Ich die Glucke

Eineinhalb Jahre 2-fach Mama und glücklich

14. Juni 2019

eineinhalb jahre mama von ZweienIm April 2015 schrieb ich darüber, dass ich mir kein weiteres Kind vorstellen könnte. Zu diesem Zeitpunkt war ich fest davon überzeugt, dass ich niemals nie 2 Kinder und die damit verbundene Verantwortung bewältigen könnte. Dieser Artikel damals löste viele viele Kommentare aus und noch heute schreiben mir Leserinnen, wieso ich denn nun meine Meinung geändert habe, da Sie meine Argumente voll und ganz nachvollziehen können. Die Autorinnen von StadtlandMama schrieben sogar einen Beitrag über meine Gedanken damals.

Es ist ja so, ich wollte immer 2 Kinder. Es war einfach ganz fest in mir verankert. Aber das Leben hat seine eigenen Pläne und da ich ein sehr kopflastiger Bauchtyp bin und eben auch einfach einige Baustellen in meinem Gehirn habe, war ich (meiner damaligen Meinung nach) vernünftig und wollte bei einem Kind bleiben um eben auch Allem und Allen gerecht zu werden.

Naja wie ihr alle wisst, bin ich nun doch Mama von 2 Kindern. Genau genommen morgen seit eineinhalb Jahren Mamavon Zweien und wir sind nun zu Viert und ich bin glücklich.

Ja wie kam denn nun mein Sinneswandel.

Mein Mann wollte immer 2 Kinder und für ihn war meine Entscheidung sehr sehr schwer. Für ihn gehören zu dieser Entscheidung eben auch 2 Menschen und nicht nur Einer obwohl er mich natürlich weder zwingen wollte noch konnte. Ich war aber mit dem Prinzen und unserem Leben zufrieden. Ich konnte wieder in Teilzeit arbeiten gehen, Hobbys ausüben und die Freiheit des Alleinseins schnuppern. Geplant hatte ich zu der Zeit kein weiteres Kind obwohl ganz versteckt in mir drinnen noch Platz war für ein weiteres Wunder und auch das Bewusstsein, dass ich es schaffen würde. Ich war geübter, hatte Strategien, war ganz sicher auch stärker und einfach gefestigter als noch 2 Jahre zuvor.

Dieses kleine Wunder, dass als Zyste deklariert wurde, machte sich ganz überraschend von selbst auf den Weg und ich gebe es zu, sofort kamen die Zweifel wieder ob ich das nun alles schaffe und wie ich das schaffen soll obwohl ich ja vorher recht überzeugt war, das das kein Problem wäre. Die Schwangerschaft war ja sehr sehr beschwerlich. Der Prinz war 4 Jahre alt und ein großer selbständiger Junge, der aus dem „Gröbsten“ raus war.(HAHA)

Nie kam es in Frage unseren Igel nicht zu bekommen aber das Gehirn spinnt ja weiter und da sind eher organisatorische Fragen die aufkamen.

Wie bringe ich ein Baby ins Bett und was macht das große Kind dann? Wie beschäftigt man das große Kind, während das Baby auf dem Arm schläft?

Der Igel kam auf die Welt und unsere 1. Zeit war grauenhaft. Das Geburtstrauma hat einen normalen Alltag unmöglich gemacht und ich war genau an dem Punkt angekommen zu sagen, das schaffe ich nicht mehr.

Ich kann niemandem mehr gerecht werden. Ich brauche 10 Arme und ich war tatsächlich überfordert mit der Situation. Ich  musste uns helfen, denn das war ja kein Zustand. Liebe verdoppelt sich, sagt man und das stimmt auch aber es war gar nicht soviel Platz neben den Sorgen und Ängsten für diese große Liebe.

Wir waren als Familie wieder sehr gefordert. Es kam alles auf einmal. Wenn ich an das erste Jahr mit unserem Igel denke, dann sehe ich viele Tränen, dunkle Gedanken und Konflikte auf allen Seiten.

ABER ich sehe auch wie wir gereift sind als Familie. Wir alle. Die Hebamme, die mir bei der emotionellen ersten Hilfe so geholfen hatte, meinte zu mir, dass ich mir nicht so viele Gedanken darum machen soll, wie jeder seinen Platz finden soll, da wir alle unseren Platz bereits haben, sondern das jede Aufgabe am Ende etwas bewirkt.

Genau so war es auch. Ich hörte auf ein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich dem Prinzen nicht mehr gerecht werden kann, da er weniger Aufmerksamkeit bekommt. Er fügte sich ganz automatisch in seine neue Rolle als großer Bruder ein. Für ihn war es total normal, das da jetzt noch ein Mensch da ist. Er hat ganz natürlich gelernt, dass sich der Tagesablauf verändert hat. Das klingt jetzt alles so einfach. Natürlich war es das nicht aber meine Zwei Jungs sind wirklich ein Team. Sie streiten sich und lieben sich. Der Igel hat in diesen 1,5 Jahren so viel von seinem Bruder gelernt, das ich immer nur staunend daneben sitze.

