Ich die Glucke

Wenn ich das alles vorher gewusst hätte…

29. Dezember 2015

Wenn ich das vor dem 1. Kind gewusst hätte, dann…

…. dann hätte ich gewusst, wieviel Liebe man für einen anderen Menschen empfinden kann.

….dann hätte ich gewusst, wieviel Angst man wirklich um einen anderen Menschen haben kann.

….dann hätte ich gewusst, dass Mama werden und sein für mich erfüllend ist.Liebe

Sooooo, das sind meine ersten Gedanken zu der Blogparade von Rubbelbatz. 

Dafür werde ich mich weder schämen, noch werde ich mich nicht trauen, das so oft und so gerne wie möglich zu sagen. Ihr kennt mich, ich bin ehrlich und immer für die Wahrheit.

Seit Tagen, wird eine neue Sau durchs Netz getrieben. Wie so oft, kann ich dann nicht an mir halten und muss meinen Senf schlussendlich doch dazu abgeben.

Ich gebe zu, dass Thema dieser Blogparade ist spannend und doch haben es einige wieder dafür genutzt, ihre für mich sehr einseitige Sichtweise auf die Elternschaft zu propandagieren. Aber immer mit der Aussage, das Sie einfach nur ehrlich sind.

Für mich gehört aber zur Ehrlichkeit auch dazu, alle Nuancen der Elternschaft zu beschreiben. Da haben schon vor Monaten, einige Eltern offen kundgetan, dass Sie ihre Elternschaft bereuen. Puhhhh, das ist für mich wirklich harter Tobak und ich hoffe für die Kinder, dass Sie es nie zu spüren und nie zu hören bekommen.

Ich kann das nicht verstehen, seine Elternschaft zu bereuen, besonders  wenn man nach Kind 1 dann trotzdem nochmal nachlegt und Kind 2 und Kind 3 bekommt. Aber ich muss nicht alles verstehen und auch nicht alles gutheißen.

Wie ich bereits schon mal schrieb, bleibe ich dabei, dass ich mich nicht mit Menschen umgeben muss, die völlig andere Erziehungsmethoden und Vorstellungen haben. Somit umgehe ich Verurteilungen und Konflikten. 

Wenn ich das alles vor meinem ersten Kind gewusst hätte, was auf mich zukommt dann hätte ich trotzdem meinen Prinzen bekommen, denn die Erfahrungen, die ich als Mutter und Mensch gemacht habe, wären gleich gewesen. Ich wäre nicht besser oder schlechter damit umgegangen. 

Ich jammere auch und das sehr oft. Mein Leben bietet jede Menge Gründe zum Jammern. Jammern ist so ein Gefühlszentrumsreinigungsprogramm. Ich bin der Typ zum Jammern aber das ist mein Ding und das meines Mannes und meines Umfeldes aber selten das, meines Kindes.

Klar, ich hab schon viele Male vor dem Prinzen geweint und ihm dann auch erklärt, dass ich traurig bin. Ich meine Kinder sind keine Roboter. Ich kann und will ihn nicht vor allem beschützen. Tränen gehören genauso wie Lachfalten zum Leben dazu. 

Viele Artikel, die in den letzten Tagen geschrieben wurden, zeigen nur wieder deutlich, wie unterschiedlich Mütter ihre eigene Rolle betrachten. Die einen kommen locker flockig mit wenig Schlaf aus. (So wie ich auch) Sie hatten dann aber auch vielleicht einfach einen guten Tag oder Glück mit ihrem pflegeleichten Kind. Oder Sie sind einfach stressresistenter als andere. Jeder Mensch ist anders und ich weiß nicht wieso das immer alle bestätigen und doch wollen dann wieder alle schonungslos ehrlich sein und mal die einzige Wahrheit erzählen und jedem kinderlosen Paar, was seit 3 Jahren versucht ihre Liebe durch ein Kind zu krönen,  zeigen wie ätzend das Elternsein ist. 

Ich meine Hallo, geht’s eigentlich noch. Ihr erhebt euch über die Mütter, die es leichter haben, die es leichter nehmen und die vielleicht auch ein Stück weit, die Elternschaft leben, die ihr gerne hättet, seid aber die ersten, die im Netz total einseitig davon berichten wie schrecklich alles ist.

Ist es eigentlich als Elternblogger nur erlaubt, die schrecklichen Dinge zu erzählen, da nur das die Wahrheit ist?

Ich glaube kaum, viel mehr gehört doch wohl eine Ausgewogenheit dazu. Denn so ist das Leben. Es ist eine Achterbahn. Es geht hoch und die Vorfreude auf das was kommt ist soooooo groß, dass sich die Gedankenwelt überschlägt. Dann oben angekommen geht’s im Zeitraffer nach unten und alles geht  soooo schnell, dass einem übel wird und Zweifel einen fast um den Verstand bringen.

Die körperlichen und seelischen Veränderungen der Elternschaft sind unbeschreiblich und doch sind Sie bei jedem anders also lassen wir doch auch jeden Sie so beschreiben wie Sie sind, ohne zu verurteilen. Ohne zu sagen, das ist die reine Wahrheit. Ohne zu propandagieren, dass man die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und wenn man es jetzt anders empfindet, dann ist man eine Mütterhasserin.

