Montagspost

eine kühle Brise und ein buntes Potpourri

31. August 2015
Screenshot Küstenkidsunterwegs Das erste Mal Baden

Bildrechte: Küstenkidsunterwegs

Hallo meine Lieben,

könnt ihr das Meer riechen? Ich schon. Es gibt wenige Orte, an denen ich mich so zu Hause fühle wie am Meer. Welch ein Zufall, dass ich dann die liebe Küstenmami kennenlernen durfte. Über die Aktion 20 Tatsachen über kamen wir in Kontakt und da wir da schon total voll sind, fragte ich Sie ob Sie nicht Lust hat bei meiner Montagspost vorbeizuschauen, da ihr Blog ein tolles Potpourri ist. Ja und so schnell gehts.
Heute gibt es einen Gastartikel, der ihr sehr am Herzen liegt. Deswegen bin ich jetzt still und wünsche euch gute Unterhaltung.

 

Hallo Zusammen,

erst einmal möchte ich mich ganz herzlich bei Dani für die Möglichkeit bedanken, hier in der Montagspost einen Gastbeitrag zu veröffentlichen! Das Thema dieses Beitrags liegt mir wirklich am Herzen, und ich bin gespannt, was Ihr davon haltet.

Meinen Blog Küstenkidsunterwegs gibt es jetzt schon ein gutes halbes Jahr, und er macht mir riesig Spaß. Ich habe ihn ursprünglich begonnen, um unsere Ausflugstipps zu posten – einfach, damit nicht jede Familie das Rad neu erfinden und am Wochenende lange nach Ausflugszielen suchen muss. Darauf liegt immer noch ein Schwerpunkt; es sind jedoch auch viele andere Themen hinzu gekommen: Alles rund um die Schwangerschaft und das Leben mit unseren beiden Küstenkindern, Spiel & Spaß, Ernährung, Kinderbücher, Geschenkideen, Rezepte, DIY, Gesundheit – kurz: Alles, was das MamiLeben wunderschön, kunterbunt und herausfordernd macht.

Allerdings ist dieses Leben nicht immer nur einfach oder sorgenfrei; und wenn mich etwas besonders berührt, beunruhigt oder gar belastet, dann muss ich drüber schreiben. So auch diesmal – aber lest selbst!

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Bildrechte: Küstenkidsunterwegs

Nicht im Plan

Wie gesagt, dieses Thema liegt mir schon lange am Herzen, nein, auf der Seele. Genauer gesagt, seit meiner eigenen Kindheit, und umso mehr jetzt, wo ich selber Mami bin. Denn jetzt betrifft es nicht nur mich, sondern auch die wichtigsten Menschen in meinem Leben: Meine Kinder.

Mit Plänen ist das ja so eine Sache. Das weiß eigentlich jeder – nicht umsonst gibt es Sprichwörter wie „Life is what happens while you’re busy making other plans“ oder „Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt“. Aber fast niemand handelt danach. Ebenso ist es ein Allgemeinplatz, dass man Pläne nicht über Menschen stellen sollte – doch fast niemand setzt das um. Im Gegenteil: Unausgesprochen wird erwartet, dass man sich in die Pläne anderer einzufügen habe wie ein Tetris-Stein im gleichnamigen Spiel. Nur leider gehöre ich nicht immer zu den Menschen, die so funktionieren, wie man*frau*Mami es sollte.

Sprich: Ich bin nicht im Plan.

Das soll jetzt nicht heißen, dass ich total unangepasst, oder gar „anti“ bin. Nein, äußerlich betrachtet scheint sogar das Gegenteil der Fall zu sein: Ich passe prima in die Schublade der netten blonden Mami von nebenan. Nur in bestimmten Momenten fliege ich aus dieser Schublade ganz schnell wieder heraus. Und alle sind enttäuscht, ja, aufgebracht. Vielleicht sogar verletzt, denn mit ihrem Plan fühlen auch sie sich zurückgestoßen.

So war es zum Beispiel in meinen beiden Schwangerschaften. Ich war nicht im Plan, denn wir brauchten aufgrund einiger Unwägbarkeiten mehr Untersuchungen als vorgesehen und eine Betreuung, die in kein Abrechnungssystem passte. Fast alle wussten es damals besser als ich. Fast niemand fragte, was mir guttun würde. Wenn ich es selber sagte, stieß ich oft auf Ablehnung statt auf Mitgefühl. Wenn ich anzudeuten wagte, dass man die Dinge auch ganz anders angehen könnte, kam blankes Entsetzen. Der Satz, den ich am häufigsten zu hören bekam, war: „So etwas ist mir ja noch nie begegnet“, geäußert mit Entrüstung und Zurückweisung. Mein Nicht-im-Plan-Sein war dann schier unerträglich – vielleicht weil die Grenzen der anderen ins Wanken gerieten? Doch um deren Grenzen einzuhalten, hätte ich meine weit überschreiten, einreißen, niedertrampeln müssen. Ging es denn nicht um mich? Um meine Bauchzwerge, um meinen Körper? Ich hätte Verständnis und Unterstützung bitter nötig gehabt, stattdessen stieß ich oftmals auf Angst, die mich als Wut traf. Das tat weh, denn ich war ja schon so wund. 

