Ich die Glucke

Wieso mein Kind ein Wunder für mich ist?

26. März 2016

Das Wunderbarste an den Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen.

Gilbert Keith Chesterton

Ich bin nun seit fast 32 Monaten Mama und kann nie aufhören zu lächeln wenn ich darüber nachdenke, was wir alles in dieser Zeit gemeinsam erlebt haben.

Mein kleiner Prinz ist nun schon ganz bald 3 Jahre alt und kein kleines Baby mehr. Er wird aber, wie klischeehaft, ich weiss, immer mein kleines Baby bleiben. Jeden Morgen wenn er mir ins Ohr flüstert „Mama, aufstehen?“ und sich an mich schmiegt, dann fühle ich dieses Glück. Diese unendliche Liebe zu ihm.schwanger Ende 7. Monat mit meinem Wunder Als ich schwanger war, bin ich gar nicht darüber fertig geworden, wie es funktioniert, dass ein kleiner Mensch in mir heranwächst. Das ich ihn ernähre und dafür sorge, dass er wachsen und gedeihen kann. Das ich bei jedem Spaziergang, ihn in den Schlaf schaukeln könnte und er bereits Geräusche und Schatten wahrnimmt.

Wie kann man da nicht an das wunderbarste Wunder dieser Erde denken?

Unser erstes Jahr war voll mit ersten Malen und vielen Tränen auf beiden Seiten. Genauso voll war auch jedes meiner Oberteile mit kleinen Milch-Kotzflecken. Das Spucktuch war wie ein Accessoire, auf das man nie wieder verzichten möchte und in die strahlenden blauen Augen dieses kleinen gar nicht so zerbrechlichen Kindes zu schauen, hat mir immer die Sonne zurückgeholt, egal wie weit weg Sie war. Egal wie müde und erschöpft ich war, ein Lächeln vom Prinzen und alles war wie hinter einer rosaroten Brille. Das 2. Jahr war bereits so routiniert, das wir uns viel mehr (zu)trauten. Prinz_1JahrKinder lernen so unglaublich schnell mit den unterschiedlichen Einflüssen ihres Umfeldes zurecht zu kommen. Sie sind so neugierig und wissbegierig und egal wie gesundheitlich angeschlagen sie sein mögen, Sie schaffen es teilweise bei 40 Grad Fieber ein kleines Tänzchen aufzuführen, kurz zu pupsen und man muss einfach nur so laut lachen und Tränen kullern mir jedes Mal die Wangen runter, weil ich ganz benommen bin von soviel Liebe, die ich für ihn empfinde.

Erst vor 2 Monaten ca. sagte der Prinz das erste Mal zu meinem Mann „ich hab Dich lieb Papa“. Ich war bei diesem Moment anwesend und freute mich riesig aber war auch ein klein wenig traurig, dass nicht ich in den Genuss, dieser schönen Liebeserklärung gekommen war. Die glitzernden Augen meines Mannes zu sehen machten mich aber unendlich dankbar, dass wir unsere kleine Familie haben und so genießen können, wie wir es auch tun.

Als der Prinz dann eine Woche später zu mir „Hab Dich lieb, Mama“ gesagt hat musste ich ihn durch die Luft wirbeln und natürlich ebenfalls ganz oft und sehr sanft dasselbe zu ihm sagen. Mein Kind muss nicht sagen, wie lieb es mich hat, aber es ist ein neuer Meilenstein auf seinem Weg, seine Gefühle nun auch verbal äussern zu können und das ganz bewusst zu machen.

„Hab Dich lieb, Mama.“

Wir sagen ihm jeden Abend, das wir ihn sehr lieb haben und immer für ihn da sind und nun solch eine zusätzliche Streicheleinheit von ihm zu bekommen, hat mir einige Male den Tag versüßt.

Prinz_neugierig_2Jahre und ein wunderbares WunderNun haben wir einen selbstbewussten kleinen Jungen in unserer Familie, der voller Vertrauen in sich und die Welt durch das Leben wandert und mich immer wieder aufs Neue begeistert und darin bestärkt unseren Weg, des Begleitens weiter zu gehen. Wir bestärken ihn jeden Tag, bewusst zu sagen, was er möchte oder nicht möchte und helfen ihm durch die, für alle sehr aufregende Zeit, der Autonomiephase.

Wut gehört nun zu unserer gemeinsamen Zeit genauso wie Liebe und ich gebe zu, dass es nicht immer einfach für mich ist, damit ganz unemotional umzugehen aber meine Arme sind immer ausgebreitet und meine Schulter hat immer Platz für viele kleine Kullertränchen, die sich durch neue Erfahrungen und Eindrücke bilden und ebenso ihre Reise gehen müssen wie ein Lachfältchen in meinem Gesicht. Mit jedem neuen Lebensmonat mit meinem Prinzen, habe ich gefühlt auch eine neue Falte in meinem Gesicht dazu gewonnen.