Ich verurteile eine einzige Sache. Wenn man aufgrund seiner Gefühle oder Veränderungen seinem Kind körperlichen oder seelischen Schmerz zufügt und ihn oder sie dafür verantwortlich macht, das das eigene Leben nicht das ist, was man wollte. Das verurteile ich und dazu stehe ich auch.

Denn unsere Kinder, sind jawohl die allerletzten, die sich ihr Leben ausgesucht haben. Wir haben Sie gemacht und formen Sie zu großen Teilen. Es ist unsere Aufgabe, Sie durch das Leben zu begleiten und das so gut wir können. Dazu gehören leider Tragödien aber auch viele Herzmomente.

Glück und Zufriedenheit darf man genauso zeigen wie schlechte Laune und eine Depression. Wirklich alle sollten mal von ihrem Mütterross runterkommen und sich mit sich selbst beschäftigen und wo wir ja schon alle schonungslos ehrlich sind:

Wenn ich das alles vor meinem 1. Kind gewusst hätte, dann hätte ich mich gefreut, denn dann hätte ich gewusst, dass ich ohne irgendwas zu wissen, es gut gemacht hätte.

Eure Glucke

 

 

You Might Also Like

6 Comments

  • Reply Klaudia bloggt... 1. Januar 2016 at 23:04

    Nachdem ich ja mit meiner „einseitigen“ und „rosaroten“ Meinung der lieben frühlingskindermama anscheinend gehörig auf den Schlips getreten bin, habe ich lange überlegt auf ihren Beitrag nochmal einen zu schreiben – du triffst es aber sehr gut auf den Punkt: Geht es uns wirklich darum unbedingt und auf Biegen und Brechen das Horrorbild vom Mamasein malen zu müssen? Warum scheint man sich in die Schußlinie zu bewegen, wenn man einfach mal schreibt, wie es bei einem selber ist und wird ermahnt bloß seinen kinderlosen Freunden auch noch von den schlimmeren Erfahrungen anderer zu berichten? Ich finde jede Meinung ist es wert angehört zu werden, aber ich habe im ersten Moment als ich den Beitrag von frühlingskindermama gelesen habe schon zunächst gedacht: Was habe ihr getan? So sind sie die Mamas auf der Welt – Leben und leben lassen wird zwar von vielen propagiert, aber von den wenigsten gelebt. Ich finde deinen Beitrag gut uns folge dir gerne 🙂

    • Reply Glucke 2. Januar 2016 at 13:04

      Ich finde die Meinung der Frühlingskindermama sehr einseitig. Es gibt immer zwei Seiten der Elternschaft. Ich weiß nicht wieso das alles so eskaliert wenn man schreibt wie gerne man Mama ist, irgendwie ist in der Welt nur erlaubt zu schimpfen und das Schlimme zu sagen, zu zeigen oder zu schreiben.
      Naja vielen Dank für dein Kommentar und ein frohes neues Jahr noch.

  • Reply Das große Jammern – was für eine Mutter bin ich, wenn ich mich beschwere? | ÖkoHippieRabenmütter 30. Dezember 2015 at 11:37

    […] dass Eltern sich beschweren dürfen, auf Von guten Eltern, dass sie es sogar sollen, aber auch auf Glucke und so, dass wir alle doch mal die Kirche im Dorf lassen […]

  • Reply SingleinderGrossstadt 30. Dezember 2015 at 0:39

    Sich selber als Glucke zu bezeichnen ist schon mutig, für mich wäre das eine Beleidigung. Ich kann jede Mama verstehen, wenn sie sagt, Kinder sind schrecklich … und es sind mir die lieberen Mamas, Glucken sind für mich die schlimmsten, sie sind das Pendant zur Rabenmutter und Extreme sind nie gut. Kinder trennen und stellen eine Partnerschaft auf eine harte Probe. Und spätestens wenn man einen TeeNager hat, wünscht man sich das Kind auf den Mond oder noch weiter. Vom Jammern halte ich nicht viel, es ist wie es ist und man macht das Beste daraus, dann kann es auch nur gut werden. Die Traurigkeit gehört zum Leben dazu, wie die Freude, sehr schöner Film Psychologie für Kinder Disneys – Alles steht Kopf. Ich liebe mein Pubertier, aber manchmal denke ich schon an Raketen. Von der Glucke bin ich zum Glück Lichtjahre entfernt, denn Erfahrungen kann man nicht implantieren, die muss jeder selber machen. Deswegen lasse ich sie Fallen, fange sie nicht auf und irgendwann lernt sie es von ganz alleine. Und jetzt zum Schluss einen Satz, der in der Psychologie verwendet wird – Eine gute Mutter denkt immer zuerst an sich selbst.

    • Reply Glucke 30. Dezember 2015 at 9:13

      Danke für deinen Kommentar. Bitte verzeih aber ich werde nicht näher darauf eingehen.

  • Reply Rubbelmama 29. Dezember 2015 at 16:31

    Danke, Dani, für diesen Beitrag.

    Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen. Zum Glück lesen aber die wenigsten nur eine Meinung zu solchen Themen und viele einseitige Meinungen ergeben am Ende auch ein vielseitiges Bild 🙂

  • Leave a Reply

    %d Bloggern gefällt das:

    Diese Website benutzen Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. mehr Infos

    The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

    Close