Ich die Glucke

Wieso das Leben nur aus Phasen besteht?

21. Juni 2016

LiebeGuten Morgen ihr Lieben,

ich genieße die letzten Tage im sonnigen Süden. Ich hatte in letzter Zeit, ein paar Mal die Gelegenheit und auch Muße, wieder Bücher zu lesen.

Ganz oben auf meiner Liste war „Geborgen Wachsen“ von meiner wunderbaren Kollegin Susanne Mierau vom gleichnamigen Blog Geborgen Wachsen. Sie schickte mir eine Ausgabe ihres 1. Buches, um mir eine Freude zu machen und das hat Sie getan.

Seit einigen Wochen schon beobachte ich den Prinzen ganz intensiv und stelle fest, wie groß er doch schon geworden ist. Wir unterhalten uns, kuscheln sehr bewusst und diskutieren auch sehr bewusst. Er ist stark, eigen und sehr selbstbestimmt und immer wenn ich ihn so sehe, denke ich an Susannes Blog und an das Gewünschteste Wunschkind aller Zeiten.

Beide Blogs haben mich durch sämtliche Phasen meiner Schwangerschaft und Mutterschaft begleitet und beide haben ein Buch geschrieben.

Phasen_Rezension_Geborgen_WachsenDas Buch von Susanne fühlt sich schon unglaublich schön an. Es klingt vielleicht verrückt aber für mich muss ein Buch sich gut anfühlen und das Papier, die Farben und die Schrift muss mich ansprechen. Susannes Buch ist sehr schlicht aber toll strukturiert und einfach schon einladend.

Wer Susanne und ihren Blog nicht kennen sollte, dem kann ich sagen, das ihr das ändern solltet. Hätte ich dieses Buch vor 3 Jahren bereits in meinen Händen gehalten, dann hätte ich vielleicht nicht unbedingt anders gehandelt aber mich viel besser gefühlt.

„Geborgen Wachsen“ handelt von Bindung und der bindungsorientierten Begleitung seines Kindes. Im Buch wird sehr schön und verständlich die Bindungstheorie erklärt. Für mich der Beginn für ein Leben mit einem Kind.

Was ist Bindung und wer bindet sich wie an jemanden? Ich habe den Prinzen auf sehr medizinische Art und Weise auf die Welt gebracht. Als ich aber seine Stimme hörte und ihn sah und auch sofort spüren durfte, da sind wir beide zu Schritt 2 übergegangen.

Vorher haben wir uns ganz zart angenähert. Wir spürten den Schluckauf des Anderen. Der Prinz spürte meine Tränen, wenn ich traurig war oder wenn ich vor Glück weinte. Er spürte meine Sorge um ihn und um mich. Ich spürte seine kleinen Finger und seinen Kopf in meinem Bauch.

Wir hatten fast 40 Wochen Blind Dates und als er endlich das Licht der Welt erblickte, wagten wir ein neues Abenteuer.

Unsere 1. Zeit war sehr schwierig und hier hätte es mir geholfen, bereits zu wissen, dass mein Innerstes ganz richtig denkt und fühlt aber die Außenwelt und die Zweifel haben mich so oft in Versuchung geführt, etwas anders zu machen. Auch meine innere Zerrissenheit hat das zarte Band zwischen dem Prinzen und mir strapaziert.

Geborgen Wachsen nimmt Dich an die Hand ohne Dir ein Handbuch sein zu wollen.

Es begleitet Dich durch alle Phasen einer Elternschaft ab dem Moment des positiven Schwangerschaftstests. Es ist wie eine beste Freundin oder die Hebamme, die ich nicht hatte.

Ich mag Bücher vom Fach, die mit einer liebevollen Stimme meine Zweifel zerstreuen ohne mir zu sagen, Du musst und wehe nicht. Susanne geht ihren Weg mit ihrer Familie und hat natürlich viele Erfahrungen gesammelt aber Sie gibt Sie weiter und lässt viel Spielraum, um den eigenen Weg zu finden und auch zu behalten.

Immer wieder sagen mir Menschen:

  1. Was der Prinz hat noch seine Windel?
  2. Was er nimmt noch seinen Schnuller?
  3. Wie bitte, du schläfst noch bei ihm im Bett?
  4. Was sagt man? Bitte und Danke…

Ich denke mir dann immer im ersten Moment, ok. vielleicht haben Sie recht aber dann schon beim 2. Moment denke ich mir, ja genau mein Prinz macht all das, da er selbstbestimmt ist. Wir begleiten uns gegenseitig durch unser Leben. Ich bin davon überzeugt, das Kinder sehr sehr schlaue Menschen sind und wir Ihnen durchaus auf Augenhöhe begegnen können. Der Prinz nimmt seit einiger Zeit kaum mehr seinen Schnuller aka Suno. Er hat seine Milchflasche abgeschafft und ich schlafe inzwischen nur noch stundenweise bei ihm. Er sagt völlig freiwillig Bitte und Danke, denn mein Kind muss das nicht sagen. Er ist ja kein dressierter Hund und auch nicht unhöflich aber ich werde ihm nichts antrainieren.

