Montagspost

Das Kawasaki-Syndrom und eine Frage an euch

8. August 2016

Montagspost_Nicole_Kawasaki-SyndromGuten Morgen meine Lieben,

wie war denn euer Wochenende? Was habt ihr Schönes gemacht? Wir haben viel gegessen, wie immer, geputzt, gebügelt, gewaschen und viel gelacht und uns genossen. Es macht soviel Spass mit meinen Männern. Aber jetzt zur Montagspost.

Heute habe ich eine Gästin, die ihr vielleicht schon aus einem Gastbeitrag bei mir kennt. Ich spreche von Nicole, 41 Jahre jung und Mama von einem kleinen Mädchen. Sie ist eine meiner Leserinnen und schreibt für ihr Leben gern. Sie traut sich nicht so recht selber einen Blog zu betreiben.

Angst-und-Mutterschaft-NicoleSie schrieb vor einigen Wochen über ihre Angststörung hier bei mir und ich war sehr beeindruckt von ihren Worten. Wir blieben in Kontakt und es kristallisierte sich die Idee heraus, ihr regelmässig ein Plätzchen auf meinem Blog zu geben.

Wir wollten aber beide euch LeserInnen erst fragen, was ihr dazu sagt. Passt Nicole zu meinem Blog und habt ihr Lust auf weitere Einblicke in eine kleine Familie mit Alltag und Hochs und Tiefs?

Um euch eine Entscheidung zu erleichtern, hat Nicole wieder etwas für uns. Es geht um eine Krankheit namens

Das Kawasaki-Syndrom.

Ich habe noch nie zuvor davon gehört und bin sehr sehr froh, dass Nicole ihre Erfahrungen damit, mit uns teilt denn diese Krankheit hat es in sich und ist eine Meisterin der Täuschung.

Wir betonen, dass wir keine Ärzte oder medizinisches Personal sind. Nicole ist es aber ein großes Anliegen darüber zu berichten und wieso, erzählt Sie euch nun selber.

Ich habe etwas auf dem Herzen, was ich gerne jeder Mutter und jedem Vater nahe legen möchte, ohne Angst zu verbreiten, einfach nur um es im Hinterkopf zu behalten. Es ist ein ernstes Thema wie ich finde und wenn mal der Fall eintritt, sollte schnell gehandelt werden.

Es geht um das Kawasaki-Syndrom (Mukokutanes Lymphknotensyndrom (MCLS)).

Diese Krankheit kann bei kleinen Kindern lebensgefährlich werden, wenn es nicht erkannt wird und darin liegt auch das Problem, es wird leicht mit Scharlach verwechselt.

Das Kawasaki-Syndrom ist in Deutschland sehr selten.

Es ist eine entzündliche Krankheit, die alle Organe angreifen kann. Wenn es ans Herz geht kann sich ein Aneurysma bilden, welches platzen kann und letzendlich zum Herzinfarkt führen könnte.

Genaueres zum Kawasaki-Syndrom findet man im Internet oder fragt seine Ärzte.

Ich möchte Euch erzählen wie ich an das Thema kam: unsere Kleine hatte es und es wurde nicht gleich erkannt, aber zum Glück noch rechtzeitig.

Aber ich beginne von vorne.

Unsere Maus kränkelte. Nichts ungewöhnliches für ein kleines Kind. Auch erbrach sie sich einmal und wir beobachteten erstmal. Als dann noch Fieber (über 39 Grad) dazu kam gings zum Kinderarzt. Dort hieß es, es wäre ein Infekt. Ok, also Fiebersaft geben und abwarten. Das Fieber ging aber nicht runter und so fuhren wir direkt in die Kinderklinik. Kaum dort angekommen bekam sie einen schlimmen Ausschlag.

