Buchrezension

„Hochsensibel Mama sein“- Buchrezension

23. Juni 2020

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hochsensibel Mama sein BuchrezensionWenn man sein Leben lang weiss, man ist anders aber man weiss nicht wieso, dann kann das mitunter sehr anstrengend sein. Als ich vor über 5,5 Jahren anfing zu Bloggen und es tatsächlich LeserInnen gab, die zwischen den Zeilen lesen konnten, da änderte sich mein ganzes Leben.

Denn diese LeserInnen- 3 um genau zu sein, fragten mich ob ich eigentlich weiss, dass ich hochsensibel bin. Ich war ein einziges Fragezeichen. Das änderte sich aber bald. Ich recherchierte, ging zum Arzt, sprach mit meiner Therapeutin und auch mit vielen anderen Hochsensiblen.

Die AHA-Momente waren enorm und nahmen gar kein Ende aber was blieb, war keine Begeisterung.

Für mich war es eher ein Fluch eine hochsensible Person zu sein. Ich bekam nicht genügend Antworten. Ich bekam vor Allem keine Hilfe, für die vielen Hindernisse, die dadurch in mir entstanden.

Die Geburt meines Kindes hat natürlich die Sinne unglaublich herausgefordert und auch mein Kind ist ein hochsensibles Kind. Das zeigte sich sehr sehr schnell und sehr deutlich. Auch hier waren und sind viele Fragezeichen. Denn nur weil man weiss, was das Kind erlebt, heisst es nicht, das man ihm gut helfen kann, vor Allem nicht, wenn man selber im Strudel der Sinne den Ausgang sucht.

Ja und dann kam Kathrin und auch Leen. 2 Frauen die sich mit diesem Thema mehr auseinandersetzten und vor Allem auch positiver.

Kathrin kennt ihr vielleicht noch als Autorin von  Öko-Hippie-Rabenmütter aber Kathrin Borghoff ist inzwischen auch eine Expertin auf dem Gebiet der Hochsensiblen Eltern und auch hochsensiblen Kinder.

Vor Jahren habe ich ihr gesagt, schreib ein Buch und viele andere haben mit mir gewartet. Es verging einige Zeit. Kathrin ist selbständig und hilft Eltern und Kindern auf so vielen Ebenen. Schon fast vergessen, kam Kathrin völlig überraschend mit einem Geheimnis um die Ecke.

Ihr erstes Buch- DAS BUCH für Hochsensible Eltern und vorrangig Mütter.hochsensibel mama sein Buch

„Hochsensibel Mama sein“ vom Beltz Verlag ist kein Ratgeber sondern ein Ressourcenbuch und bereits die ersten 4 Seiten handeln ausschliesslich von mir. Zumindest dachte ich das. Ich glaube sogar, dass jede hochsensible Mama das bei diesen ersten Seiten dachte. Genau deshalb, ist es DAS BUCH und nicht irgendein Buch über Hochsensibilität.

Ich bin voreingenommen denkt ihr jetzt vielleicht? Nein keineswegs.

Wer mich kennt, weiss das ich seit Jahren zum Einen kaum mehr lese, weil ich den Kopf nicht frei bekomme. Ich habe hier Unmengen an Rezensionsbüchern liegen und zum Anderen, ich warte seit Jahren auf etwas, das mir den Fluch Hochsensibilität nimmt und Kathrin hat schon fleißig in Gesprächen Vorarbeit geleistet aber ihr Buch ist einfach nochmal etwas ganz anderes.

Wisst ihr, ich suche seit Jahren „echte reale“  hochsensible Kontakte für mich und meine Kinder, damit wir uns nicht so anders fühlen, denn das tun wir.hochsensibel mama sein buch Zitat

Für uns sind normale Kindergeburtstage oder Ausflüge einfach teilweise sehr sehr anstrengend und wir reagieren dann nicht so, wie andere. Sich aber mal sicher und „normal“ zu fühlen wäre toll. Es gibt aber keine hochsensiblen Familien in meiner Nähe. Das bestätigte mir sogar eine Familienbegleitung aus meiner Stadt, die ebenfalls mal versuchte, hier irgendwas auf die Beine zu stellen.

Das ist irgendwie sehr traurig aber auch hier hilft mir Kathrins Buch, denn Sie erzählt nicht nur ihre Geschichte sondern hilft Hochsensiblen mit Übungen ihre extreme Überreizung in Entspannung umzuwandeln und die bindungs- und bedürfnisorientierte Elternschaft, die tatsächlich auch kräftezehrender sein kann, in Balance zu halten.

Kathrin verbindet Wissenschaft mit Gefühl und ich Spoiler schon mal:Ich habe mich durch Kathrin und ihr Buch, mit der Hochsensibilität versöhnt.

