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Tod

Buchrezension

Mit Kindern gemeinsam trauern-Buchrezension

21. April 2017

gemeinsam-trauern-buchrezensionLange habe ich überlegt ein Buch zu rezensieren, dass sich mit Trauer und dem Tod, im Zusammenhang mit Kindern beschäftigt. Da ich aber meine eigene Geschichte bis heute nicht wirklich verarbeitet habe, war es letztendlich auch ein Wunsch, nach einem Anker für mich.

Mit Kindern gemeinsam trauern von Gabriele Schmidt-Klering vom Reinhardt Verlag ist ein Sachbuch, dass sich mit allen Facetten von Trauer befasst und ich möchte es euch heute vorstellen.

Das Thema Tod ist ein großes Tabu in unserer Welt obwohl es doch ein natürlicher Vorgang des Lebens ist. Das Buch ist aufgrund der Komplexität dieser Themen, in 5 Abschnitte aufgeteilt.

Frau Klering beginnt in Abschnitt 1 damit, dass Veränderungen und Abschiede im Leben auch eine Form von Trauer sind.

Kinder, die zum 1. Mal in den Kindergarten gehen und somit vielleicht das 1. Mal länger als 10 Minuten von ihren engsten Bezugspersonen getrennt sind, spüren einen Abschiedsschmerz, der eben auch Trauer verursachen kann. es handelt sich um eine Trennung und das bedeutet eben auch ein Verlust.

Frau Klering bezieht sich hier auf die Resilienzfähigkeit.

„Resilienz ist die psychische Widerstandskraft, die Menschen dazu befähigt, mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen.“(Vollmer, 2o12)

Wie sagt man so schön: Ein Abschied ist auch immer ein neuer Anfang.“ 

Ich habe dem Prinzen immer Tschüß gesagt, wenn ich gegangen bin und unsere Bindung hat ihm gezeigt, dass ich immer wieder komme. So konnte er Vertrauen fassen, dass ihm nichts Böses geschieht.

Wenn wir einen Abschied wieder auf den Tod beziehen, dann haben wir einen großen Einfluss darauf, wie unsere Kinder damit umgehen. Das Tabu, das wir geschaffen haben, macht es unseren Kindern schwer ihren natürlichen Umgang mit dem Tod fortzuführen.

Mit Kindern gemeinsam trauern zeigt im 1. Abschnitt, das es mit uns beginnt.

Wie gehe ich mit dem Thema Abschied, Tod und Trauer um? Kann ich unverkrampft und frei über diese Themen reden und nachdenken?

Abschnitt 2 befasst sich mit der Frage: “ Wie denken Kinder über den Tod?“

Als wir letztes Jahr einen toten Spatz in unserem kleinen Planschbecken fanden und ich sehr traurig war, fragte der Prinz, was mit mir und dem Vogel los sei? Ich sagte ihm, er ist wohl vom Dach gefallen und nun gestorben. Er fragte, wieso er nicht wegfliegt. Ich wusste nicht so recht, wie ich ihm das näher bringen kann, dass er eben nicht mehr fliegen kann, da er tot ist.

Meine eigene Angst, meinem Kind Angst zu machen, hinderte mich daran ihm das zu erklären. Das Buch erklärt sehr sehr gut, wie Kinder in verschiedenen Altersstufen das Thema Tod überhaupt wahrnehmen.

Interessant ist, das Kinder den Tod erst mit 10 Jahren als endgültiges Ereignis erkennen.

ich war 5 Jahre alt, als ich sah, wie meine Schwester aus dem Leben gerissen wurde. Ich wusste, dass Sie tot ist-obwohl Sie zu diesem Zeitpunkt noch „lebte“ aber ich fühlte, dass die Welt um mich herum nicht mehr dieselbe ist.

Mit Kindern gemeinsam trauern zeigt im 2. Abschnitt gut, was Kindern rein entwicklungstechnisch mit dem Thema Tod assoziieren.mit-Kindern-gemeinsam-trauern

Abschnitt 3 teilt uns Basiswissen zur Trauer von Kindern mit.

