Ich und So

Es lebt sich gut #aufAugenhöhe

10. März 2015

Geschlechter

Es ist schon eine Weile her, da kursierte ein äußerst, für viele Männer, sehr einleuchtender Beitrag von Papa-online durchs Netz. Mama Notes konnte das gar nicht lange unkommentiert lassen und holte zum Gegenschlag aus. Tanja , die Murmelmama, fand, dass das Gesprächsstoff geben könnte und rief zur Blogparade ganz klar worum es hier geht oder? Es geht natürlich um die Geschlechterrollen im Leben, im Haushalt, eben überall. Papa-Online sagt, dass Männer immer klare Ansagen brauchen. Mama Notes findet das irgendwie blöd.

Ich las meinem Mann, abends, diesen Beitrag vor, er nickte und lachte viel. Wir diskutierten. Er sagte sofort, dass gibt Ärger im Netz. Ha er hatte recht. Viele Frauen fühlten sich angegriffen und auch einige Männer.

Bei uns ist es ja so, dass Mann alles kann, was den Haushalt betrifft. Er kann kochen, waschen, bügeln, putzen. Er mag aber fast nichts davon und gibt ehrlich zu, dass er lieber auf der Couch sitzt und was liest oder ne Doku anschaut. Wir leben bereits ein paar Jahre zusammen und es gab selten Reibereien was dieses Thema anbelangt, da ich auch alles kann, ich kann kochen, bügeln, waschen und putzen.

Jetzt sagt mir doch mal bitte, wer das alles gern macht und mit voller Leidenschaft? Ich sitze auch lieber auf der Couch und lese.

jetzt könnte man meinen, dass zwei Faule im Dreck ersticken. Natürlich ist das nicht so. Wir haben über die Jahre rausgefunden, was jeder so halbwegs“fürnotwendiggerneerachtet“ und machen es so. Wenn es einem mal nicht gut geht, dann macht es eben der Andere. Mein Mann sagt aber auch bis heute, dass klare Ansagen sehr wichtig sind, Männer verstehen klare Ansagen und setzen Sie um. Ich finde nicht, dass da mein Mann als Kind behandelt werden möchte. Er möchte es einfach so machen, wie ich es immer mache. Er möchte keine Fehler, beim Waschen z.B. machen.

seit der Prinz auf der Welt ist und ich in Elternzeit bin, haben sich die Aufgaben nochmal etwas verändert. Mein Mann arbeitet viel und lang, da muss er nicht abends noch putzen und den Haushalt schmeißen. Er spielt, falls er den Prinzen noch sieht, mit ihm und macht ihn Bettfertig oder räumt den Abendbrottisch ab. Am Wochenende geht er mit dem Prinzen raus und ich kann in Ruhe kochen. 

Ja wir leben heute in einer Welt, in der Frauen arbeiten gehen, Geld verdienen und auch Karriere machen aber ich finde grundsätzlich das klassische Familienbild nicht verwerflich. Wir besprechen Dinge, niemand sagt „das ist alleine dein Job, weil du die Frau bist.“ Wir sagen so etwas vllt. mal um uns zu ärgern. Bei uns wechseln die Zuständigkeiten, je nach Lebenssituation. Niemand ist sich zu schade für irgendwas. Wir diskutieren für unsere Partnerschaft nicht die Geschlechterrolle, wäre das so, dann wären wir nicht die Richtigen füreinander.

Wir können damit super leben, wir führen keinen Geschlechterkampf. Ich empfinde mich nicht als Untertanin oder Weibchen am Herd. Ich empfinde meinen Mann nicht als Kind nur weil er um Ansagen bittet. Wir sind beide Menschen, eigenständige Menschen, die eigentlich zu faul für den ganzen Haushaltskram sind und es trotzdem GEMEINSAM meistern.

