Ich und So

Meine Welt stürzt immer mal ein

10. Juli 2015
Meine Welt

Meine Welt

diese Woche war eine dunkle, wirklich dunkle Woche für mich.

Irgendwie ging alles schief was nur schief gehen konnte. Gefühle von Enttäuschung, Wut, Unverständnis und einige andere mehr, gingen in mir Auf und Ab. Am Dienstag war es so schlimm, das ich einfach nur noch weinen wollte. Was ich dann auch tat, und es war gut.
Schon lange hatte ich nicht mehr so eine traurige Zeit. Eigentlich ist das Hauptproblem das immer näher rückende Ende meiner Elternzeit und die damit verbundene Frage: Was dann?
Ich lamentierte und jammerte demnach vor mich hin und war mit der Welt und mir nicht mehr im Reinen. Der Prinz merkte das und machte genau das, was jeder in so einer Situation braucht. Er kam, breitete die Arme aus und umarmte mich. Ein unglaubliches Gefühl. Eine kleine Geste, die einfach alles wieder für ein paar Sekunden geraderückte.
Dann las ich heute diesen Bericht der Grummelmama , die ich übrigens sehr schätze.
Auch sie beschreibt wie blöd manchmal alles ist aber dann blickt ein Stück blauer Himmel durch und aus Selbstmitleid wird Hoffnung und Einsicht.
Ja meine Elternzeit ist fast vorbei. Der Prinz wird bald zwei Jahre alt. Natürlich bewegt mich das so sehr, dass ich in Tränen ausbrechen könnte und auch tat. All die Erinnerungen der letzten zwei Jahre kommen geballt hoch. Aber wieso sehe ich denn nur immer die schlechten Erinnerungen. Es gibt Trillionen gute Erinnerungen.image
Mir geht’s eigentlich fantastisch. Ich bin gesund und habe ein schönes Leben mit Mann und Kind. Ich muss weder hungern, noch frieren, noch zusehen wie ich den morgigen Tag überstehen soll.
Ja ich habe richtige Scheiss Tage und ich finde auch, dass ich die haben darf und auch sagen darf, das ich sie habe aber am Ende des Tages oder der Woche, sollte ich mich darauf besinnen, wie toll diese kleine Umarmung vom Prinzen war. Welche Glücksgefühle sie in mir auslösten. Oder mein Mann, der merkte was los ist und einfach sagte: Alles wird gut! obwohl ich rumgrummelte, wie blöd doch alles wieder ist.
Ich sage mir so oft, alles hat seinen Sinn, nichts ist umsonst passiert. Ich werde meinen Weg gehen und sollte akzeptieren wie es kommt.
Aber in genau den entscheidenden Momenten mache ich das nicht. NEIN, dann grübele ich und weine ich und schimpfe wie ein Rohrspatz. Ich fühle mich von der ganzen Welt verraten und missverstanden, anstatt die Arme auszubreiten und mich selber mal zu umarmen. Veränderungen sind gut
Klingt voll bescheuert, ich weiß aber es wird helfen. Diese eine Sekunde im Kopf, die entscheidet ob ich jetzt einen dunklen Tag habe oder einen bewölkten oder sogar sonnigen draus mache, die muss ich bewusst wahrnehmen. Ich muss endlich lernen, dass ich mich selber steuern kann und nicht immer der Außenwelt, das Lenkrad übergeben darf.
Wenn ich das hier so schreibe und denke, man ey, das ist soooo einfach, dann denke ich gleich wieder: nein so einfach ist es eben nicht.
Dieser Pessimismus geht mir so richtig auf den Senkel. Manchmal könnte ich mich selber an die Wand klatschen. Das will ich doch nicht meinem Kind vermitteln. Das ich nicht in der Lage bin, mich selber aus mir selber zu befreien. Ich werde das schaffen. Ich werde positiver sein, denn mein Leben ist trotz aller Erfahrungen wirklich saugut.
Ich schäme mich manchmal dafür, wie sehr ich mich beschwere.
Wie macht ihr das denn ihr Optimisten dieser Erde? Wie schafft ihr es denn nur in einem Sauhaufen, die blühende Blume zu sehen. Das ist mir ein Rätsel. Wer hat Tipps für mich? Immer her damit, ich werde Sie alle ausprobieren und berichten.

