Ich und So

Mein Weg ist noch nicht zu Ende

8. November 2016

mein-weg-ist-noch-nicht-zu-endeGuten Morgen ihr Lieben,

als ich ungefähr 12 Jahre alt war stand fest wie ich meine Tochter irgendwann mal nennen möchte und ich fing an über mein Leben als Erwachsene nachzudenken.

Wohin soll mein Weg gehen? Eine Hochzeit? Welcher Job? Eine andere Stadt? Kinder? Ja mit 12 Jahren fing ich an darüber nachzudenken.

Ich wollte Gerichtsmedizinerin werden. Wieso? Ich fand es total spannend Fälle zu lösen. Heraus zu finden was im Körper des Menschen passierte, faszinierte mich. Als ich mich an der Brotschneidemaschine schnitt und ohnmächtig wurde aufgrund des Blutes-wurde mir bewusst, dass das wohl nichts wird mit dem Job.

Von Frisörin zu Tierärztin, Sozialarbeiterin, Anwältin oder Lehrerin. Es war alles dabei.

Was mich hinderte, war immer die Angst zu versagen.

Ich hatte solches Lampenfieber in der Schule. Jeder Vortrag war ein Höllentrip. All das trieb mich so weit, dass ich nach der 11. Klasse vom Gymnasium abging um keine Prüfungen zu schreiben.

Ich begann mit einer Ausbildung. Ein Weg den ich so wählte. Ich wollte arbeiten und vor allem wollte ich Geld verdienen und in den Urlaub fliegen.

Ich hatte Fernweh und wollte etwas von der Welt sehen.

Auch wenn ich nicht viel von der DDR mitbekam(bei der Wende war ich 6), verließ ich eigentlich nie groß meine Heimatstadt.That`s me

Die Arbeitswelt war ein steiniger Weg für mich aber ich biss mich durch und schneller als ich gucken konnte lebte ich in einer neuen Stadt, weit weg von zu Hause. Arbeitslosigkeit nach der Ausbildung wäre die(keine) Alternative gewesen. Ich startete mit einem Mann an meiner Seite einen neuen Weg.

5 sehr turbulente Jahre lagen vor mir aber ich wuchs daran. Ich heiratete sehr jung und wollte Kinder.

Beruflich sprach ich vor fast 200 Menschen und tat das, was mir schon immer das Wichtigste war. Ich half anderen Menschen. Ich war in einem großen Betriebsrat tätig und dachte, das ist mein Weg für immer.

Neue Impulse, viele Gedanken und Klarheit änderten erneut meinen Weg.

Ich ging einen wichtigen Schritt und verließ meinen Mann, meinen Job und erneut die Stadt in der ich lebte.

Die Liebe, Neugierde und eine geheimnisvolle Abbiegung meines Weges verschlugen mich wieder in eine andere Stadt.

Ich kannte niemanden aber ich liebte und lebte wieder.

Ich lernte aber wieder einen neuen Weg kennen- Den Weg der Arbeitslosig- und Hoffnungslosigkeit. All das was ich bis dato erreicht hatte war wie weggeblasen. Mein neuer Weg wirkte aussichtslos.

Es kamen Herausforderungen auf mich und meine neue zarte Liebe zu, die mich bis heute beschäftigen. Der Unfall der mein Kindheitstrauma zurückbrachte, versteckte Wehwehchen, die an die Oberfläche traten und eine finanzielle Abhängigkeit, die ich vorher nicht kannte.

Ich drückte wieder die Schulbank und fand nach einem Jahr einen Job. Ich fuchste mich da rein. Angelernt wurde ich nie aber ich machte weiter. So lange bis es nicht mehr ging. Sowohl die Firma als auch meine Nerven brachen zusammen.

Mein Körper zog die Notbremse. Er brauchte einen anderen Weg, nur ich merkte es nicht.

LiebeMeine Liebe zeigte mir, das ich alles schaffen kann. Wir erfüllten uns einen großen Wunsch und bereisten die USA und einen Monat später hatte ich einen neuen Job. Ich fing wieder ganz klein an. Dieser Weg gefiel mir aber. Ich ging auf in dem was ich tat.

Es war nun an der Zeit, Gedanken aus der Teenagerzeit wahr werden zu lassen und eine Familie zu gründen. War es doch das, was ich immer wollte. Eine Familie,Mama sein und einem Ehemann und genau so kam es auch.

Das es ein entweder-oder- Weg wurde konnte ich nicht ahnen.

Eine arbeitsreiche Schwangerschaft, geplante Geburt und ein inneres Kind das endlich Gehör wollte, ließen den Traum einer Bilderbuchfamilie andere Wege gehen.

