Montagspost

Ich hab Besuch aus der (Blogger)Hauptstadt

16. März 2015

Hallo Ihr Lieben,

es ist schon wieder soweit, die Montagspost ist da. Heute wieder mit einem tollen Gastbeitrag. Zu Gast ist heute die liebe Bella, siehe unten! Ja und Bella hat auch einen Elternblog.

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Bella ist irgendwie zuerst bei mir gelandet bevor Sie mir aufgefallen ist, aber schon dieses fröhliche Foto und ihr tolles Logo haben mich neugierig auf mehr gemacht. Schon oft habe ich mich gefragt ob es in Berlin eine heimliche Blogger(innen)schule gibt. Wieso? Na weil richtig viele und gute Blogger(innen) aus Börlincity kommen. Ja und die Bella eben auch und das liest man auch schon im Blognamen, und das Witzige ist Sie heißt auch wirklich so, also wie ihr Blog, also wie die Stadt, ihr wisst schon was ich meine.

Ich kann euch aber nicht ihren echten Vornamen verraten, das ist so ein Bloggerprivatding, das versteht ihr oder? Ok.ich will gar nicht lange rum reden nur noch 3kurze Sachen. Wer gerne mal mehr von der Bella und ihrer familieberlin lesen möchte der kann das hier und hier und hier machen. Es lohnt sich nicht nur wegen den tollen Texten, nein auch wegen den leckeren Rezepten aber schaut selbst.

familieberlin Und jetzt hör ich mal auf zu quatschen und sage guten Morgen Montagspost und wünsche viel Spass mit den Gedanken von Bella zu:

Wie das so ist, als Blogger

 Eigentlich wollte ich mich nie als „Blogger“ bezeichnen. Nur, weil ich ab und an was nähe, macht mich das ja auch nicht zur Schneiderin. Seitdem familieberlin am Laufen ist und ich dort regelmäßig schreibe, mir viele Gedanken dazu machen und Themen suche, das macht mich doch zum Blogger. Mama, Frau, Partnerin, Freundin, Angestellte und nun noch Blogger. Viele fragen mich, warum ich denn nun auch noch meinen Senf in die Onlinewelt gebe. Die Antwort ist simpel: ich liebe es, zu schreiben. Ich habe mein erstes Buch mit 8 „veröffentlicht“, in einer erfolgreichen Auflage von 1, und seitdem immer geschrieben. Geschichten, Gedichte, Briefe, Tagebuch, Artikel für Zeitungen usw. Ich hatte sogar schon ein Blog über Kultur, alltägliche Schätze und Augenblicke. Doch dann kam sie: meine Tochter. Und irgendwie änderte sich meine Kultur, mein täglicher Schatz bekam einen festen Namen und die Augenblicke mit ihr wurden unbezahlbar. Mein altes Blog passte nicht mehr, schlief ein und familieberlin wurde geboren. Nun bin ich Teil dieser „Elternblogger“, wie sie manch einer nennt. Viele sagen es einfach nur so, manche auch abschätzig. Ein Freund fragte mich sogar mal, ob das an den Hormonen liegt. Jede Mutter schreibe ein Blog. Ach ja? Ok, ich kenne jetzt nicht soooo viele in meinem direkten Umfeld. Aber stimmt, es gibt viele. Die Terrorpüppi, auch zur Spezies Blogger gehörend, hat mal alle Elternblogs in einem Märchen zusammengefasst, die sie gerad so kennt. Hui, is dat ’ne Menge. Da es aber auch Papas in diesem Märchenwald gibt, würde ich das mit den Hormonen nicht unterschreiben.

 Nun stehe ich da zwischen all den Bloggern und versuche, mich zu behaupten. Die Glucke hat mich gefragt, ob sich durch das Bloggen mein Leben verändert hat. Das ist eine gute Frage. Kurz drüber nachgedacht, würde ich sagen: nö. Bei genauem Hingucken fällt mir aber auf: doch janz schön. Denn die ganzen Dinge, die ich erlebe und mache, formen sich in meinem Kopf schon zu Wörtern, Sätzen, Bildern. Überschriften entstehen, Absätze werden geschrieben, Bilder gemacht. Das alles binnen kurzer Zeit. Und ich merke, ich sehe viele Dinge nun auch als Blogger. Was kann ich schreiben? Welche Bilder zeige ich? Was möchte ich preisgeben? Zum Beispiel zeige ich nie das Gesicht meines Kindes. Zu privat. OK, aber wo ist der Unterschied zu dem, was ich sowieso schon zeige? Ob da nun ihr Gesicht zu sehen ist oder nicht? Ganz einfach, es ist bisher nicht ihre Entscheidung. Wenn mein Kind irgendwann einschätzen kann, wie tief die Weiten des Internets gehen und sie sich darin dann gern verewigen will, dann darf sie das. Aber ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, dass die Welt schon vor ihrem eigenen Auftritt im WWW Bilder von ihr kennt. Mal abgesehen davon, dass ich sie nie in Windeln, nackt oder anderen später peinlichen Posen zeigen möchte. Ebenso verhält es sich mit ihrem Namen. OK, unser Nachname ist für alle offensichtlich und ihr mögt denken, dass es nicht viele gibt, die BERLIN heißen. Falsch gedacht. Erst letzte Woche beim Arzt wurde ich aufgerufen… dachte ich. Es saßen zwei Frau Berlin im Wartezimmer. Beim Versuch, die Sache über die Straße zu lösen, fiel allen auf: wir wohnen in derselben und die is nich lang. Uns unterschied auf dem Papier nur der Vorname. Deswegen hat der Name meiner Tochter im Internet nichts zu suchen, auch wenn ihn viele sicherlich kennen. Denn ICH habe mich bewusst für meine Präsenz und auch Transparenz entschieden. Ick bin schließlich Blogger.