Unser Igel ist immer noch ein sehr sehr forderndes Kind.

Er ist ganz anders als sein großer Bruder und manchmal erwische ich mich dabei, wie überrascht ich darüber bin, da ich natürlich immer in der Entwicklung mit dem Prinzen vergleiche. Es ist immer ein jonglieren der Bedürfnisse aber inzwischen kann ich mit einem Kaffee dasitzen und meine 2 Kinder spielen miteinander. Trotz des Altersunterschiedes profitieren Sie voneinander. Sie lernen voneinander und jeder hat seinen Platz gefunden.

Ich bin immer noch hundemüde und manchmal weiss ich nicht, ob jeder die Aufmerksamkeit bekommt, die er bekommen sollte. Das ist mein eigener Anspruch, der deckt sich vielleicht gar nicht, mit dem der Kinder. Ich kann jedem Elter nur sagen, das zweifelt ob ein 2. Kind Platz hat: Ich kann das nicht für euch entscheiden. Es spielen so viele Faktoren eine Rolle. Das sind nicht nur emotionale Faktoren sondern eben auch ganz rationale. So eine Entscheidung zu treffen finde ich nicht einfach. Auch wenn ich uns jetzt als komplett ansehe und sehr sehr glücklich darüber bin, dass wir unseren Igel haben und nicht bei einem Kind geblieben sind, heisst das nicht, das das für jede Familie gilt. Niemals würde ich mir anmaßen Eltern zu sagen, dass ein Kind kein Kind ist oder eine Pro und Kontraliste anzulegen.

Es ist zu individuell. Für mich ist unsere Familienplanung abgeschlossen.eineinhalb jahre mama und gluecklich

Das ist diesmal eine unabänderbare Entscheidung, die wir als Familie gemeinsam entschieden haben und dennoch freue ich mich für alle Eltern die 3, 4 oder 5 Kinder haben. ich bewundere Sie sogar dafür, wieviel Stärke sie besitzen.

Uns stehen viele neue Abenteuer als Eltern von 2 Kindern bevor. Wir haben eine Eingewöhnung im Kindergarten und eine Einschulung. Beide Kinder befinden sich in Entwicklungsphasen, die uns voll und ganz beanspruchen und da ich keine easy chillige Mama bin, fordert mich das ungemein und meine eigenen Baustellen sind auch noch groß genug.

Die Bedürfnisse aller Familienmitglieder müssen in irgendeiner Form abgedeckt sein und das ist mit einem Kind schwer aber auch mit Zweien oder mehr. Jede Konstellation hat seine Hürden. Jede Familie ist anders. Ich verstehe auch Menschen, die sagen, Sie möchten keine Kinder. ich verurteile da nicht, denn ich kann und will diese Entscheidungen nicht zerpflücken. 12v12-Alltag-Januar couchen

Entscheidungen die man trifft, können sich immer wieder ändern. Fast nichts ist in Stein gemeißelt. Wenn ich alte Texte von mir lese, sitze ich manchmal da und denke, wow so hab ich mal gedacht oder Wahnsinn wie sich die Dinge verändert haben aber so ist das Leben. Wir verändern uns stetig und ständig. Es ist gut und manchmal eben nicht.

Aus der Erfahrung mit Zwei Kindern habe ich gelernt, dass ich absolut keine Babymama bin. Ich liebe den Duft von Neugeborenen aber Kleinkinder ab einem Jahr sind wirklich mehr mein Ding, da Sie unglaublich interagieren und man ein Stück weit „freier“ in seinem Dunstkreis ist. Ich war bei beiden Kindern im ersten Jahr in einer der hilflosesten Positionen meines Lebens.

Immer mit dem 1. Geburtstag hat sich diese Überforderung und Hilflosigkeit so langsam verabschiedet.

Inzwischen habe ich unglaublich viel Spaß mit meinen Rabauken zu kommunizieren, zu Spielen und die Welt zu erobern. Es liegen noch viele gemeinsame Jahre vor uns und ich glaube „einfach“ wird es mit Kindern nie. Da bin ich auch ganz ehrlich zu mir selbst. Ängste und Sorgen sind in jedem Lebensabschnitt dabei und auch ein immenses Lernen und Akzeptieren der Situationen stellt mich immer wieder vor Herausforderungen aber so wie es jetzt ist, ist es genau richtig.

Fandet ihr die Babyphase „besser“ oder seid ihr auch eher Typ „große Kinder“? Befindet ihr euch gerade in so einer Entscheidungsphase und was sind eure Argumente?

Eure Glucke

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