Ich die Glucke

Der Tag der Geburt….

13. Januar 2015

Tag der Geburt

Für die meisten werdenden Eltern kommt der Tag der Geburt meist überraschend. Ja, der Frauenarzt berechnet einen Geburtstag aber die wenigsten Babys kommen an diesem Tag.
Die meisten Babys haben das Bedürfnis sich abends oder nachts anzukündigen, wieso weiß ich gar nicht.


Bei uns war alles etwas anders. Wir wussten bereits recht früh, an welchem Tag unser Prinz auf die Welt kommt. Nein, ich bin nicht Hellseherin.
Der Prinz lag seit der 24. Schwangerschaftswoche in Beckenendlage. Beckenendlage bedeutet, er saß in mir, also sein Kopf unter meinem  Herzen. Diese Lage wird als Abweichung von der Norm beschrieben, ca. 3-5% aller Schwangeren sind betroffen. Die Ursache ist nicht bekannt. Sowohl genetisch als auch medizinische Gründe können der Fall sein. Ich denke, dass das Kind sich die Position sucht, in der es ihm/ihr am besten geht.
Der Prinz hatte es sich total gemütlich gemacht und es gab keine Hoffnung das er sich noch dreht. Wir haben natürlich auch spielerisch versucht ihn zu überzeugen. Da gibt es ja total viele Möglichkeiten.

Wir haben den Taschenlampentrick ausprobiert. Man scheint mit der Taschenlampe auf den Bauch und bewegt die Taschenlampe so, dass das Ungeborene folgt.

Der Prinz ist definitiv gefolgt aber wahrscheinlich nur mit dem Arm oder er hat den Kopf gedreht. Aber seinen ganzen Körper natürlich nicht. Es gibt auch eine Äußere Wendung. Bei der äußeren Wendung wird versucht das Kind von außen über die Bauchdecke zu drehen. Dies kann nur ein sehr erfahrener Geburtshelfer machen.
Für uns kam das nicht in Frage, da es 1. sehr sehr schmerzhaft ist und 2. Risiken für Mutter und Kind gibt.
Für mich macht es keinen Sinn da in die Natur einzugreifen. Der Prinz war gesund.

So um die 35. Woche sagte mein Arzt, dass ich mir wohl einen Termin im Krankenhaus machen könnte, um einen Kaiserschnitt zu besprechen.

Unser Ziel war das nicht aber das Wort Kaiserschnitt stand schon mal, am Anfang der Schwangerschaft eine Weile im Raum und somit waren wir halbwegs vorbereitet.
Der Termin im Krankenhaus umfasste ein Gespräch, ein langes CTG,einen Ultraschall und ein Gespräch beim Anästhesisten.
Die Ärztin bestätigte wieder, dass der Prinz sich nicht mehr drehen wird, da er auch sehr groß ist und wenig Fruchtwasser ihn umgibt.
Dann ging es um den Termin. Wir hatten uns einen Termin überlegt. Man muss dazusagen das wir ca. 30Grad hatten, ich bereits über 20kg mehr auf den Rippen und unendlich viel Wasser im Körper.

Auf Deutsch, ich war mehr als bereit für die Geburt.

Ja aber so einfach war das nicht, aufgrund der Anpassungsschwierigkeiten, die Kinder nach einem Kaiserschnitt haben können, wird versucht den Termin so nah wie möglich an den errechneten Termin zu legen.

Ok vier Tage vorm errechneten Termin.  6Uhr sollte es dann soweit sein.
5Wochen vor der errechneten Geburt bereits zu wissen wann es soweit ist, war komisch aber nicht zu ändern.
Wir entschieden uns für eine Sectio mit Spinalanästhesie, bedeutet ich bin bei dem Kaiserschnitt wach und mein Mann darf dabei sein. Das war uns sehr wichtig.