Natürlich nicht immer und zu 100% aber ich nehme es positiver wahr und ich zeige euch nun ein paar Beispiele aus dem Buch, die euch erklären, wieso ich so begeistert bin. Als ich anfing mit Kathrin meine Probleme zu besprechen und auch noch mehr über Hochsensibilität von Ihr zu lesen nahm ich meine Umwelt anders wahr und ich war ja Anfang des Jahres  im Krankenhaus, wegen einer Operation und sah viele Menschen kommen und gehen. Meine Bettnachbarin Olga, erzählte viel und ich eher nicht(weil ich nicht konnte) aber ich las zwischen den Zeilen und nach 5 Tagen mit dieser Frau, (die mich am Anfang sehr schockierte aufgrund ihrer Werte), war meine Welt um einen hochsensiblen Menschen reicher, der davon aber gar nichts wusste. Olga ist 62 Jahre alt und kommt aus Kasachstan. Sie lebt seit fast 30 Jahren hier in Deutschland. Ich kenne ihre komplette Lebens- und Leidensgeschichte und als wir uns verabschiedeten und in die Arme schlossen, hatten wir beide Tränen in den Augen.

Wir wussten welch Geschenk unser gemeinsamer Aufenthalt dort war.

Ich erzählte ihr von der Hochsensibilität und wie ich die Welt sehe. Jeden Tag veränderte sich ihre Haltung und ihre Erzählungen. Sie merkte mit 62, dass Sie anders ist aber trotzdem gut und das schaffte Kathrin, da Sie so ehrlich und trotzdem positiv mit dieser ganzen Hochsensibilität umgeht und sich das auf mich übertragen hat.

Sie ist keine Schwurblerin, die sagt, atme tief ein und aus und alles wird gut. Nein, auch für Sie, war die Hochsensibilität eher wie ein 3. Bein, dass man am liebsten abgesägt hätte. Sie hat sich ebenfalls gegen all das gewehrt und ich bin fest davon überzeugt, dass Sie nur deswegen dieses unglaubliche Buch schreiben konnte.

Sie kennt alle Seiten der Hochsensibilität . Sie kennt die Gefühle und Gedanken des Verdrängen, Abstoßen und Resignieren.

Ja und dann wurde Kathrin Mutter. Dieses völlig neue Dasein hat alles verändert. Natürlich verändert sich für jede Frau, die Mama wird alles aber für hochsensible Menschen wird der übermässige Stress, den Sie durch die vielen Reize sowieso schon haben, in ein ganz neues Level gehoben und Stress führt zum Ausstoss des Stresshormons Cortisol. Wenn dieses Hormon in zu grossen Mengen ausgestoßen wird, dann werden wir krank und wir geraten in eine Art Überlebensmodus.

Wir leben nicht mehr, sondern wir überleben nur noch.

Ja und wenn man in dem Moment nicht weiss, wieso das so ist, dann könnt ihr euch vorstellen , was das mit dem familiären Gefüge macht. Richtig, es wirbelt alles durcheinander. Es lässt alles in Frage stellen und vor Allem Du selbst stellst Dich in Frage.

Du bist so überreizt und auch überfordert. Alles prasselt ungefiltert, ungeschönt und gefühlt so laut wie eine Abrissbirne auf Dich ein. Dein Kind und die dazugehörigen völlig normalen Geräusche sind für Dich teilweise wie ein volles Fussballstadion.

Was mich an Kathrins Arbeit wirklich immer wieder beeindruckt und wieso ich auch dieses Buch „Hochsensibel Mama sein“ als ein MUSS ansehe ist:

  • dass Sie mir Zuspruch gibt, wenn ich vor meinen Kindern weine, wüte und eben Gefühle zeige, da es wichtig ist authentisch und echt zu sein. Meine Kinder dürfen auch wüten und ihre Gefühle raus lassen.
  • das mein Kontroll-Freak-Dasein nicht förderlich ist aber eben ganz typisch und man einen weiten Weg hat um aus der daraus resultierenden Erschöpfung wieder Kraft zu finden und Vertrauen zu „lernen“hochsensibel mama sein Buch Zitat 2
  • das die Hochsensibilität kein Stempel, Label oder eine Krankheit ist, sondern ein Geschenk. Dieses Geschenk ist ganz sicher nicht immer in rosa Glitzer Schleifchen-Papier gewickelt aber was ist schon so im Leben???

Ab der Mitte dieser Lebensbegleiterin kommen viele Übungen dazu. Das fand ich schon bei der EEH so unglaublich wichtig. Praktische Sofortübungen, die mich begleiten und mir helfen. Bücher sind wichtig aber ich bin ein praktischer Mensch und benötige eine Begleitung. Ja und so mache ich immer wieder die Übungen aus dem Buch. Ich habe noch nicht alle gemacht und ich lasse mir auch Zeit damit aber die Hilfe ist da.

„Hochsensibel Mama sein“ ist nicht nur für Mütter oder hochsensible Menschen.

Es ist für alle Menschen, denn man bekommt einen unglaublich detaillierten Einblick in das Geschenk Hochsensibilität und kann eben auch viele Momente, Reaktionen und Abläufe verstehen und besser begleiten. Meinem Mann hilft es ungemein zu wissen, wieso wir so ticken wie wir eben ticken und auch pädagogische Fachkräfte sind sehr dankbar überhaupt etwas darüber zu erfahren, denn die Meisten wissen nicht mal was Hochsensibilität ist und jetzt kann ich immer auf Kathrin und ihr Buch verweisen.

Danke Kathrin für diese Arbeit.

Eure Glucke

 

 

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