Mir geht es jetzt übrigens besser. Wenn ich selber mal lese was ich so für einen Blödsinn manchmal von mir gebe, dann rüttelt es mich wach. So viele sagen immer, Du bist so stark, es kommen bessere Zeiten. Wenn nicht Du, wer soll es dann verkraften.
Ihr habt alle eigentlich so Recht und doch Unrecht.
Ich danke euch, dass ihr mich habt die Woche so gut überstehen lassen und ich danke mir, dass ich die Kurve immer kriege und erkenne wie wundervoll das Leben doch eigentlich ist.

Also ich bin gespannt auf eure Tipps und Tricks.

Eure Glucke

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13 Comments

  • Reply doppelkinder 5. August 2015 at 14:39

    Ich bin ja nicht so’n großer Fan der Verdrängung und des positiven Denkens. Ich glaub eher, dass es funzt, wenn man den Gefühlen und Gedanken Raum gibt, sie sich ein bisschen austoben und sich dann wieder verziehen lässt. Aber vielleicht ist da auch jeder Mensch anders. Mit hilft es sehr, zu lesen und zu hören, dass es anderen auch so geht, also Texte wie deiner oder auf anderen authentischen Blogs. Liebste Grüße!

    • Reply Glucke 5. August 2015 at 17:06

      Du willst mich zum weinen bringen oder?
      Vielen Dank meine Liebe und ja Du hast recht, ich fühle mich auch gut wenn ich lese, das es normal ist das ich ab und an spinne.
      Liebste Grüße
      Dani

  • Reply Franziska 15. Juli 2015 at 15:33

    Hallo,

    also ich bin jetzt einfach mal ganz ehrlich, ich hoffe, ich werde hier nicht missverstanden.
    Als ich Deinen Bericht gelesen habe, war mein erster Gedanke… was will sie denn, sie hat doch alles, was es braucht, um glücklich zu sein… (Ich muss dazu schreiben, das ich immer schon Kinder haben wollte, das mein großer Traum eine Familie war, letztes Jahr habe ich diesen Traum von Familie zusammen mit meinem Mann begraben, ich muss jetzt Plan B leben und es gelingt mir immer besser)

    Dann kam der zweite Gedanke. OK, genau damit beruhige ich mich immer, wenn es mir nicht gut geht. Erster Gedanke, es könnte noch schlimmer sein (und es geht definitiv schlimmer), zweiter Gedanke, andere Menschen sind auch nicht dauerhaft glücklich, das gibt es einfach nicht. dritter Gedanke, entweder das miese Gefühl einfach nur annehmen (morgen kann es schon wieder besser sein) oder sich selbst etwas Gutes tun und wenn es nur ein Kaffee in der Sonne trinken ist.
    Ich habe das Leuchttürme getauft. Schöne Erlebnisse haben und sich auf schöne Erlebnisse, die man geplant hat, freuen. Es ist immer wichtig einen Leuchtturm in der Zukunft zu wissen.
    Vierter Gedanke… shit sind schon wieder 4 Wochen rum 😉 denn da spielen die Hormone verrückt und alles fühlt sich doof an.
    Es gibt einfach solche Tage und ohne die schlechten Tage wären die tollen Tage nicht so schön und alles nur eine einzige Gefühlsmatsche (ohne rauf und runter). Man darf nur nicht vergessen sich darauf zu besinnen, das das Leben schön ist. Man hat nur das eine Leben, es wird von alleine irgendwann zu Ende gehen, aber wir haben es in der Hand dieses Leben schön zu erleben und tolle Dinge zu erleben oder eben nicht.

    • Reply Glucke 15. Juli 2015 at 18:12

      Hi,
      keine Sorge ich verstehe Dich nicht falsch, Du kennst mich nicht und wahrscheinlich auch nur den einen Beitrag und demnach ist es legitim zu denken was will Sie. Ich weiß dass ich alles habe, ich weiß dass ich ein schönes Leben habe aber trotzdem darf ich ja schlechte Momente haben, die über hormonelle Geschichten hinausgehen. In meinem Leben ist sehr viel passiert und damit versuche ich zurecht zu kommen. Es gibt immer gute und schlechte Momente und es war jetzt eben mal an der Zeit den schlechten etwas Raum zu geben. Es tut mir leid, dass du keine Familie gründen kannst aber ihr könntet z.B. ein Pflegekind aufnehmen. Vllt. Gibt es Alternativen für euch.
      Danke für deine Ratschläge.
      Liebe Grüße
      Dani