„Trauer ist die natürliche Reaktion des Menschen auf eine Verlusterfahrung.“

Die 4 Phasen der Trauer nach Verena Kast werden genauso behandelt wie die 5 Zeiten der Trauer nach Gertraud Finger. Nicht jeder Mensch trauert gleich. Nicht jeder Mensch trauert. Nicht jeder Mensch konnte lernen zu trauern.

Fest steht, das es unumgänglich ist, so schwer es sich anfühlt, Trauer annehmen zu können. In diesem Abschnitt wird sehr detailliert darauf eingegangen mit welcher Art von einem Tod, Kinder konfrontiert werden können. Der Tod eines Haustieres, der Großeltern oder eben auch eines Geschwisterkindes. An diesem Punkt war ich wieder 5 und erlebte die Gefühle, die ich damals hatte, als Sie gehen musste und ich muss nun schmerzlich zugeben, dass ich ein sehr gestörtes Verhältnis zum Tod habe.

Glaubt mir, ich war bis ich dieses Buch las, fest davon überzeugt, dass ich sehr offen über Tod, Trauer und dem Umgang damit, reden und leben kann.

Ja die Wahrheit ist, es ist nicht so. Ich war 5 Jahre alt. Meine Eltern verloren ihr Kind und ich meine Schwester und irgendwie auch meine Eltern. Meine Welt geriet aus den Fugen. Ich gab mir die Schuld, ich wollte sterben. Das meine Schwester von Wolke zu Wolke hüpft, habe ich wohl meiner Fantasie zu verdanken. Es war anscheinend meine Art zu verstehen, dass Sie eben nicht mehr da ist aber Abschied nehmen oder akzeptieren, dass Sie nicht mehr da ist, konnte ich nicht lernen.

Mit Kindern gemeinsam trauern zeigt im 3. Abschnitt welche Gefühle in den unterschiedlichsten Szenarien entstehen können und nimmt einen an die Hand, wie man sein Kind in dieser Zeit begleiten kann.

Der Abschnitt zeigt aber auch, welche Reaktionen durch einen Todesfall entstehen können. Angst, Scham, Wut und auch psychosomatische Störungen wie eine Traumatisierung sind mögliche Auswirkungen.

„Das Trauma ist die seelische Auswirkung nach einem belastenden Ereignis, das als lebensbedrohlich empfunden wird.“

Ich habe seit dem Unfall immer wieder Flashbacks.- Ich erlebe den Unfall meiner Schwester immer wieder. Nicht mehr so klar aber mir schnürt es die Luft ab und ich kann rein gar nichts dagegen tun. Es fällt mir heute noch schwer über die Straße zu gehen, auf der wir einfach zur falschen Zeit waren und uns für immer verloren.

In Abschnitt 4 gehts darum, was trauernde Kinder brauchen.

Die Kernaussage ist, dass Kinder in ihrer Trauer immer begleitet werden müssen. Das Buch gibt hier wieder sehr gute Einblicke in verschiedene Lebensbereiche und wie man Hilfe suchen und anbieten kann. Religionen haben z.B. Einfluss auf die Form und Art der Trauer.

„Trauernde Kinder brauchen Menschen, die für sie da sind.“

Mit Kindern gemeinsam trauern zeigt im 4. Abschnitt was notwendig und hilfreich ist, damit Kinder so trauern können, wie Sie es in diesem Moment brauchen.

Es gibt wieder viele hilfreiche praxisnahe Tipps für einen Besuch im Krankenhaus oder dem Beiwohnen einer Beerdigung. Rituale und z.B. musikalische Hilfsmittel sind ein Weg, dem Kind den Raum zu geben, seine Trauer und seinen Schmerz auszuleben.

Man muss nicht durch diese schwere Phase alleine gehen.

Im letzten Abschnitt geht es um Ideen zum Sprechen und Philosophieren mit Kindern. Wir alle wissen wie wissbegierig  und neugierig Kinder sind und es gibt unglaublich schöne spielerische Ideen, wie man diese schweren Themen in das Leben einbauen kann.

Viele Literaturtipps und Adressen für Hilfe bei Tod & Trauer runden dieses Buch ab.

Mein Fazit zu Gemeinsam trauern mit Kindern ist sehr sehr positiv.