 Ich persönlich habe mich auf jeden Fall durchs Bloggen verändert. Ich bin offener, neugieriger. Ständig auf der Suche nach Themen, Menschen und Momenten. Ich vernetze mich mehr, tausche mich aus und schließe schneller Bekanntschaften. In der Bloggerwelt, da kennt man sich. Es macht mir Spaß, Dinge zu recherchieren, Bücher zu wälzen und Artikel zu lesen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Stunden damit zubringen kann, Blogs zu lesen und zu kommentieren. familieberlin ist zu einem neuen und festen Bestandteil meines Lebens geworden, ein neues Hobby wie Sport, DIY oder Backen. Nur viel zeitaufwendiger. Blogger sein zieht einiges mit sich. Abhängigkeit? So würde ich es nicht bezeichnen. Nennen wir es mal „Auf dem Laufenden bleiben“. Das ist mit dem Smartphone heut auch nicht mehr schwer. Nun bin ich bisher kein Opfer von Shitstorms oder blöden Kommentaren gewesen. Die Glucke hat da leider mehr Erfahrungen. Aber trotzdem schaut man: wer liked einen, was wurde kommentiert, wo wurde ich verlinkt. Sicherlich ist das für die großen Blogger alles nicht mehr so wichtig, aber gerad für das kleine, neue Blog wie familieberlin ist es wichtig. Da macht es schon einen Unterschied, ob 100 oder 1000 Leute auf meinem Blog waren. Denn solche Tage gibt es, da schaut einfach keine S** vorbei. Und ich frage mich, warum? An anderen Tagen wiederum rennen sie mir die Bude ein. Trotzdem komme ich dann ins Grübeln. Gerade kritische Themen wie mein Artikel zum Streik in der KiTa wurde wenig geklickt und geteilt. Andere Themen wie unser Weihnachten dagegen findet reißenden Absatz. Wollen die Leser nun einfach nur gucken oder wirklich mitdiskutieren. Ich weiß es nicht. So ist das nämlich auch als Blogger. Ich muss erstmal schauen, was die Menschen lesen. Und das dauert seine Zeit. Ich bin seit knapp 5 Monate online und kann noch keinen Trend entdecken. Vielleicht liegt das auch am vollen Elternblogger-Märchenwald? Manchmal demotiviert mich diese Unberechenbarkeit auch. Ehrlich. Aber dann spornt sie mich an, denn in meinem Kopf warten immer mindestens 3 Themen in der Warteschlange. Die können da nicht einfach bleiben, die wollen raus in den Märchenwald, auch wenn sie nur 100 Leser erreichen.

Oh Bella, du sprichst mir auch etwas aus der Seele. Wir „Neublogger“ haben es schon schwer. Wir müssen mit der Materie erstmal zurecht kommen, rausfinden an welchem Tag,  zu welcher Uhrzeit es am besten passt etwas zu veröffentlichen. Wir brauchen viel mehr Zeit als die Profis oder?

Aber wie du schon sagst, wir haben zig Themen im Kopf und das ist wichtig. Ich freue mich auch wenn 5 Leser lesen, denn dann erreiche ich zumindest 5.
Liebe Bella, ich danke Dir für diesen Artikel, ich denke viele von uns finden sich hier wieder.
Komm gern wieder vorbei und schreib etwas für die Montagspost.

Ich freue mich jetzt schon.

Was sagt ihr? Hier sind wir wieder bei dem Thema der Transparenz im Internet, wie findet ihr dass? Würdet ihr euch so transparent wie wir Blogger(innen) machen? Oder seid ihr selber Blogger(in) und habt anfangs oder noch immer Bedenken?

Ich freu mich auf eure Kommentare und sage bis nächsten Montag

Eure Glucke

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