  • Reply dievenus 11. Juli 2015 at 9:16

    Hallo liebe Glucke, ich bin über twitter hier her gekommen und bin an diesem Blogbeitrag hängen geblieben. Ich bin durch und durch ein Optimist und lasse schlechte Laune gar nicht erst zu, weil sie mir nichts bringt. (Will sagen, ich entscheide mich ganz bewusst dagegen, sobald ich merke, dass ich anfange grau in grau zu denken, das geht wirklich!) Ich habe hier http://dailydress.de/002766_jammerlappen/
    mal was dazu geschrieben. Gib den schlechten Gedanken nicht so viel Raum. Sie versauen Dir nur unnötig den Tag. 🙂 Ganz liebe Grüße und viel gute Laune!

    • Reply Glucke 11. Juli 2015 at 14:12

      Hallo,

      ja das ist ja das Problem, die schlechten Gedanken nehmen sich einfach den Raum, ich kann das sah leicht kontrollieren denke ich. Aber wahrscheinlich kann ich es doch, ich muss mir nur mehr Mühe geben.
      Liebe Grüße
      Dani

      • Reply dievenus 12. Juli 2015 at 13:06

        Wenn Du die schlechten Gedanken bemerkst, mach Dir klar, wie unwichtig sie sind. Willst Du ihnen wirklich so viel Raum geben, dass sie dir die Laune verderben? Ersetze jeden Schlechten mit zwei Positiven. Irgendwann verselbstständigt sich das. 🙂

        • Reply Glucke 12. Juli 2015 at 13:14

          Ich werde es versuchen, ich bin gespannt.
          Danke Dir

          • dievenus 13. August 2015 at 8:01

            Guten Morgen! Ich habe Dich für den Liebster-Award nominiert! Wenn Du magst, ich würde mich freuen! Liebe Grüße, Nicole

  • Reply Petra 10. Juli 2015 at 23:27

    Hey,
    ich bin tatsächlich auch gern mal ein Pessimist.
    Dann kann ich vor lauter „hach das wird alles nichts“ auch nichts anpacken.Das frustriert dann wieder, dann macht man sich wieder Gedanken… Ein Teufelskreis.

    Was mir aber wirklich weiter hilft: Das menschliche Gehirn (und nicht nur dieses) ist ein Gewohnheitstier. Und man kann sich positiveres Denken antrainieren. Daher habe ich mir Rituale geschaffen: Jeden Freitag meine Friday Fives (Beitrag über Dankbarkeit); jeden Abend mit meinem Lausbub ergründen, was heute gut lief und ich stelle mich bewusst kleinen Herausforderungen und halte die positiven Ergebnisse schriftlich fest. Seit zu beginn des Jahres ein Glücks-Momente Glas eingezogen ist, freue ich mich sehr auf Silvester, wenn ich alle schönen Momente des Jahres wieder lesen kann.
    Ich habe mal gelesen, dass solche Rituale das Gehirn nachweislich umpolen. Ich weiß nur nicht mehr, in welcher Studie das nachgewiesen wurde – sorry.

    Besten Gruß und ein <3
    Petra

    p.s.: Und es hilft, wenn man zu den "ich find das jetzt schei…e Momenten" steht. Akzeptanz ist wichtig 😀

    • Reply Glucke 11. Juli 2015 at 14:14

      Hi,
      das Glücksmomente Glas ist wirklich eine richtig gute Idee, ich glaube das führe ich ein was für ein toller Jahresabschluss sich die guten Dinge nochmal durchzulesen.
      Wow vielen Dank.
      Ich fange heute gleich an, muss ja ein halbes Jahr eintragen. Machst du das einmal im Monat???
      Liebe Grüße
      Dani

  • Reply Danielle Graf 10. Juli 2015 at 21:37

    Lebst Du hormonfrei? Dann würde ich mal vermuten, dass die Stimmungslage sich stark am hormonellen Level orientiert ;-). Ich kenne das – manchmal ist man wirklich richtig schlecht drauf und einfach alles ist doof.

    Mein Tipp: hochdosierte Vitamin-D-Kur.

    Liebe Grüße!
    Danielle

    • Reply Glucke 10. Juli 2015 at 21:57

      Das ist einer von vielen Gründen.
      Haha… Du wieder
      Liebe Grüße
      Dani

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