Ich bin froh, das ich mit meiner eigenen fast nicht vorhandenen Trauer konfrontiert wurde. Ich fühle mich gut aufgehoben mit diesem Buch. Es ist ein einfühlsamer Begleiter für so ein einschneidendes Thema. Ich weiss aber nun auch, dass ich noch einiges vor mir habe und mich wohl doch nochmal professionell mit meinen Ängsten, meiner Trauer und dem Tod im Allgemeinen befassen muss. Ich möchte nicht, dass der Prinz so hilflos wäre, wie ich und meine Familie es waren und noch immer sind.

Ich habe in diesem Buch gute Tipps gefunden, die ich umsetzen kann, die mir helfen klar und deutlich zu thematisieren, wie wichtig es mir ist, zu trauern. 

Denn das ist ebenfalls eine Quintessenz für mich: Das Trauern lernen und darin bestärkt begleitet zu werden ist ein Teil. Trauern zu dürfen und es auch zu tun aber das Andere. Meine Ansichten haben sich gewandelt. Vielleicht besuche ich meine Schwester doch nochmal auf dem Friedhof um mich zu verabschieden. Vielleicht hilft es mir, diese erdrückende Angst vor Friedhöfen zu überwinden und vielleicht werde auch ich mir einen festen Ort, ein Bild, die Zeit oder ein Ritual schaffen, wo ich es zulassen kann, mich auf meine Trauer und mein Trauma einzulassen.

Ich empfehle dieses Buch jedem um das Tabu zu brechen und um wieder das Ende des Lebens als natürlichen Prozess sehen zu können und um zu verhindern, das durch falschen oder nicht vorhandenen Umgang mit Trauer und Tod, unsere Kinder für immer gefangen sind in diesen Gefühlen.

Am Sonntag den 23.04.17 ist Welttag des Buches und an diesem Tag, werde ich auch ein Exemplar dieses sehr gelungenem Sachbuch verlosen.

Käuflich erwerben könnt ihr es direkt über den Verlag unter folgendem Link.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und wer Fragen oder Anregungen hat, ich habe immer ein offenes Ohr.

Eure Glucke

 

Ich und So

Was bleibt, ist die Trauer

27. Februar 2017

Trauer-bleibtVor vielen vielen Jahren verlor ich meine kleine Schwester und hatte nur eine kleine Ahnung davon, was Trauer bedeutet. Ich war einfach zu jung. Ich schützte mich indem ich mit ihr im Himmel sprach. Jedes Jahr wurde die Trauer mehr und die Gespräche weniger.

Die Trauer übermannte mich und die Erinnerung verblasste.

Die Trauer blieb übrig. Continue Reading

Ich und So

KURZGEBLOGGT-Vergiss es nicht oder doch?

13. Januar 2017

Liebe_trotz_Marotten

Schon lange versuche ich bestimme Dinge aus meiner Vergangenheit zu vergessen.

Schon lange versuche ich mich an gewisse Dinge aus meiner Vergangenheit wieder zu erinnern.

Schon lange denke ich darüber nach, Hypnose zu versuchen um herauszufinden an welchen Punkt ich zurück muss.

Schon lange denke ich darüber nach, mein Gehirn umzupolen um z.B. mit meiner Schwester nur das Positive zu verbinden.

Schon lange denke ich darüber nach, wie es wäre, wie ich wäre, wenn all meine Gedanken der Wahrheit entsprechen würden.

Wie wäre ich denn dann?

Wie würde mein Leben heute aussehen, wenn ich vielleicht keine psychischen Erkrankungen hätte?

Wie wären meine sozialen Kompetenzen wenn ich nicht hochsensibel wäre?

Wo würde ich leben und mit wem, wenn ich in zwischenmenschlichen Beziehungen, sei es platonisch oder mit körperlicher Liebe, nicht immer solche Schwierigkeiten haben würde?

All diese Fragen stelle ich mir so oft aber als ich diesen Trailer hier sah wurden Sie wieder präsent wie nie. Ich habe den Film noch nicht gesehen aber es geht darum, das er durch die Trennung von der Liebe seines Lebens so am Ende ist, das er darüber nachdenkt, es ihr gleichzutun und sein Gehirn so zu bearbeiten, das er Sie vergisst.