Sorgen und Ängste verschwinden ja nicht, nur weil man glücklich durchs Leben streift. Die Welt da draußen verändert sich zu schnell um sich immer angemessen anzupassen und für ein Kind ist alles nochmal viel erschlagender als für uns Erwachsene. Themen wie eine Junge kann sich ruhig raufen und Mädchen kratzen eben, sowie Schimpfwörter in Hülle und Fülle haben meine vollste Aufmerksamkeit. Der Prinz wird immer größer und fragt nach dem Sinn einer Erbse und ich ringe nach Antworten, da ich Sie gar nicht alle kenne. 

Die Autonomiephase bringt uns alle an Grenzen

Auch ich entwickle mich weiter und auch zurück. Ich versuche wie ein Kind die Welt zu sehen und zu fühlen, um Antworten zu finden, die ich so nie bekommen könnte. So oft hat man ein Erwachsenenbrett vorm Kopf anstatt die Dinge ganz simpel und doch so unglaublich einfallsreich zu betrachten.

Der Prinz zeigt uns seine Welt und wir begeben uns voller Spass und Enthusiasmus in seine Arme und lassen uns führen. Es ist schön, die Kontrolle auch mal abzugeben und in der freien Natur, beim freien Spiel entstehen dadurch so oft Aha-Momente und unvergessene Erinnerungen, von denen wir noch Monate erzählen und zehren können.

Über 2,5 Jahre bin ich nun Mama und wer sagt, dass das keine Achterbahn der Emotionen ist, der hat die Vielfalt eines Kindes und der Beziehung zu diesem wohl nicht richtig erkannt. Wo wird mich unser Weg noch hinführen? Wird der Prinz so glücklich und unbeschwert bleiben, wie wir es ihm jetzt versuchen zu ermöglichen?

Werden wir immer so viel Vertrauen, wie jetzt  in ihn haben oder erfasst uns irgendwann der Strom von Ungewissem?

Wir können es nicht wissen. Genau so wenig wussten wir, wie es wirklich ist ein Kind zu haben und doch können wir mit gutem Gewissen sagen, das es einfach das wunderbarste Wunder auf Erden ist.

Kinder sind genau das für mich. WUNDER, wunderbare Wunder.

Was sind Kinder für euch? Wie geht ihr mit der Autonomiephase um und wie waren eure Kids mit 2,5 Jahren?

Eure Glucke

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5 Comments

  • Reply Sabrina Boos 26. März 2016 at 19:17

    Eine schöne Liebeserklärung an deinen Sohn

  • Reply Tina 26. März 2016 at 17:10

    Autonomiephase, oh ja … ich halt mich da immer an die Engländer und nennen sie die „Terrible-2’s“. Mein Großer ist jetzt 4,5 und ist da schon lang raus. Er ist ein sehr ausgeglichenes Kind. Bei der kleinen Mistmatz (wird im Mai 3) sieht das anders aus. Die bringt uns echt an die Grenzen. Sie ist wirklich sehr eigenwillig und launisch. Dabei aber auch noch sehr mama-fixiert. Der Große hat häufig unter ihren Eifersüchteleien zu leiden. Er kommt selten zum Kuscheln, aber tut er es doch einmal, dann riecht sie das schon aus 20 Metern Entfernung, kommt angedampft und schiebt und zerrt ihn weg von mir. „Meine Mama!“ ruft sie dabei. Und er steht dann immer ganz bedröppelt da und meint oft: „Aber das ist doch auch meine Mama!“ oder „Aber wir sind doch eine Familie!“. Das tut echt weh. Der Papa darf auch immer gar nichts, solange ich eine Alternative darstelle. Dabei hat er immer auf ein Papa-Mädchen gehofft.
    Nichtsdestotrotz lieben wir sie! Auch der große Bruder hat seine kleine zickige Schwester sehr lieb. Sie hat ja ihre niedlichen Phasen, aber die muss man sich im Kalender anstreichen. 😉
    Lieber Gruß
    Tina

  • Reply Barbara 26. März 2016 at 13:36

    In der dritten Autonomiephase beim Räuber, unserem dritten Sohn, waren und sind wir sehr gelassen, grinsen uns einfach an und gehrn den Weg mit ihm, er erptobt sich und wir lassen es zu, wir lassen es viel mehr zu als bei seinen Brüdern, denn auch wir sind als Eltern gewachsen. Obwohl er in vielem unsrrem Großen gleicht, merken wir, dass er durch unsere Gelassenheit viel Gelassenheit gewinnt.

    • Reply Daniib3005 26. März 2016 at 19:44

      ja das glaube ich auch, dass man mit Gelassenheit das Meiste erreicht und euer 3. hat dadurch natürlich viele Vorteile.
      Liebe Grüße

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