Der Prinz zieht sich selbst an und ist einfach irgendwie ganz von alleine ein wenig erwachsener geworden. All das zeigt mir, wie richtig dieser, MEIN Weg ist und wie gut es ist, dass ich mich für ihn entschieden habe und wie gut es ist, dass es Blogs wie die von Susanne gibt, die einen ermutigen.

Ich brauche auch keine Bücher und 100 Texte, um meinen Weg zu finden aber es ist durchaus sinnvoll, wenn man recht alleine mit seinen Gefühlen und Gedanken ist, dass man auf etwas zurückgreifen kann, das einem gut vorkommt. Das einen stützt und positiv anspricht.

Denn wie Susanne so schön sagt, „glückliche Eltern haben glückliche Kinder“ und genau so ist es.

Das Leben besteht schon immer nur aus Phasen.

Wir haben die Kleinkindphase inkl. Autonomiephase, die Vorpubertät, die Pubertät. Das Teenagerdasein u.s.w. und jede Phase ist wichtig, denn danach ist man reifer und weiser und schlauer und gewappnet um die nächste zu überstehen.

Ich weiss, im Moment, in dem man in der Phase steckt, ist man ab und an am verzweifeln aber es geht vorbei und alle wachsen daran.

Alle wachsen geborgen und ich gebe euch einen Rat: Kauft euch das Buch Geborgen Wachsen, es begleitet euch für viele Jahre.

Tolle Rezensionen zum Buch findet ihr übrigens auch hier:

Frühes Vogerl

Familieberlin

A Bullerbü Life

Bücher ohne Ende

Habt ihr es schon gelesen? Wir empfindet ihr die Phasen? Findet ihr auch, dass alles so schnell geht?

Habt eine schöne Woche.

Eure Glucke

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8 Comments

  • Reply Der Nein-Sager ~ Glucke und So 17. November 2017 at 18:41

    […] versuche einfach genau so entspannt zu sein, wie bei allen anderen PHASEN. Das Nein, in Hülle und Fülle wird vorübergehen und andere Wörter werden folgen. Obwohl ich […]

  • Reply Von der Schwangerschaft bis zum Kleinkindalter mit Geborgen Wachsen-Rezension ~ Glucke und So 29. September 2017 at 19:19

    […] Meine Rezension zu Geborgen Wachsen […]

  • Reply Wir bauen ein Hochbeet-#WiB 25.-26.02.2017 ~ Glucke und So 26. Februar 2017 at 17:58

    […] kennenlernen. Sie war heute der Star des Merlins und las aus ihrem Buch Geborgen Wachsen vor(das ich natürlich schon für euch rezensiert habe) und beantwortete Fragen der anwesenden […]

  • Reply Max Blum 27. Juni 2016 at 7:47

    Hallo Dani, ich finde es einerseits mutig und zu respektieren dass du dich selbst als eine Glucke bezeichnest. Ich glaube aber, diese Eigenschaft sollte eine Mutter nur Kleinkindern gegenüber entfalten und dann aber anfangen, Schritt für Schritt damit zu beginnen, loszulassen. Sonst wird der Bruch hin zur Realtiät für das Kind zu groß und es besteht eine Gefahr, dass sich das Kind, wenn es erwachsen wird, nicht gut zurechtfinden kann im Leben. Dem Leben, das dann ja nicht mehr die Mutter zum Zentrum hat. Darauf sollte man schon achten, denn es würde dem Selbstbewusstein schaden wenn das Kind merkt, auch als Erwachsener nicht mit beiden Beinen im Leben zu stehen und ständig von der Mutter abhängig zu sein. Andererseits denke ich, dass viele Eltern die über Helikoptereltern lästern, das als Ausrede nutzen um sich selbst nicht so intensiv mit dem Kind beschäftigen zu müssen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es dem Selbstbewusstsein des Kindes genauso schaden kann, wenn es von den Eltern alleingelassen wird. Es fühlt sich dann sehr schnell nicht nur frustriert, sondern auch ignoriert und bekommt Probleme einzuschätzen, ob das was es tut, gut oder richtig ist. Zu viel Selbstständigkeit in jungen Jahren kann also auch schädigend sein. Von daher, liegt die beste Erziehung wohl in der goldenen Mitte. Wobei man seinem Kind nicht nur Sorgen und Angst, sondern vor allem Lebensmut vermitteln sollte. Denn ohne Mut wird nichts anders und nichts besser werden!

