Montagspost

Wenn Zwei sich finden und auf Weltreise gehen

27. Juni 2016

Montagspost_Weltreise_Zwei

Guten Morgen ihr Lieben,

der große Urlaub ist vorbei. Der Alltag kehrt langsam ein und meine letzte Woche in „Freiheit“ ist angebrochen, denn ab nächsten Montag gehe ich wieder offiziell arbeiten. Da das Reisen mich aber nie loslässt und ich gerne auf vielen Seiten und Blogs zum Thema Reisen stöbere um mein Fernweh zu befriedigen, habe ich heute ganz besondere Gäste für euch.

Marco und Bolle von „Komm wir machen das einfach“ haben eine unglaubliche Liebes- und Lebensgeschichte und die 2 haben sich kurz Zeit genommen und mir quer über die Meere dieser Welt hinaus, meine Fragen beantwortet.

Also schnappt euch einen fruchtigen Cocktail, setzt euch in die Sonne und genießt nun etwas die kleine Weltreise.

Hi ihr Zwei, wer seid ihr eigentlich?Marco-und-Bolle_Weltreise

Was ist, wenn sich zwei Menschen finden und sie Ihre Träume verwirklichen? Was, wenn
man im Leben mal was riskieren muss, um der Freiheit näher zu kommen? Was, wenn es
gar nicht so schwer ist? Was, wenn das Ziel so erreichbar scheint? Was, wenn man
einfach mal alle Ängste über Bord werfen muss? Was passiert, wenn diese zwei
Menschen nun auf große Reise gehen?
Seit fast 9 Monaten reisen wir nun schon durch die Weltgeschichte und erleben dabei
immer wieder neue Abenteuer. Wir lieben die Leichtigkeit, das Ungezwungene und einfach
diese pure Lust am Leben. Wir nennen uns „Weltenbummler“ und wollen uns diese Welt
da draussen ganz genau anschauen, mit all den Farben und Facetten. Wir wollen die Welt
begreifen und tiefere Einblicke in das Leben anderer bekommen. Und da wir kein Zeitlimit
haben, wird diese Reise so schnell kein Ende haben.

Marco du hattest bereits geplant zu reisen, bevor du Bolle kennengelernt hast. Was
war der Grund für diese Sehnsucht?

Das habe ich mich vor der Reise auch sehr oft gefragt und ehrlich gesagt, kann ich die
Frage immer noch nicht beantworten. Schon im Teenageralter fand ich es spannend,
„irgendwann“ für ein paar Monate in einem anderen Land zu leben.
Dieser Wunsch hat mich eigentlich stetig begleitet. Aber damals ist auch mir der typische
Lebenslauf in die Quere gekommen: Schule, Ausbildung und endlich mal Geld verdienen!
Ich gebe zu, in der Phase war der Gedanke ins Ausland zu gehen teilweise
nicht mehr so
 ganz präsent. Er kam aber wieder.

Und umso öfter er kam, desto heftiger wurde das Verlangen, es doch endlich mal zu
wagen. Diese Gedanken haben mich aber auch gequält. Ich meine, ich hatte ein gut
bezahlten Job, einen Mercedes vor der Garage, hatte meine witzig-chaotische Familie um
mich herum, sah meine wundervollen Nichten aufwachsen.
Und trotzdem fühlte ich mich nicht vollkommen glücklich. Ich fragte mich, warum zum
Teufel ich nicht einfach glücklich sein kann mit dem was ich habe? Im Nachhinein war es
wohl die Angst. Die Angst, die Chance ins Ausland zu gehen zu verpassen, irgendwann zu
alt dafür zu sein.

Eure Familien und Freunde haben ja schon etwas überrascht reagiert aber habenWeltreise_Montagspost
Sie es versucht euch auszureden?

Marco: Meiner Mutter ist mein Fernweh natürlich nicht entgangen. Sie hat aber wohl nicht
mit diesem Ausmaß gerechnet. Job kündigen, Wohnung auflösen und einfach auf
unbestimmte Zeit durch die Welt reisen war dann doch eine Nummer größer als erwartet.
Sie hat mich anfangs mit Fragen gelöchert, ich weiß nicht ob das rein aus Interesse war
oder um zu schauen, ob ich mich zu den Themen Krankenversicherung, Arbeitslosigkeit und Rente auch tatsächlich informiert habe. Von meiner Familie hat mich niemand versucht umzustimmen. Im Gegenteil, aus vielen
Richtungen kam ein „du machst das
 absolut Richtige, schau dir die Welt an so lange du kannst“.