Nur muss er dafür alles nochmal rückwärts durchlaufen-auch die schönen Momente. Schafft man das? Sollte man das mit seinem Gehirn machen?
Das Leben ist einem vorbestimmt. Man bekommt nur Aufgaben die man lösen kann?

Ist das wirklich so? Wieso fühlt es sich nicht so an, als ob alles lösbar wäre? Welcher Preis ist denn noch gerechtfertigt, den man zahlen muss? Dieses Leid, das man als Mensch erleben muss, kann doch keine (er)tragbare Last sein oder?

Ist die Antwort so einfach? Kann ich mein Gehirn einfach umpolen und dann bin ich wieder frei? Frei von Vorwürfen? Frei von Zerwürfnissen? Frei von Ängsten aller Art?

Ich habe keine Antworten auf all meine Fragen aber wenn ihr eine habt dann immer her damit.

Eure Glucke

Ich und So

Die Welt in der ich lebe verändert sich

27. Juli 2016

Welt_Frieden_AngstAls ich 14 Jahre alt war, hatte ich den 1. wirklichen Kontakt mit der „rechten“ Szene. Ein selbsternannter „Nazi“ holte eine Pistole während der großen Pause heraus und schoss in die Luft. Geschrei, Panik und Tränen. Es war eine Schreckschusspistole, niemand wurde verletzt und dennoch ging man mit mulmigen Gefühl in die Schule und ich fragte mich, wieso man so etwas tut.

Das 2. Zusammentreffen mit einer anderen Weltanschauung hatte ich 1 Jahr später. Ich war großer Breakdance und Skaterfan und schloss mich einer Skater Crew an. Wir hatten einen festen Platz, an dem wir uns regelmäßig trafen. Ich redete mit Freundinnen und auf einmal fielen mehrere Schüsse. Es war eine Schießerei. Niemand wurde verletzt und dennoch nahm ich langsam Abschied von dieser Crew, da es viele Konflikte zwischen Ihnen und der rechten Szene gab.

Für mich hatte skaten oder Breakdance aber nichts mit einer politischen Weltanschauung zu tun.
Ich lebte in einer Stadt, die 2% Ausländeranteil hatte und dennoch eine stetig wachsende Rechte Szene. Meine Welt war aber nicht politisch bestimmt oder motiviert. Continue Reading

Ich und So

Eine schöne Erinnerung reicht nicht

12. April 2016

Erinnerung_an_Dich von pixabay.comIn einem Monat ist es wieder soweit. Der Todestag meiner Schwester jährt sich zum 27. Mal. 27 Jahre bist Du nicht mehr bei mir. Eigentlich mein ganzes Leben. Wie komme ich gerade jetzt wieder darauf.

Dadurch:

Daran erinnerte ich mich und musste lächeln. Dieser Tag, diese Erinnerung ist die letzte schöne Erinnerung an Sie. Meine Schwester. Meine beste Freundin. Mein Zwilling. Ein großer Teil meiner Seele. Es war Ostern, als wir Mittagsschlaf machen sollten aber nicht wollten. Wir hatten dicke Federbetten und Kissen und niemand weiß, wie wir auf die Idee kamen aber wir zerrissen eins der Kissen und rupften die Federn heraus. Wir sprangen auf dem Bett herum und spielten mit Schnee. Wir riefen und jauchzten vor Glück „Es schneit, es schneit.“ Continue Reading

Ich und So

Neujahrsgedanken und #einElefantfuerdich

1. Januar 2016
#einelefantfuerdich

pixabay.com

Ich sitze gerade auf meiner Couch und esse ein Eis. Ich fühle mich vollgefuttert und etwas müde. Die letzten Wochen des Jahres 2015 waren schön aber auch voll durchgeplant und hektisch.