    • Reply Dani 27. Juni 2016 at 13:32

      Hallo Maximilian,
      willkommen auf meinem Blog.
      Also unter Glucke sehe ich ja persönlich nichts negatives und sein Kind behüten macht man für den Rest seines Lebens. Ich unterscheide zwischen „glucken“ und dem Kind Selbstbewusstsein geben. Mein kleiner Prinz wird 3 und hat jetzt schon sehr viel Selbstbewusstsein. Ich bin für selbstbestimmtes Aufwachsen. ich beschütze ihn vor Gefahren und es mag wirklich sein, dass es manchmal zu viel ist aber er sagt mir das klipp und klar, denn auch dazu ermutige ich ihn, alles zu sagen was ihm gefällt oder nicht gefällt. Die goldene Mitte hätten alle gerne, ich denke es gibt sie nicht, ich denke aber auch es gibt kein wirkliches Richtig oder Falsch.
      Helikoptereltern gibt es für mich übrigens auch nicht- ich mag dieses Schubladendenken überhaupt nicht. Ich meine wenn wir über unseren Babys nicht alle kreisen würden-würden Sie z.B. verhungern. Also man kann verschiedene Perspektiven daraus machen.
      Bist du Pädagoge oder Psychologe?
      Liebe Grüße
      Dani

      • Reply Max 27. Juni 2016 at 16:11

        Hallo Dani
        Weder Noch. Ich hatte einfach nur in der KKH-Zeitung Deinen Beitrag zu dem Thema gelesen und hatte spontan Lust, dazu etwas zu schreiben. Beruflich bin ich Biochemiker 🙂 Es gibt vielleicht auch einen Unterschied zwischen glucken und ge/verbieten. In Deinem Fall legst du offenbar Wert darauf, sehr für das Kind da zu sein, ohne ihm aber alle Entscheidungen abzunehmen. Das ist vielleicht ein guter Weg. Meine Mutter wuchs ebenfalls sehr behütet auf, allerdings wurde ihr alles was sie tun durfte, bis ins letzte Detail vorgeschrieben, sie hatte beispielsweise über jeden Pfennig den sie als Taschengeld ausgab, Kassenbuch zu führen und dieses jede Woche den Eltern vorzulegen. Und es gab ein paar auf den Hintern, wenn da etwas falsch gerechnet war oder eine Auagabe vermerkt war, die meinem Großpapa nicht gefiel. Das ist dann sicherlich eine sehr negative Variante des „Kind behütensu und beschützens“. Meine Mutter erzog ihren Sohn – frustriert von diesem Kontrollwahn – also ganz selbstbestimmt. Ich wurde nicht beobachtet, bewertet, kontrolliert. So hatte ich viele Freiheiten, aber ich litt auch unter den bereits erwähnten Problemen. Dass ich mich teilweise ignoriert fühlte, den Eindruck hatte dass alles wertlos ist was ich tat, weil die Eltern sich dafür nicht interessierten, ja nicht einmal wahrnahmen was ich überhaupt tat. Und wenn ich als 1. Klässler kein Frühstücksbrot in der Schule hatte, meinte meien Mutter nur „er muss selbst entscheiden ob er was essen will oder nicht. Und offensichtlich hat er sich zuhause kein Brot für die Schule geschmiert…“ Sie wäre nie auf den Gedanken gekommen, mir ein Schulbrot zurechtzumachen…. Ich bin zwar dankenswerter weise ein sehr selbstständig lebender Mensch geworden, aber ein gesundes Selbstbewusstein aufzubauen, fiel mir lange Zeit ziemlich schwer und ich hatte auch gewisse Umgangsstörungen mit anderen Menschen. Da ich nun Vater bin, erscheint mir daher der Weg irgendwo dazwischen am besten. Der vielleicht gar nicht so weit entfernt von Deiner Sichtweise ist 🙂

        • Reply Dani 27. Juni 2016 at 17:14

          Hi Max, ja die Erziehung der Generation vor uns hat viel in unserer kaputt gemacht. Es tut mir sehr leid, dass du eigentlich doch sehr darunter leiden musstest, so ungeachtet aufzuwachsen. Die Umgangsstörungen von denen Du sprichst, die habe ich heute auch noch und mein Umgang mit meinem Sohn ist natürlich auch von meiner Kindheit geprägt. Es fällt mir noch immer schwer die Balance zu halten. Ein Kind beim Aufwachsen zu helfen ist sehr schwer, da wir alle „vorbelastet“ sind. Es ist aber sehr außergewöhnlich von einem Papa so reflektiert über Beziehung zum Kind schreiben zu sehen. Witzig ist, dass ich mein Interview noch gar nicht gesehen habe- die Autoren sind immer die letzten.

          • Max 28. Juni 2016 at 1:15

            …aber du weißt ja sicherlich in etwa, was Du geschrieben hattest 🙂 Tja wieso viele Männer sich schwer tun über so etwas offen zu sprechen ist mir auch nicht so ganz klar, aber ich kenne auch Frauen die dahingehend sehr verschlossen sind. Dabei kann doch niemand leugnen, mal ein kleiner, von den Eltern abhängiger Mensch gewesen zu sein. Das war doch jeder mal, ich verstehe gar nicht was es da zu verheimlichen gibt ^^ Vielleicht, weil es mehr von der eigenen Identität offenbart als vielen lieb ist…
            Ja dann viel Erfolg beim weiteren Finden der richtigen Balance mit dem Kind 🙂 Viele Grüße

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