Es ähnelte dem Nesselfieber, das sie schon einmal hatte. Diagnose der Klinik war ein virales Exanthem (viraler Ausschlag). Tropfen helfen dagegen. Der Ausschlag wurde aber am nächsten Tag schlimmer und auch das Fieber war nicht in den Griff zu bekommen. Also wieder zum Kinderarzt.

Dort wurde auf Scharlach getestet, negativ, also doch Infekt (geschwollene Lymphknoten wurden festgestellt), weiter Fiebersaft und Tropfen. Einen Tag später konnte mein Kind plötzlich nicht mehr laufen, hatte ganz dick geschwollene Hände und Füße. Ihre Zunge war rosa (wie bei Scharlach), sie hatte rote Augen und ihre Lippen waren knallrot und aufgesprungen, sehr trocken und taten weh (sogenannte Lacklippen).

Da wurde ich misstrauig und googelte.Kawasaki-Syndrom

Zwei Diagnosen bekam ich und beide gefielen mir nicht: Rheumatisches Fieber, oder besagtes Kawasaki-Syndrom. Wir sind sofort wieder zum Kinderarzt und ich konfrontierte ihn mit beiden Diagnosen. Etwas Rheumatisches wurde sofort ausgeschlossen aber das Kawasaki-Syndrom leider nicht.

Wir bekamen sofort eine Einweisung in die Kinderklinik. Ich brach erstmal in Tränen aus, hatte ich doch gelesen wie schlimm diese Krankheit werden konnte.

In der Klinik wurden sofort einige Tests gemacht, darunter auch ein Herzultraschall,

welcher aber zum Glück unauffälig war. Unsere Kleine bekam einen Zugang gelegt und sofort wurden Herz-ASS (Tabletten) gegeben. Auch Fiebersaft bekam sie noch. Als keine Besserung eintrat, bekam sie über den Zugang eine Infusion (Immunglobuline- sogenannte Antikörper). Das half und das Fieber sowie sämtliche Symptome verschwanden langsam. Wir waren insgesamt eine Woche stationär und sie wurde intensiv betreut.

Zum Glück erkannten wir so schnell was mit ihr los war und das Herz nahm keinen Schaden. Erst am Tag der Entlassung stand endgültig fest, das sie diese Krankheit hatte, ihre Haut an Fingern und Füßen schälte sich. Sie musste noch ein halbes Jahr Herz-ASS nehmen und bekam dann noch einmal einen Herzultraschall.Es war alles gut.

Wir hatten das  Kawasaki-Syndrom ohne Nachwirkungen überstanden und wir waren so froh. In einem Jahr können wir nochmal einen Schall machen lassen.

Deshalb möchte ich jedem ans Herz legen, sollten Symptome wie:

  • hohes Fieber das mit Medikamenten nicht in den Griff zu bekommen ist,
  • Auschlag,
  • rosa Zunge,
  • Lacklippen,
  • geschwollene Gelenke,
  • rote Augen,
  • geschwollene Lymphknoten

auftreten, bitte auch an das Kawasaki-Syndrom denken.

Auch wenn die Diagnose Scharlach gestellt wird sollte das Kawasaki-Syndrom ausgeschlossen werden, denn genau hinter dieser Krankheit versteckt es sich, wie bereits gesagt, sehr gerne.

Wenn das Kawasaki-Syndrom rechtzeitig erkannt und behandelt wird, heilt es in der Regel ohne bleibende Schäden aus.

Ich möchte niemandem Angst machen, das Kawasaki-Syndrom ist ja auch sehr selten bei uns, aber eben doch nicht auszuschließen.

Liebe Nicole, wow wie gut, dass Du so aufmerksam warst und gemerkt hast, das etwas ganz und gar nicht stimmte. Zum Glück geht es der Maus wieder besser. Ich habe echt noch nie was davon gehört und ich gebe es zu, ich bin ja auch so eine Googlerin.