Ähnlich war es bei den Geburten: Auch die geschahen nicht nach Plan. Das wurde mir von manchen ebenfalls übel genommen. Dabei wäre es doch gerade in einer solch existentiellen Situation wichtig, einfach man selbst sein zu dürfen; und nicht auch noch nach Plan funktionieren zu müssen.

Als Mami, mit meinen Kindern, bin ich ebenfalls oft nicht im Plan. Denn ich versuche, mein Herz entscheiden zu lassen und nicht die Pläne von Erziehungs-, Ernährungs-, Schlaf-, Still- und vielen anderen Experten. Klar, ich höre sie mir gerne an und lese auch viel, aber entscheiden tue ich selbst.

Klingt eigentlich wie eine Selbstverständlichkeit, oder? Es bringt jedoch erstaunlich viele Leute in Rage. So ist das aber gar nicht gemeint. Ich will niemandem weh tun. Ich kann einfach nicht anders. Ich kann nicht meine Gefühle und alles, was ich für wichtig erachte, mit Füßen treten, um die Pläne anderer Leute zu erfüllen. Ich würde mir selbst und anderen, vor allem meinen Kindern, etwas antun, was ich nicht wieder gutmachen könnte. Ich kann nicht gegen mein Herz. Nicht gegen meinen Geist, nicht gegen meinen Verstand, nicht gegen mich selbst.

Dabei habe ich gar nichts gegen Pläne. Pläne sind gut, sie helfen beim Überblicken, Strukturieren, Abarbeiten und Einordnen. Nur müssen sie auch passen. Und das ist nicht immer der Fall.

Mit Kindern noch viel weniger als sonst. Denn Kinder kommen ja bereits als kleine Persönlichkeiten auf die Welt, die – zum Glück – ganz sie selbst sind. Und die möchte ich auch so lassen und achten – mehr als jeden Plan. Ich möchte, dass sie friedlich einschlafen können und nicht nur einen Ins-Bett-Geh-Plan erfüllen. Ich möchte, dass sie satt werden, nicht nur nach einem Ernährungsplan. Ich möchte, dass sie Trost und Verständnis finden und nicht nur eine „Ansprechperson“ laut Planstelle. Ich möchte, dass ihnen tiefe Wurzeln und starke Flügel ermöglichen, in die Welt aufzubrechen, wenn sie dafür bereit sind – und nicht, wann ein Eingewöhnungsplan es vorschreibt.

Ich möchte, dass sie glücklich sind. Und ich, ich will es auch sein. Ich will keine Mami-Pläne erfüllen, nur um der Norm willen. Ich will schwanger sein, meine Kinder gebären, sie großziehen, lieben und herzen, wie es für uns richtig ist, und nicht, wie ein Plan es vorsieht.

Damit ecke ich gelegentlich an. Mache mich unbeliebt. Aber unser Glück – soweit ich irgendeinen Einfluss darauf habe – ist mir wichtiger. Und das Strahlen meiner Kinder, mit dem sie mir sagen: Ich bin hier am richtigen Fleck. Ich kann ich selbst sein. Mir geht es gut, ich werde geliebt.

***

Deshalb rufe ich Euch auf: Seid nicht im Plan. Jedenfalls nicht im Plan der anderen. Wenn Ihr es seid und er nicht gut für Euch ist: Brecht aus. Seid Ihr selbst. Hört auf die Menschen um Euch herum, aber entscheidet selbst. Denn es ist Euer Leben. Es geht um Eure Kinder. Um Euer gemeinsames Leben. Um Euer Glück. Kein Plan, und auch sonst nichts, ist so wichtig wie das.

Von Herzen

Eure Küstenmami

 

Vielen lieben Dank für diesen tollen Post. Ich kann dich beruhigen, ich bin auch nicht im Plan, jedenfalls nicht für die Anderen. Mir selber geben Pläne Halt aber es sind meine Pläne bzw. unsere Pläne. Was die Anderen meinen, muss ja nicht für uns passen.

Wie ist es bei euch??? Seid ihr immer im Plan???

Wenn ihr die liebe Küstenmami auch noch bei Facebook besuchen wollt, dann hier entlang.

Wir sehen uns nächsten Montag wieder.

Eure Glucke

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