Bolle: Meine Familie und meine Freunde standen von Anfang an hinter meiner
Entscheidung. Niemand hat versucht es mir auszureden. Meine Mutter war anfangs etwas
geschockt, es dauerte aber nicht lange bis die erste WhatsApp-Nachricht mit einer
Medikamenten-Liste für Weltreisen bei mir ankam. Da wusste ich: „Okay, sie hat’s wohl
verdaut und akzeptiert es!“.

Wie finanziert ihr euch denn diese Weltreise?

Bolle hat das Glück noch weiterhin für ihren Arbeitgeber als Online Redakteurin arbeiten
zu können. Damit haben wir absolut nicht gerechnet. Das ist aber auch nur möglich, da sie
ohnehin schon über das Internet arbeitet. Somit sind wir bei unserer Reiseroute zwar
immer von gutem Internet abhängig. Das regelmäßige Einkommen ermöglicht uns aber so
Einiges.Ich habe auch einige Zeit online gejobbt, konzentriere mich momentan aber komplett auf
unsere Homepage und unsere eigenen Ideen. Langfristig möchten wir natürlich mit
unseren eigenen Ideen im Internet unser Geld verdienen. Bis es soweit ist, werden wir
weiterhin als „Remote-Worker“ für Andere arbeiten. Vielleicht werden wir demnächst auch
mal Workaway oder Wwoofing ausprobieren.

Ihr seid ja im Prinzip noch ein recht frisches Liebespaar und schwebt auf
Wolke Sieben. Gibt es schon Kleinigkeiten, die euch inzwischen an dem anderen
stören?
Montagspost_Weltreise_Buddha
Wenn man nahezu 24/7 zusammen ist, darf einem nicht viel am Partner stören.
Natürlich
 sind wir uns manchmal nicht einig oder bringen den anderen ungewollt auf die Palme…
Aber glücklicherweise passt es bei uns sehr gut. Wir ergänzen uns und harmonieren
super, wir sind ein Team mit ganz viel Herz und Leidenschaft.

Eine Weltreise ist das eine aber darüber berichten etwas anderes. War das bereits
geplant bevor es losging oder entwickelte sich die Idee, weil ihr gemerkt habt, dass
es viele Leser gibt, die Interesse an solchen Geschichten haben?

Ursprünglich haben wir unsere Facebook-Seite und den Blog für unsere Freunde und
Familie erstellt. Wie es halt immer so ist. Es ist die einfachste Möglichkeit mit ihnen in
Kontakt zu bleiben und über unsere Erlebnisse berichten zu können.
Als uns auf Facebook jedoch nach einer Woche bereits 600 Leuten folgten, wussten wir,
es würde wohl doch eine Nummer größer werden. Bei vielen Lesern motiviert es auch
ungemein noch mehr zu berichten und die Leserschaft aus ihrem Alltag zu entführen.
Mit den Lesern kamen auch öfter die Fragen wie man dies oder jenes plant, auch wird
man oft nach den eigenen Erfahrungen und Meinungen gefragt. Der Blog blieb also nicht
mehr nur eine Plattform um die Erlebnisse zu erzählen. Es wurde irgendwie mehr und wir
versuchten den Blog also vor allem mit mehr Informationen aus erster Hand zu füllen.
Neben unseren Geschichten, den Travel Guides, den Destinationen und den informellen
Texten geben wir aber auch intime Einblick in unsere Gefühlswelt.

Man muss sich einfach auch mal alles von der Seele schreiben können.
Und da ist unser Blog eben doch noch 
unser liebes Tagebuch.

Ihr seid eine ganze Weile in Thailand gewesen, was reizt euch so und wohin soll es als nächstes
gehen?Montagspost_Reisen-um-die-Welt-Affe

Ja tatsächlich sind wir in Thailand länger hängen geblieben als eigentlich geplant.
Nachdem wir von Bali etwas enttäuscht waren, fanden wir in Thailand eine gute
Infrastruktur, paradiesische Strände und Orte, an denen wir die Zeit anhalten wollten.
Gepaart mit Ursprünglichkeit, wie zum Beispiel den super leckere Garküchen, bei denen
man noch auf Plastikstühlen sitzt, passt Thailand sehr gut zu unserem Reisestil.

