Ich die Glucke

Wieso das Kinder kriegen gar nicht so einfach ist?

29. Mai 2016

Liebe_kinder-kriegen„Kinder kriegen ist nicht schwer, Kinder haben umso mehr!“
Kennen wir alle diesen Spruch oder?

Ich wusste schon mit 25, dass das Kinder kriegen ganz und gar nicht einfach zu sein scheint, denn es klappte einfach nicht. Natürlich empfinde ich es jetzt als gut, dass es damals nicht geklappt hatte.

Ich dachte immer, es muss auch chemisch passen und er war nicht der Richtige.

Als ich aber mit meinem Mann den Wunsch endlich Kinder zu bekommen, wahr machen wollte und wir „einfach“ ohne Stress anfingen, merkten wir nach über einem Jahr, dass langsam Stress aufkommen könnte.

Die Untersuchungen gingen los und siehe da, Kinder kriegen ist schwer. Zumindest in unserem Fall. Wir mussten zumindest ab sofort, sehr sehr bewusst Liebe machen. Irgendwann schaltet sich aber automatisch der Kopf dazu, der Druck steigt. Alle im Umfeld haben schon Kinder oder sind bereits beim Zweiten und bei uns scheint es einfach nicht zu klappen.

1,5 Jahre dauerte es bis ich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt und anscheinend hatte wirklich alles geklappt.

Leider ist das Kinder kriegen bei so vielen inzwischen ziemlich schwer und Kinderwunschkliniken gibt es inzwischen en Masse.

Wie zermürbend das für Paare ist, muss ich wohl niemandem erklären.

Eine Schwangerschaft ist ein Geschenk.

Ja auf jeden Fall. Wenn man den positiven Test in der Hand hält, schwebt man auf Wolke 7 und freut sich sooooooo unglaublich. Zumindest wenn das gewollt war. Ich habe sofort mein Bauch gestreichelt und konnte gar nicht glauben, dass es geklappt hat. ABER 10 Monate, also 40 Wochen ist eine lange Zeit. Die Übelkeit, Sodbrennen und ein extremer Geruchssinn machten mir die ersten 12 Wochen wirklich schwer. Von der merkwürdigen Müdigkeit, die ich zusätzlich hatte, fang ich gar nicht erst an.

Ab SSW 12 durfte ich zusätzlich Kompressionsstrümpfe rund um die Uhr tragen, da ich Wassereinlagerungen from Hell hatte.

Das 2. Trimester war unglaublich toll. Sein Kind zu spüren, zu spüren wie der Körper sich verändert und all das so wunderbar meistert.

Ich war fit wie ein Turnschuh und genoss es schwanger zu sein und sah mich mit völlig neuen Augen. Das 3. Trimester hingegen hätte ich gerne mir selber erspart. Ich wog fast 30kg mehr, es war Hochsommer. Ich hatte einfach die Nase gestrichen voll vom schwanger sein und es ist einfach kein Spaziergang gewesen.Geburt_kinder-kriegen

Die Geburt

Dazu schrieb ich schon recht ausführlich. Ich hatte einen geplanten Kaiserschnitt, da der Prinz in mir saß. Es ging ihm gut und alles hat seinen Sinn und demnach war das für mich in Ordnung. Der Kaiserschnitt/Geburt verlief wirklich sehr sehr gut. Das Team war unglaublich fürsorglich und nett und die Geburt mit meinem Mann zusammen, war ein sehr sehr ergreifendes Erlebnis. Die Stunden danach und darauffolgenden Tage aber ganz und gar nicht. Ich wurde das erste Mal mit der Angst mein Kind zu verlieren, konfrontiert und das wünsche ich niemanden. Der Prinz hatte eine Neugeboreneninfektion und wir wurden auf die Halbintensiv verlegt. Die nächsten 16 Wochen haben mich stark geprägt, da der Prinz eben durch die Medikamente viele Probleme hatte.

Genieß die Zeit, Sie werden so schnell groß

Genau das sagen einem alle und Sie haben recht aber nach so einem Beginn, ist es manchmal schwer zu genießen. Ich liebte meinen Prinzen von der 1. Sekunde aber ohne Hebamme und wirkliche Hilfe, war es sehr schwer mit diesen Gefühlsschwankungen und ganzen Neuerungen zurecht zu kommen. Ich bekam Probleme mit mir selbst und das dauerte sehr sehr lang, bis es mir besser ging. Ich isolierte mich, meinen Mann und auch den Prinzen irgendwie.

Der Prinz ist ein rundum glückliches Kind. Er war und ist irgendwie sehr chillig und das Elternsein hat uns nicht gestresst. Ich habe mich selber gestresst und das wirkt sich natürlich schon auf Andere aus. Auf jeden Fall ist alles riesige Herausforderung wenn man Elter wird. Von den Hormonen vor und nach der Geburt kann sicher auch jede Mama ein Lied von singen.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass die Reise des Kinderwunsches zum Kinder kriegen und zum Kinder haben ganz und gar nicht einfach war und ist.

Ich möchte hier nix beschönigen. Warum auch. Als Frau durchlaufe ich einen unglaublichen Prozess. Was der Körper da leistet ist für mich ein Wunder.

Das Finden von Mann und Frau zu einer Familie ist unglaublich kräftezehrend für alle Beteiligten.  