Ich persönlich empfinde es als sehr anstrengend darüber nachzudenken, welches Geschlecht für was zuständig sein sollte. Für mich ist, wie in allen Lebensbereichen, die Kommunikation, das Schlüsselwort. Wenn das nicht funktioniert und man ein Problem mit seinem Partner hat, bzw. seiner Einstellung, dann sollte man klarstellen was man vom Leben erwartet. Erwartet Frau einen Mann, der den Haushalt mit wuppt und das ohne Ansagen oder Gespräch, ja dann muss Frau eben so einen Mann suchen. Erwartet Mann dass Frau alles alleine macht, dann muss auch Mann sich so eine Frau suchen. Es gibt alle Varianten in Hülle und Fülle da draußen oder?

so und nun setzen wir zwei Faule uns auf die Couch und besprechen was wir am Wochenende schönes machen können.

wie ist es bei euch? Wer schmeißt den Haushalt? Will euer Partner bemuttert werden?

eure Dani

 

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4 Comments

  • Reply lareine 10. März 2015 at 17:26

    Nein, mein Mann wäre, glaube ich, ziemlich genervt von Bemutterung. Er mag diese Männer nicht besonders, über die man sagt, sie seien wie Kinder. Ich glaube, erhält sie für stabilen Inseln des konservativen Patriachats 😀

    Er selbst ist allerdings den ganzen Tag (von spätestens 8 bis abends 7 oder halb 8) aus dem Haus. So richtig viel Hausarbeit kann er da während der Woche nicht wirklich übernehmen.

    Aber: Er macht am Wochenende immer das frühstück. Er befüllt und leert die Spülmaschine, wenn es gerade gemacht werden muss. Er scnappt sich wie selbstverständlich den Staubsauger, wenn es nötig wird und er hat sich neulich eine Bürste für „sein“ Sofa gekauft, damit er es entfusseln kann 😀
    (Sein Sofa steht in einem zweiten, von ihm eingerichteten Wohnzimmer, das wir haben, weil wir an unserem Haus eine Einliegerwohnung haben, zu der wir einen Durchbruch machten.)

    Jedenfalls bin ich eine von denen, die Geschirrtücher bügeln, die täglich staubsaugen und deren Wäschekammer superordentlich aussieht. Vor Jahren hat mein Mann gerne gesagt: „So lange du für so was zeit hastm hast du einfach noch nicht genug zu tun.“ Das hat mich immer geärgert – inzwischen aber weiß er, dass dies einfach meine Arbeitsweise ist und akzeptiert es so.
    Vielleicht ist es auch nicht nur eine Arbeitsweise, sondern eine Neurose, wer weiß das schon? 😀

    Liebe Grüße!

    • Reply Glucke 10. März 2015 at 17:41

      Hey,
      Ja mit der Neurose könnte etwas dran sein, oder? Ich Bügel die Hemden von meinem Mann sonst nix. Ja bei uns ist es auch so, er geht 8Uhr los und kommt 19Uhr wieder demnach kann und werde ich da nichts verlangen.
      Klingt nach einem tollen Haus was ihr da habt.
      Liebe Grüsse
      Dani

  • Reply Manati von Manatis Welt 10. März 2015 at 15:35

    Du bringst es ziemlich treffend auf den Punkt. Wir teilen uns auch den Haushalt, vielleicht nicht immer 50/50, aber so etwas gegenzurechnen wäre ja auch mühsam (und m.M.n. blöd). Es kocht derjenige, der daheim ist bzw. früher aus der Arbeit kommt- an freien Tagen machen wir das meist gemeinsam. Seine eigenen Sachen (v.a. Klamotten, Unterlagen, Post etc.) räumt jeder selbst weg,der Rest läuft auch ohne große Absprachen nebenher: wer denkt, dass das Bad jetzt gerade dreckig ist, der putzt es (und ja, mein Freund sieht das auch und macht es freiwillig), wem der Wäscheberg auf den Keks geht, stopft ihn in die Maschine und wer den Boden dreckig findet, der saugt. Klingt vllt so, als ob das eine gute Ausrede wäre, einfach „nichts zu sehen“- ist aber tatsächlich nicht der Fall und bei uns funktioniert es so seit vielen Jahren recht gut.
    LG

    • Reply Glucke 10. März 2015 at 15:46

      Hi Manati,
      danke und ja ich finde eben es muss keine Unterhaltungen darüber geben und es gibt genug Beispiele wo es funktioniert.
      Liebe Grüsse
      Dani

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