Nun ist das neue Jahr da und alle schreiben darüber, wie ihr Jahr wird. Das ihr Jahr 2016 super wird. Jetzt überlege ich gerade wie mein Jahr wird. Ich schrieb ja schon ein wenig über meine Wünsche aber im Moment habe ich Null Vorstellung darüber, wie dieses Jahr wird. Continue Reading

Ich und So

Der bedeutendste Moment

20. Oktober 2015

 

imageAm Wochenende war es soweit. Ich habe meinen Koffer gepackt und bin mit meiner liebsten Freundin nach Frankfurt gereist. Inklusive Übernachtung, versteht sich. Die Trennung vom Prinzen war ein großer Schritt. Unser eigentlicher Grund war die Frankfurter Buchmesse inklusive einer Lesung vom wundervollen Projekt #1000Tode.
Diese Lesung sollte mit mir stattfinden. Frau Frohmann, die Verlegerin von 1000 Tode schreiben, fragte ob ich mit vorlesen wollte. Wir entschieden, dass ich das spontan entscheide. In meinen Gedanken, wusste ich, dass ich niemals da vorlesen würde. Nie nie niemals würde ich vor Publikum stellen und etwas vorlesen.
Unser Samstag startete mittags und wir fuhren los. Wir entschieden recht schnell, shoppen und essen zu gehen. Das taten wir auch, wir shoppten, tranken Kaffee, Tee und landeten in einer Australien Bar, imageweil wir fast verhungerten. Da war es 16 Uhr. Gedanken an die Messe waren nach wie vor präsent. Wir wollten Abends lecker essen gehen und entschieden uns im Hotel nochmal frisch zu machen und meinen Text zu üben.
Wir gammelten auf dem Bett und ich fing an meinen Text laut vorzulesen und brach in Tränen aus. Wie sollte ich das jemals irgendwo vorlesen. Mein Entschluss stand erneut fest, das ich das nicht tun werde.
Meine Freundin sagte immer und immer wieder, dass ich das schaffe. Woher weiß Sie das?
Wir gingen zu später Stunde beim Inder essen. imageDer beste der Stadt und ich schmeckte, wegen meiner Erkältung kaum etwas. So ein Mist aber auch. Dann gings zurück ins Hotel und wir tranken noch einen Abschlusscocktail und sinnierten darüber, wie schön der Tag war und wie schnell doch alles vorbei ist. Wir gingen sehr spät ins Bett. Ich machte kein Auge zu, zum einen fehlten mir meine Männer und zum Anderen suchte ich nach Notausgängen um die Lesung zu umgehen. Ich bin Meister für Notausgänge. Ich bin Meister im sich vor etwas drücken. Ich habe nicht einfach Lampenfieber. Es kommt einem Totalausfall sehr nahe. Von Ohnmacht über Totales Zittern könnte alles dabei sein.
Ich kann schreiben aber nicht vortragen. Schon Vorstellrunden sind der blanke Horror für mich. Ich bin eine Dramaqueen mit Lampenfieber.
Das kann keine gute Kombination sein. Hinzu kommt, dass ich über den schlimmsten Tag meines Lebens reden werde.
Der Sonntag war da. Wir gingen frühstücken und ich zitterte schon. Wir checkten aus und führen zur Messe. Wir wurden erschlagen von der Größe dieser Messe und von den Menschen. Als wir nach 30 Minuten den Orbanism Space fanden, wurde es langsam realer. Da saß Frau Frohmann mit einigen Menschen. Wir setzten uns dazu. Ich kam mir völlig fehl am Platze vor. Ich wollte gehen. Ich verspürte einen Drang, aufzustehen und einfach zu gehen. Meine Freundin hielt einfach meine Hand.
Es folgte dann noch eine Diskussionsrunde. Auch hier sagte ich bestimmt hundert Mal, ich schaffe das nicht, können wir jetzt gehen. Meine Freundin sagte jedes Mal nein. Als ob ich erwartete, dass Sie ja sagt.
Die Sitzplätze, die vorher noch leer waren, füllten sich und meine Kehle wurde immer trockener. Die Chance hier noch wegzukommen wurde immer geringer und mein Puls stieg. Ich war kurz vor einer Panikattacke. Frau Frohmann nahm das Mikro und bat diejenigen die gleich vorlesen wollen, nach vorne zu treten.
Jetzt kann ich einfach sitzenbleiben-dachte ich! Doch meine Freundin hörte wohl meine Gedanken und sagte geh. Ich stand nun und alle sahen, dass ich stand. Es stand nun auch fest, dass ich die Letzte bin, die vorlesen würde.
8 Leute Zeit, mir in die Hose zu pullern, tausend Tode zu sterben um für tausend Tode zu lesen.
Ich fluchte. Ich fluchte in mich rein, wieso ich diese hirnrissige Idee hatte zur Messe zu fahren. Wir lauschten den Vorlesern und ich fragte mich, wie Sie das alles so gut machen konnten. Haben Sie vorher getrunken, gekifft oder gibt es wirklich Menschen, die einfach kein Lampenfieber haben?