Wochenbettdepressionen, fortlaufende Depressionen und erneute Arbeitslosigkeit bahnten sich ihren Weg. 3 Jahre liebte, litt und lebte ich mit Kind und Mann. Eine neue Heirat, 2 Umzüge, neue Menschen und dieser Blog führten mich zu dem jetzigen Ich.

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Jetzt sitz ich hier mit einem Teilzeitjob im Büro, einem Teilzeitjob als Bloggerin und einen Vollzeitjob als Mama und Ehefrau und weiss, mein Weg ist noch nicht zu Ende.

Er ist niemals zu Ende. Es geht immer weiter. Es gibt immer wieder neue Konstellationen, die den Weg verändern.

„Der Weg ist das Ziel.“

Ich mochte diesen Spruch nie aber inzwischen lebe ich ihn. Das Ziel ist zu leben, zu lieben und nie still zu stehen. Mein Weg ist der, den mein Herz vorgibt. Mein Weg besteht aus unzähligen Landkarten und ich habe noch nicht alle Abzweigungen genommen. Mein Weg als Mama in dieser Welt ist bis jetzt der komplizierteste. Als ob diese Welt für Mamas und Eltern noch nicht bereit ist.

Themen wie Vereinbarkeit, Diskrimierung, Familienunfreundlichkeit ebnen meinen und den Weg von Vielen.

Dennoch habe ich  keine Angst mehr vor neuen Wegen, denn schaue ich zurück-sehe ich stetige Entwicklung und Veränderung. Jeder Weg hat seine Berechtigung.

Habe ich mich selbst verwirklicht?

große Liebe und viel Zeit zum Kuscheln

große Liebe und viel Zeit zum Kuscheln

JEIN aber es ist noch nicht zu spät. Ich bin 33 Jahre alt und 3 Jahre Mama sein und die fast 2 Jahre, die ich jetzt blogge haben mich mental um so vieles weitergebracht. Ich bin eine Kleinunternehmerin und eine Angestellte. Ich helfe immer noch Menschen, so oft ich kann, sei es durchs Schreiben oder durch soziales Engagement. Ich manage meine Familie so gut es eben geht, zu meinen Bedingungen, die ich bereit war einzugehen.

Ich habe weder eine große Karriere gemacht, noch ein fantastisches Studium abgeschlossen. Meine Bewerbungsmappe ist nicht so dick wie ein Magazin aber

ich spüre eine Erfüllung in vielen Bereichen. Ich fühle einen Ansporn. Ich fühle, das es weitergeht.

MEIN WEG ist noch nicht zu Ende und ich freue mich auf die weitere Reise.

Dieser Beitrag entstand für den Award #DeinWeg von Ergo und viele weitere Wege.

Wie fühlt sich für euch euer Weg an? Seid ihr zufrieden? Seid ihr am Ziel angekommen?

Eure Glucke

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6 Comments

  • Reply Hallo! Wer bist du denn? - Mein Weg zu mir selbst - Mutter & Söhnchen 8. Mai 2018 at 17:53

    […] Inspiriert durch die tollen Texte meiner Blogger-Freundinnen Feier Sun – Zwischen Suchen und Finden und Glucke und So – Mein Weg ist noch nicht zu ende […]

  • Reply Katarina 8. November 2016 at 19:18

    Also ich (mit dem ungradlinigsten Lebenslauf ever) finde ja eh das die gradlinigen langweilig sind.
    xo,
    Katarina

    • Reply Glucke 8. November 2016 at 20:52

      hehe, das hast Du schön gesagt und ja deinen Lebenslauf finde ich auch sehr sehr spannend.
      Liebe Grüße und falls ich in die Endrunde komme, kann ich auf dich zählen oder?
      Schmatz an Dich
      Dani

  • Reply Nicole G 8. November 2016 at 13:51

    Wundervoll geschrieben und Dein Text geht sehr nah. Auch ich konnte nicht das erfüllen was ich mir wünschte (Gesundheit ließ es nicht zu), aber trotzdem schaue ich stolz zurück was ich alles schon erreicht habe. Mache weiter so, Du bist auf einem sehr guten Weg und ich kann es nur immer wieder wiederholen…Du bist eine starke Frau und ich weiß Du kannst alles schaffen was Du Dir vornimmst, ich glaube an Dich Dani.

    • Reply Glucke 8. November 2016 at 14:09

      Ich glaube auch immer mehr an mich und jeder Weg hat seinen Sinn oder?

      • Reply Nicole G 8. November 2016 at 15:02

        Ja hat er, daran glaube ich fest. Ich glaube einfach das das Leben vorbestimmt ist und man daran auch nichts ändern kann. Man kann es versuchen, aber wird doch immer wieder zurück geführt auf den Weg der vorbestimmt ist.

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