibe ich mir weiter meinen Frust von der Seele ;-).

  • Reply [Links der Woche #1] Jesper Juuls, das schlechte Gewissen, Akte X und Hollywood | Klaudia bloggt ... 28. Februar 2016 at 9:02

    […] von gluckeundso.de hat es vor drei Tagen in ihrer Überschrift auf den Punkt gebracht: “Unser System funktioniert so nicht mehr – Lasst uns Familien endlich aufstehen“. Mit dem Versuch der 100% Vereinbarkeit (die um ehrlich zu sein, in meinen Augen nicht […]

  • Reply ulf moritz 26. Februar 2016 at 18:28

    Liebe Glucke,
    das System funktioniert nach wie vor gut, nur nicht für Familien. Dafür ist es auch nicht gedacht. Wenn Sie jetzt glauben, ich meine das ironisch oder zynisch, so ist es nicht gemeint. Ich meine das ganz ernst. Das System ist ein Wirtschaftssystem. Nach Bedürfnissen der Wirtschaft hat sich die Familie, die Bildungspolitik, die Rentenpolitik auszurichten. Wenn Sie mir nicht glauben, dann gehen Sie mal auf die die Seiten der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (www.insm.de). Da lesen Sie, wenn Sie mögen:“500.000 Mütter wollen wieder arbeiten. Und die Wirtschaft würde gerne noch viel mehr gut ausgebildete Mütter beschäftigen. Doch der Wunsch, Familie und Beruf zu vereinen, scheitert zu oft an der Wirklichkeit. Es gibt zu wenig KiTa-Plätze und flexible Betreuungsangebote. Nun ist die Politik gefordert und muss handeln.“ Die von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustire finanzierte Initiative sieht keine Notwendigkeit, dass auf Arbeitgeberseite etwas getan werden müsste. Sie werden erst einen Beitrag leisten, wenn sie durch Gesetze oder durch wirtschaftliche Notwendigkeit dazu gezwungen werden. Wählen gehen ist eines. Das andere ist der Aufstand der Väter. Die Beiträge auf http://www.halbesachen.net/was-wir-tun-koennen-ein-antwortversuch/ kann ich da nur unterstützen.
    Ich – inzwischen der Großenvater zu den halben Sachen – kann euch nur die Daumen drücken, dass die Väter mitmachen. Viel Glück bei eurem Kampf.
    Ulf Moritz

  • Reply neverlookedsobeautiful 26. Februar 2016 at 14:29

    Das Problem ist unumstritten da. Vereinbarkeit von Job und Familie ist ein Spagat bei dem immer jemand auf der Strecke bleiben muss, meist sind das wir Mütter und unsere Kinder sind dann die Leittragenden. Allerdings sehe ich den Konflikt schon ganz zu Beginn unserer ‚Karriere‘ verwurzelt: Oft machen wir Jobs mit Gehältern, die nicht im geringsten an unserer Leistung angepasst sind. Fällt man aus, dann stehen 10 neue Kanditaten in der Schlange, die unsere Aufgaben gerne mit noch mehr Überstunden erledigen als wir es bereits schon tun. Wo bleibt denn noch ein Privatleben? Auf der Strecke! Ich halte es nicht für gesund, dass man am Wochenende geschäftliche Emails bearbeitet, sich bis Mitternacht für Datelines abarbeitet. Es ist ein Teufelskreis: Wir arbeiten ununterbrochen für ein meist bescheidenes Gehalt, das allerdings notwendig ist, um über die Runden zu kommen. Burnout ist eine moderne Krankheit, meist dem Arbeitsstress geschuldet. Heute stellt man lieber 3 Volontäre ein, anstatt eine feste Stelle zu schaffen. Reichte oftmals in der Vergangenheit das Gehalt eines Partners aus um davon eine Familie ernähren zu können, tut es das heutzutage eben nicht mehr. Bzw. man möchte ja seinen Kindern auch was bieten und sich nicht nur auf das Wesentliche beschränken. Abgesehen davon, dass manch einer auch arbeiten will, weil er Freude daran hat. Nicht jeder findet seine Erfüllung als Hausfrau und Mutter. Und so beißt sich die Katze in den Schwanz. Die Arbeitskraft wird verschlissen zum Wohle der Gewinnmaximierung.Real arbeitet man in Halbtagstellen eben nicht nur halbtags. Ist man einmal aus dem Berufsleben als Mama raus, ist der Einstieg noch schwerer als gedacht. Wir sollen genauso viel leisten wie ein Mann, sonst sind wir nicht emanzipiert, aber unsere Kinder, seien wir mal ehrlich, die versorgen doch hauptsächlich wir. Der Konflikt ist somit in meinen Augen noch tiefer verwurzelt als es auf Anhieb scheint, wir Mütter bekommen nur ganz unten in der Arbeitswelthierarchie im Endeffekt die ganze Bandbreite der Problematik schonungslos ab. Liebe Grüße Anna