Wenn ihr genaue Informationen zu dieser Krankheit haben möchtet, dann befragt euren Arzt. Panikmache ist das Letzte was hier gewollt ist. Es geht nur ums Aufmerksam machen denn das kann manchmal Leben retten.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit der Krankheit gemacht?

Findet ihr die Idee auch gut, dass Nicole uns regelmässig etwas erzählt und keine Sorge, es wird natürlich nicht nur um Krankheiten gehen.

Ich freue mich auf eure Meinungen.

Habt eine tolle Woche

Eure Glucke

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9 Comments

  • Reply Das Familienbett – wie kam es bei uns dazu? – Nicoles kleine Traumwelt 4. April 2018 at 1:07

    […] zu tun, sondern Mausi erkrankte am Kawasaki-Syndrom. Einen Gastbeitrag dazu habe ich bei Dani von Glucke und so geschrieben). In dieser Zeit wollte ich Mausi auf keinem Fall alleine in ihrem Zimmer […]

  • Reply Das Familienbett – wie kam es bei uns dazu? – Nicoles kleine Traumwelt! 3. April 2018 at 20:04

    […] zu tun, sondern Mausi erkrankte am Kawasaki-Syndrom. Einen Gastbeitrag dazu habe ich bei Dani von Glucke und so geschrieben). In dieser Zeit wollte ich Mausi auf keinem Fall alleine in ihrem Zimmer […]

  • Reply Blogparade - Schreckmoment - 08.04.2017 - LiNiChri 31. Januar 2018 at 23:45

    […] sofort ins Krankenhaus muss (wer wissen möchte was genau war, kann gerne meinen Gastbeitrag bei Dani von Glucke und so lesen). Da das aber jetzt nicht so gut zur Blogparade #Schreckmoment passt, möchte ich Euch von […]

  • Reply Gastbeitrag bei Glucke und so - Kawasaki-Syndrom! - LiNiChri 2. November 2016 at 13:59

    […] Es geht um das Kawasaki-Syndrom (Mukokutanes Lymphknotensyndrom (MCLS))…weiterlesen „hier“. […]

  • Reply Nora Hodeige 8. August 2016 at 21:56

    Hallo ihr zwei,
    ich finde, es so wichtig, über Krankheiten und Zustände des Körpers aufzuklären, die eventuell nicht ganz so häufig vorkommen und schwer zu erkennen sind. Schön, dass ihr mit diesem Artikel einen Schritt in die Richtung gegangen seid. Das ist wirklich sehr interessant und zugleich erschreckend, und ich bin sehr froh, dass bei Nicole und ihrer Tochter alles gut gegangen ist! Es ist sicherlich eine schöne Idee, mehr von Nicole und ihrer Familie zu hören!
    Liebe Grüße, Nora

    • Reply Dani 8. August 2016 at 21:58

      Liebe Nora,
      vielen Dank. Es freut mich, dass die Themen von Nicole und mir so gut ankommen und ich freue mich auch, dass Nicole nun öfters bei mir zu lesen sein wird.
      Liebe Grüße
      Dani

      • Reply Nicole G 9. August 2016 at 0:27

        Dankeschön liebe Dani, ich freue mich sehr das ich nun öfters in Deinem Blog schreiben darf,
        einen ganz lieben Drücker an Dich dafür.

    • Reply Nicole G 9. August 2016 at 0:26

      Hallo Nora,
      auch ich freue mich sehr das unsere Themen so gut ankommen und bin sehr geehrt das ich nun öfters mit Dani im Blog schreiben darf.
      Liebe Grüße,
      Nicole.

  • Reply Nicole G 8. August 2016 at 11:51

    Hallo Dani, ich freue mich sehr das Du den Artikel veröffentlicht hast, ganz lieben Dank an Dich. War mir wirklich ein Anliegen
    und sehr gerne würde ich auch weiterhin für Dich schreiben. Einblicke in unsere Familie geben usw. Und wie Du schon schreibst, nicht nur über Krankheiten :-D.

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