Wir mögen es auch längere Zeit an einem Ort zu bleiben. Auch mal irgendwo anzukommen.

Wir haben ja kein Zeitplan, wir brauchen also nicht von einem zum anderen Ort hetzen.
Nachdem wir viel Besuch hatten, ging es jetzt erstmal für 3 Wochen nach Kuala Lumpur.
Hier wollen wir wieder etwas Tempo rausnehmen, das Erlebte in Blogbeiträge verpacken
und Zeit für uns bzw. unsere Projekte haben.
Am 03.06. geht es für uns weiter nach Hong Kong. Ein Kumpel hat sehr über die Stadt
geschwärmt, da haben wir uns einfach die passenden Flüge gebucht und schauen uns
dort zwei Wochen lang um. Danach geht es nach Vietnam – wir vermissen das Meer und
die Strände. Auch haben wir richtig Bock auf dieses Land. Gegen Ende des Jahres
werden wir ein paar Wochen durch Südafrika reisen. Ach ja und ein weiteres Flug-
Schnäppchen flatterte noch ins Haus – im November geht es dann nach Mauritius.

Was macht ihr, wenn ihr irgendwann wieder zurück kommt und wo wollt ihr dann
leben?

Die Frage hört sich nach einem Leben „danach“ an. Aber ich glaube wer einmal diesen
Lebensstil genossen hat, kann man nicht einfach wieder nach Deutschland gehen.
Zumindest ist für uns ein „klassisches“ Leben mit dauerhaftem Aufenthalt in Deutschland
nicht mehr denkbar. Ich meine, mir wird es schwer fallen das morgendliche Surfen, den
erfrischenden Pool, die freie Zeiteinteilung und so vieles mehr gegen einen deutschen
Alltag einzutauschen.
Wie es aussieht, werden wir immer mal wieder zu unseren Familien reisen und dort
vielleicht auch mal einen Sommer verbringen. Spätestens wenn das Schmuddelwetter
einsetzt, werden wir wohl wieder aufbrechen. Vielleicht bleiben wir dann an einem anderen
zauberhaften Ort hängen. Wir wissen es nicht, mal schauen was die Zukunft bringt.

Ich bin ja ein absoluter Kopfmensch was auswandern und all das angeht. Was fehlt
mir um so eine Reise zu machen?

Vermutlich die Fähigkeit den Kopf und somit auch die kritischen Stimmen abzustellen…
Entweder du wartest bis dein Fernweh größer wird als deine Ängste, oder du setzt dich mit
deinen Ängsten auseinander und versuchst diese zu verringern.
Was wäre denn das
Worst-Case-Szenario? Wäre es wirklich so furchtbar schlimm wenn dieser eintretenMontagspost_Weltreise_Kunst
würde? Warum wäre es so schlimm? Wäre es schlimm für dich persönlich oder weil
andere Leute es als ein Scheitern ansehen würden? Was denkst du, wie wahrscheinlich ist
der Eintritt des Worst-Case-Szenarios? Und was kannst du tun damit es eben nicht
passiert?

Eine der wichtigsten Fragen ist aber: „Was hast du zu verlieren?‘

Alles ist ersetzbar – die
Wohnung, der Job, das Auto, die Uhr, die Klamotten und der neue TV. Was aber nicht
ersetzbar ist, ist unsere Zeit! Wir sollten sie viel intensiver nutzen und sie mit mehr tollen
Inhalten und ganz vielen Farben füllen. Am Ende bereuen wir nämlich nur das, was wir nie
gewagt haben.

Eure Kreditkarte wurde in Bangkok geknackt und mit 500€ belastet. War das das
schlimmste Erlebnis auf eurer Reise bisher?

Bisher wurden wir glücklicherweise von schlimmen Ereignissen nahezu verschont. Die
Sache mit dem Kreditkartenbetrug war tatsächlich bisher der größte Schock. Es hat uns
auch etwas die Lust am Reisen genommen.

Es fühlte sich anfangs an wie nach einem Einbruch.

Wir fühlten uns ganz plötzlich nicht mehr sicher und auch nicht wohl in unserer
Haut. Man ist wütend und auch ein stückweit hilflos. Man merkt, wie sehr man von der
Gutmütigkeit von fremden Menschen abhängig ist.

Wo soll euch der Blog noch hinführen?