  • Reply Wochen-End-Geplauder – [1608] | Der unfertige Roman 26. Februar 2016 at 12:22

    […] Gegenteil, wohl eher Unverständnis zeigen, wo Beide doch so Viel gerade für die Familie tun. Doch lest am Besten selbst nach. ### Persönlich stehe ich dem Modell der eBook-Flatrate skeptisch […]

  • Reply Was wir tun können - ein Antwortversuch - Halbe Sachen 25. Februar 2016 at 22:51

    […] dir ist kürzlich die Hutschnur geplatzt: Dieser Facebook-Post und die Absage für eine Stelle, für die du völlig überqualifiziert bist, mit einer fadenscheinigen Begründung ließen dich sagen: „Gar nichts läuft. Egal welches Familienmodell. Egal ob Familie und Freunde in der Nähe. Egal ob… […]

  • Reply Nougatcornflake 24. Februar 2016 at 19:55

    Es sterben mehr Menschen als neue geboren werden? Das wage ch zu bezweifeln. Oder meinst du „deutsche Menschen“? Selbst dann ist das eine sehr gewagte These ohne Quellenangabe 😉
    Was hast du denn vor dem Kind gearbeitet? Da muss ja dein Arbeitsplatz erhalten geblieben sein – oder war das was befristetes? Ich finde nämlich, dass da schonmal der erste Ansatz sein kann: sich nicht mehr auf befristete Verträge einlassen. Da ist man so schnell weg vom Fenster, gerade als Frau.

    • Reply Daniib3005 24. Februar 2016 at 23:56

      Ich rede von deutschen Menschen und die Statistik ist von 2015. Ich war Büroleiterin in einem Unternehmen was offiziell weniger als 9 Mitarbeiter hat und schon bist du nicht geschützt.
      Nicht auf befristete Stellen einlassen. Entschuldige bitte aber so hat man denn bitte die Wahl, so etwas zu fordern?
      Schnell weg vom Fenster als Frau, das ist eine sehr fragwürdige Aussage aber gut.
      Danke für deinen Kommentar.

    • Reply schimmea 23. Mai 2018 at 14:40

      Wahnsinnskommentar. Dani, bist halt selbst schuld, wenn du auf deine unbefristete Stelle und das MuSchG vertraut hast … Wusstest du nicht, dass man 2k17 (und auch 2k18) als Frau drei mal so viel leisten, drei mal so viel Loyalität zeigen muss im Vergleich zu Männer, um gleichberechtigt zu sein? Sonst ist man als Frau schnell weg vom Fenster, als Mann darf man sich sowas erlauben wie eine befristete Stelle …

      Unglaublich. Wegen solcher Gedanken haben wir noch keine Gleichberechtigung, nicht mal im Ansatz.

  • Reply JesSi Ca 24. Februar 2016 at 17:12

    Ich kann das echt gut nachvollziehen udn wenn man kein funktionierendes Netzwerk hat, dann funktioniert auch die HomeOffice-Variante weniger. Denn das geht, aber nur zulasten des Schlafes. Grundsätzlich läuft da was schief. Leider und ich weiß nicht wo man da ansetzen kann, das es nicht nur Schall und Rauch bleibt….

  • Reply AnnaDiaries 24. Februar 2016 at 15:50

    Wie traurig. Du hast Recht. So einen ähnlichen Post habe ich auch mal geschrieben. Als mein letzter Arbeitgeber mir gesagt hat: Du bist nicht flexibel genug. So geht das nicht. Wir beenden unsere Zusammenarbeit.
    Seitdem suche ich. Und seit diesem Jahr… gebe ich ehrlich gesagt einfach auf. Die eine Chance die ich hatte, hat nicht funktioniert. Warum? Wegen einem Tag, wo ich nicht flexibel war. Ich habe Nachtschichten geschoben. Habe am Wochenende gearbeitet, nur um eine Frist einhalten zu können und was ist? Die Probezeit wurde nicht überstanden. Tja so ist das. Deutschland schrumpft, die Rentner werden zuviele. Es gibt keine Kinder mehr, die unsere Rente mal übernehmen können, weil sich keiner traut mehrere Kinder zu haben. Ich habe nur ein Kind und kann es mir gar nicht leisten. Alle 3 Monate neue Anziehsachen… Ja super. Wovon bitte? Schulbücher? Ausflüge? Alles kostenpflichtig…

    Hach es nervt und ich könnte mich in Rage reden. Ich hör lieber auf. Aber im Ernst: Ich habe keine Ahnung, was noch gemacht werden kann….

    • Reply Daniib3005 24. Februar 2016 at 17:19

      Wir Eltern sind so viele und gemeinsam könnten wir ganz sicher irgendwas erreichen. Die Arbeitgeber wachrütteln, die Politiker wachrütteln. Es kann doch nicht sein, dass wir bestraft werden weil wir Kinder bekommen. Ich rege mich so sehr darüber auf.