Ich bin die Nächste. Ich spüre wie ich aufstehe und ans Pult trete. Ich lege mein Tablett ab. Ich hebe meinen Kopf und mit dem Mikro in der Hand sage ich zitternd:
Hallo, ich bin Dani Wolf und ich bin Bloggerin und ich habe einen Brief geschrieben.“

Die 1. Träne bahnte sich bereits ihren Weg zu meiner Nasenspitze und es wurde ganz still auf der Messe. Es wurde auch still in mir.
Ich stand da und weinte lesend meinen Brief. Ich holte immer Mal Luft um nicht zusammenzubrechen aber ich las. Ich las ihn zu Ende und brach zusammen. Ich schluchzte in die Arme meiner Freundin und die Anspannung viel von mir ab. Frau Frohmann setzte sich weinend zu uns und umarmte mich.
Ich beruhigte mich ganz langsam und kam wieder zu mir. Ich begriff allmählich, dass ich das wirklich gemacht hatte. Ich habe eine mir unüberwindbare Aufgabe gemeistert.
Ich bekam viel Zuspruch von allen Seiten. Ich habe wirklich mit meinen Worten berührt und ich traue mich jetzt nochmal und gebe euch den Link, des Audiomitschnittes der Lesung. Hier könnt ihr alle Texte hören und auch mich.
Ich bin stolz auf mich! Ich habe das für mich und für Sie gemacht.
Für mein Schwesterchen und ohne die Sturheit meiner Freundin, hätte ich es nicht geschafft.

Es ist ein unglaubliches und befreiendes Gefühl gewesen. Als ich meinen Prinzen und meinen Mann wieder in die Arme schließen konnte, wusste ich, das heute ist der bedeutendste Tag, den ich je hatte und das wollte ich mit euch teilen.

Wie geht ihr mit Lampenfieber um? Hattet ihr solche Momente schon einmal? Dieses Gefühl von ich bin Wonderwoman?

Eure Glucke

Ich und So

Zum 2. Mal geboren

11. Juli 2015
Die Zeit zurück drehen

Die Zeit zurück drehen

Gerade fand ich bei Anja, von der Kellerbande ihren Beitrag zu einer unglaublich tollen Blogparade. Bei dieser Blogparade geht es darum, nochmal neu geboren zu werden mit dem Wissen, das ich jetzt habe. 
Wow dachte ich mir und sofort ratterte mein Kopf. Ich mein ich schrieb ja mal darüber, dass ich meinem Vergangenheits- Ich in gewissen Phasen etwas mitteilte. Continue Reading

Ich und So

Ich durfte Einen von „#Tausend Tode schreiben“

13. März 2015

TausendTodeSchreiben

Das ist mal ne Überschrift oder? Vor einiger Zeit las ich von dem Buch #“Tausend Tode schreiben“. Ich las die Texte von Zwei Bloggerkollegen und war sehr berührt. Ich hatte gerade den Brief an meine Schwester geschrieben und hier veröffentlicht und war sowieso sehr aufgewühlt, da das Thema, der Tod, schon schwierig ist.  Continue Reading

Ich und So

Der Brief, den ich nie zu Ende schrieb

31. Januar 2015

Der Brief, den ich nie beendet habe, zu verletzt, zu traurig und zu erschüttert war und bin ich noch immer von dieser Tragödie.

Der Brief und die Trauer

Liebes Schwesterchen,

weisst Du wie oft ich diese Zeilen schon geschrieben habe? Doch der Schmerz dabei ist immer noch so groß, dass ich es nie weiter geschafft habe und ich weiß ja auch das ich nie eine Antwort bekommen werde.

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