Eine Geburt ist immer ein enormer Kraftakt, egal wie man seinem Baby auf die Welt hilft. Auch das Baby wird in eine ihm völlig fremde und neue Umgebung gestürzt. Es leistet in seinem 1. Jahr so viel und das kostet ebenso, alle Nerven.Liebe

Die Wahrheit übers Kinder kriegen ist natürlich subjektiv aber umso spannender ist die Blogparade von Phinabelle, denn es gibt viele Berichte über die Wahrheit. Vielleicht gibt es wirklich Familien, die es rundum als bezaubernd und einfach beschreiben. Ich lese so etwas gerne. Das Positive überwiegt für mich natürlich aber ich finde es auch wichtig, zu hören wie schwierig so eine Zeit sein kann.

Es ist oft ein Tabu darüber zu reden und ich kann das gar nicht verstehen. Die Natur hat nicht alle Körper gleich gemacht. Jeder Mensch ist anders. Niemand muss sich schämen wenn er seine Schwangerschaft als schrecklich empfand, oder eine schlimme Wochenbettdepression hatte oder die Partnerschaft sich der definieren musste oder es eben nur über künstliche Befruchtung zu einer neuen Familie gewachsen ist.

Redet darüber. Schweigt nicht. Sowohl positiv als auch „negativ“ sollte ganz natürlich wiedergegeben werden dürfen um Trost oder Rat zu erhalten.

Wie war es bei euch? Was ist eure Wahrheit übers Kinder kriegen?

Eure Glucke und psssttttt ich habe morgen Geburtstag hehe…

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2 Comments

  • Reply MamaBlume 29. Mai 2016 at 22:06

    Liebe Dani,

    sowas ähnliches haben wir auch erlebt.
    Nur mit dem Unterschied, dass ich bereits einen Sohn aus einer früheren Verbindung (eher Affäre.. 🙂 ) hatte. Das war so nicht geplant und nach Jahren des Alleinseins lernte ich meinen Lebensgefährten kennen. Dann erstmal eine Ausbildung, ein Umzug, Selbstständigkeit und 2012 war er da: Der Kinderwunsch. Erstmal haben wir auch so easy-peasy geherzelt.. Dann fiel mir schonmal auf, dass mein Zyklus irgendwie spinnt.. Also Zykluskurven geführt.. Nach einem Jahr saß ich bei der Frauenärztin und sie verschrieb mir Clomifen… im zweiten Clomifen-Zyklus im November dann endlich der positive Test. Und kurz vor Weihnachten dann die ELSS-OP :'( Im April 2014 hats dann endlich geklappt. Insgesamt haben wir 18 Monate gebraucht um erfolgreich schwanger zu werden. Einige frühe Abgänge hatte ich in der Zeit leider auch :/ Das hat mich fertig gemacht.. Mein Sohn ist entstanden weil ich mit der Pille geschludert hab. Und jetzt, wo alles passt, sollte und wollte es einfach nicht klappen!

    Die Schwangerschaft war toll <3 Ich hab nahezu jede Minute genossen. Okay, ich war dann auch im Winter hochschwanger, im Sommer wär das wirklcih kein Vergnügen mehr gewesen, das weiß ich noch aus der Schwangerschaft mit meinem Sohn o.O Die Geburt war (fast) traumhaft, die ersten Tage und Wochen und Monate (wie bei Dir) dann leider nicht. Erst die schwere Gelbsucht, über Weihnachten im Krankenhaus und die Kleine im Inkubator unter Blaulicht und nur alle 4 Stunden durfte ich sie für 10 Minuten halten… und dann entpuppte sich mein wundervolles Wunschkind als Schrei- und Spuckbaby :'( und das Stillen wollte auch nicht wirklich klappen. Das war hart! Ich hab ständig an mir gezweifelt (und tue es noch immer..) Ich hatte einfach kein zufriedenes Baby und ich fühlte mich schuldig weil ich ihre Bedürfnisse offensichtlich nicht verstand.
    Die Kleine ist jetzt 17 Monate alt und soll in absehbarer Zeit noch ein Geschwisterchen bekommen aber ich habe Angst! Angst, dass es wieder solange dauert (ich werd ja auch nicht jünger..), dass die erste Zeit wieder so schlimm wird, dass ich dem Baby wieder nicht gerecht werden kann (von mir mal ganz zu schweigen). Ich habe das große Glück, dass mein Partner in jeder Situation neben und hinter mir stand. Mir den Rücken stärkte. Mich tröstete, für mich da war. Und ich weiß, dass er das wieder tun wird. Der Witz dabei ist: Ich hätte wissen müssen, was mich erwarten könnte. Ich hab doch schon einen großen Sohn (der jetzt im Oktober 15 Jahre alt wird.. o.O ) und trotzdem hat mich die erste Babyzeit so eiskalt erwischt und ich trauere darum, dass ich die Babyflitterwochen mit meiner Tochter kaum geniessen konnte 🙁

    Momentan entdeckt sie, dass sie ja einen eigenen Willen hat. Anstrengend.. aber auch irgendwie schön, dieses wunderbare Wesen zu beobachten, wie es seine Welt entdeckt. Und bei allem, was wir durchgemacht haben, dafür hat sich das definitiv gelohnt <3

    • Reply Dani 29. Mai 2016 at 22:09

      Hi,
      wow das klingt auch sehr sehr aufreibend für euch alle aber du hast es gemeistert und das sogar mit 2 Kindern und das 3. wirst du auch meistern und es ist wunderbar, dass Du Kinder so sehr liebst, dass Du noch eins möchtest.
      Ich weiss die Ängste und Zweifel werden nicht weniger aber wie du schon sagst, Du siehst sie dir an und man vergisst auch alles irgendwie.
      Ich drücke Dich
      liebe Grüße und danke fürs Teilhaben
      Dani

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