Der Blog ist und bleibt unser kleines Tagebuch. Wir freuen uns über neue Leser und sind
gespannt, wie sich alles entwickelt. Wir haben aber keine klaren Ziele mit „unserem Baby“.
Irgendwann in zig Jahren werden wir durch all die Seiten scrollen, all die Bilder sehen, all
die Zeilen lesen und uns an dieses tolle Abenteuer zurück erinnern.
Wir wollen motivieren, inspirieren und zeigen, dass im Leben nicht immer alles nach Plan
laufen muss.

Hin und wieder lohnt es sich, auszubrechen und einfach loszulassen.

Nicht jeder muss und soll eine Weltreise machen, manchmal sind schon die kleinsten
Veränderungen im Leben wertvoll.
Viel zu viele Menschen gönnen sich nichts, nehmen sich keine Zeit für sich selbst und
vergessen sich zu sehr in ihrem Alltag. Dabei ist es so wichtig, sich ganz viel Zeit für sich
zu nehmen und Dinge zu tun, die einen erfüllen und glücklich machen. Und am Ende ist
das auch schon alles, was wir mit unserem „Blog“ in die Welt rufen wollen.

Ihr habt eine ganz tolle Aktion auf dem Blog. Man kann euch etwas spenden und
bekommt dafür eine Postkarte von euch. Ich habe es gewagt und freue mich schon auf eine Postkarte. Wie kamt ihr auf die Idee?Montagspost_Weltreise_Meer

Momentan sind wir mit unseren finanziellen Mitteln noch sehr begrenzt. Wir hoffen daher
noch auf etwas Unterstützung durch unsere Leser und Leserinnen. Nun fühlt es sich etwas
verkehrt an, unter Palmen zu liegen und um Spenden zu betteln. Daher kam uns die Idee
mit der Postkarte. Wer freut sich nicht über eine Karte aus dem Paradies? Auf diese Weise
schaffen wir es allen ein Lächeln auf die Backe zu zaubern! Wer uns also supportet mit
einer kleinen „Nettigkeit“ , dem schicken wir direkt eine persönliche Postkarte zu.

 

Wow, ich bin mehr als begeistert und danke euch soooooooo sehr. Ich beneide euch auch wenn ich natürlich immer ans worst Case Szenario denken würde. Mit einem Kleinkind ist es vielleicht auch nochmal eine andere Sache aber eigentlich habt ihr so recht. Was habe ich zu verlieren? Noch viel wichtiger ist doch für mich die Frage: Was kann ich alles dazu gewinnen?

Ich finde eure Geschichte unglaublich romantisch und habt ihr eigentlich schon mal über eine Verfilmung nachgedacht? Also ich würde es schauen. Ich freue mich auf eine Postkarte von euch und natürlich auf viele viele weitere Beiträge um mein Fernweh ein wenig zu verringern.

Jetzt frage ich euch, wäre das etwas, das ihr machen würdet? Mich kennt ihr ja, Kopfmensch, Schisserine und Gewohnheitstier aber steht ihr auf so ein Abenteuer?

Wir lesen uns in 2 Wochen wieder aber jetzt gibts noch ein bisschen Urlaubsfeeling.

Eure Glucke

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4 Comments

  • Reply Best of Montagspost 2016 ~ Glucke und So 26. Dezember 2016 at 9:41

    […] Was Marco & Bolle sich da erfüllt haben ist der Wahnsinn. Sie lernten sich kennen und gingen kurze Zeit danach auf Weltreise und seitdem sehe ich immer wieder fantastische Strände, unglaubliche Geschichten und tolle Bilder. […]

  • Reply Marco & Bolle 28. Juni 2016 at 10:07

    Vielen Dank für eure tollen Worte, das geht natürlich runter wie Öl 🙂
    Danke auch für das nette Interview!

  • Reply Michaela Linke 27. Juni 2016 at 9:30

    Ich lese den Blog schon ein Weilchen und mag in unglaublich gerne. Umso mehr freut es mich, daß er heute bei dir Dani in der Montagspost dabei ist. Ganz, ganz toller und interessanter Post!

    • Reply Dani 27. Juni 2016 at 13:28

      hi meine Liebe,
      ja ich mag die Zwei auch total gerne und finde es total spannend, was Sie da alles erleben und bin sehr beeindruckt von ihrer entspannten Einstellung.

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