      • Reply maramarin21 28. Februar 2016 at 13:18

        Ich gebe Dir so Recht. Wir Eltern sind so viele. Und fast alle leiden still vor sich hin. Ich wundere mich auch, dass die Wenigsten den Mund aufmachen. Ich tue es auch nur, weil mein Blog anonym ist. Sonst müsste ich mir wahrscheinlich noch privat anhören, ich soll nicht immer jammern. Ich habe jetzt mal in meinem Blog auf das Buch „Die Mutterglück-Lüge“ von Sarah Fischer aufmerksam gemacht. Dieses Buch sollte aus meiner Sicht von so vielen wie möglich gekauft werden. Da hat sich eine Mutter mal getraut, Klartext zu reden. Solche Menschen sollte man unterstützen. Sie sind die Vorboten einer Veränderung. Sie müssen viel aushalten. Sie sind mutig und wenn wir uns nicht hinter sie stellen, verpuffen ihre guten Ansätze wieder.

        • Reply Daniib3005 28. Februar 2016 at 15:10

          hi Danke für deinen Zuspruch. Das Buch von dem Du sprichst, hat aber andere Inhalte oder? Gehts da nicht um regretting motherhood oder verwechsle ich das.

          • maramarin21 28. Februar 2016 at 15:21

            Diese Frau bereut es, ein Kind bekommen zu haben, nicht wegen des Kindes, das sie sehr liebt, sondern wegen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Es hat auf dem Titel unter anderem „Regretting Motherhood“ stehen. Das stimmt. Aber es führt viele der Dinge auf, die Müttern das Leben so schwer machen (keine geeigneten Jobs, Kita-Platz-Mangel etc. etc.). Ich fand es sehr lesenswert. Ich habe auch vor ein paar Wochen das Wort „Regretting Motherhood“ noch nicht in den Mund nehmen wollen. Jetzt habe ich die Frauen endlich verstanden. Sie kämpfen für uns alle. Es geht ihnen nicht um das Leben mit Kind, das sie nicht wollen, es geht ihnen um das Leben um das Kind herum, das sie für nicht mehr hinnehmbar halten. Ich finde diese Frauen mutig und werde sie in Zukunft mit Beiträgen auf meinem Blog unterstützen.

  • Reply Franzi - UndJetztFamilie 24. Februar 2016 at 15:13

    Hallo Dani,
    ich bin feißige Leserin bei dir, aber meistens nur Still.

    Hier möchte ich aber auch mal was sagen.
    Du sprichst mir aus der Seele!

    Ich habe gerade erst einen Beitrag dazu verfasst, dass ich keine Ahnung habe, wie ich mein Kind betreuen lassen soll. Ich möchte nicht, dass er ganztags in der KiTa ist mit einem Jahr. Aber ich muss arbeiten gehen.
    Wie soll das denn alles so einfach gehen? Meinen alten Job als Führungskraft kann ich aufgrund von Arbeitszeit und Schichtarbeit auf keinen Fall mehr nachgehen. Mein Mann arbeitet auch Schicht.
    Wir wollen unser Baby aber nicht komplett von Fremden betreuen lassen um ihn dann tägl. 2 Stunden zu sehen. Das stellen wir uns nicht unter Familie vor.
    Wir haben Glück, dass wir jetzt eine flexible Tagesmutter gefunden haben, die den Kleinen während der Schicht-Überschneidungen betreuen kann. Aber der Traum von Familie ist es ja trotzdem nicht.

    Manchmal denke ich, dass man wohl eigentlich auswandern müsste, wenn Deutschland es einfach nicht langsam auf die Reihe bekommt umzudenken. Die skaninavischen Länder machen da ja so Einiges in Sachen Familie vor. Das bedingungslose Grundeinkommen wird dort z.B. teilweise bereits eingeführt. Das wäre meiner Meinung nach eine Alternative. Aber ich bin ja kein Experte 🙂

    Danke also für diesen Beitrag 🙂

    • Reply Daniib3005 24. Februar 2016 at 17:21

      Wir sind ein so modernes und fortschrittliches Land und bekommen es dennoch nicht gebacken unsere Familien zu unterstützen. Wir haben inzwischen so viele Baustellen das ich gar nicht weiß wo wir ansetzen müssten damit ein positives Domino entsteht aber ich alleine kann sowas auch gar nicht auf die Beine stellen. Wir aber alle zusammen schon.

  • Reply Blogprinzessin 24. Februar 2016 at 14:53

    Word! (Man könnte vielleicht anfangen -was ich hoffe das eigentlich alle von uns tun- zur Bundestagswahl zu gehen.)

    • Reply Glucke und So 24. Februar 2016 at 15:25

      Ja wählen gehe ich aber ich weiß ernsthaft noch nicht wen oder was ich wählen soll, denn die Phrasen von der SPD zum Beispiel kann ich nicht ernst nehmen. Aber vielen Dank

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