Das Gespräch mit dem Anästhesisten hat sehr lang gedauert. Alle Risiken eines Kaiserschnitts werden bis ins kleinste Detail besprochen und auch, wie der Kaiserschnitt abläuft und was mit dem Kind passiert.
Ich muss sagen als Hochschwangere, äußerst sensible Person sollte man das Gespräch vllt. nicht alleine führen. Ich hatte mehrfach Tränen in den Augen und wollte eigentlich nur gehen.

Am Tag vor der Geburt stand nochmal ein Check im Krankenhaus an. Es war alles in Ordnung und wir haben den Tag mit einem leckeren Essen in einem schönen Biergarten ausklingen lassen.

An Schlafen war eh nicht zu denken, ich hab ja total Angst vor Krankenhäusern und Operationen sowieso.
Außerdem wussten wir, dass sich in wenigen Stunden unser ganzes Leben ändern sollte. Das wir auf einmal Eltern werden.
Wir waren pünktlich 6Uhr im Krankenhaus und mir war ganz schwindelig. Ich wurde in einem Raum geführt und dort sollte ich erstmal diese tolle mit Arsch-offen-Krankenhauskleidung anziehen. Dann bekam ich eine Flexüle gelegt in meine Hand und jetzt kam das im Nachhinein  Allerschlimmste. Der EINLAUF. Oh es war schrecklich, dieses Gefühl…

Ok. Als das erledigt war ging es in den Kreissaal. Oh man mein Puls stieg an. Viele viele Leute waren um mich rum. Ich glaube 4Hebammen, 2Anästhesisten und eine Ärztin.

Mir wurde auf den riesen Stuhl geholfen. Nun wurde mir erklärt wie es weitergeht. Es wurde mir eine Betäubung in den Rücken gespritzt, dann wurde das eigentliche Narkosemittel, die Spinalanästhesie, vorgenommen und gespritzt.
Danach musste ich mich ganz schnell hinlegen. Das war äußerst schwierig mit so einem riesigen Bauch.
Das Gefühl war total merkwürdig. Alles kribbelte und wurde warm und die Aufregung verstärkte das alles.
Nun wurden Tücher aufgebaut, die die Sicht auf alles unterhalb meiner Brust verhinderten.
Ich muss wirklich sagen dass das Team so toll war, sie haben mir immer gut zugeredet, haben alles mit mir besprochen. Von der Spinalanästhesie habe ich kaum etwas gemerkt obwohl ich solche Angst hatte.
Der Arzt meinte, das jetzt immer Tests am Bauch gemacht werden ob die Narkose wirkt. Inzwischen durfte mein Mann zu mir kommen. Es ruckelte an meinem Bauch und ich fragte ob jetzt wieder ein Test gemacht wird und 5Sekunden später hielt man uns unseren Sohn hoch, der sofort aus vollem Leibe schrie, was ein sehr gutes Zeichen war.

Wir weinten beide und unser Prinz wurde mir auf die Brust gelegt.

Dieses Gefühl ist so unbeschreiblich schön, dass mir beim Schreiben schon wieder die Tränen kommen.
Dann wurde der Prinz und mein Mann rausgebracht und ich blieb zurück und wurde fertig operiert. Zwischendurch kam die Hebamme und sagte mir wie groß und schwer der Prinz ist und das es ihm gut geht.
Danach kam ich in den Aufwachraum und dort saß schon mein Mann und der Prinz wurde mir in die Arme gelegt.

Nach weiteren 2Stunden kamen wir auf Station und dann kam alles anders….

 

wie war die Geburt für euch? Wie stellt ihr euch eine Geburt vor?

Eure Glucke

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12 Comments

  • Reply Monsterpark Rattelsdorf-Das beste Geschenk überhaupt ~ Glucke und So 31. Juli 2017 at 8:01

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  • Reply Wie sehe ich mich eigentlich als Mama so? ~ Glucke und So 27. März 2017 at 21:11

    […] 10 Punkte sind immer in meinem Kopf, Sie sind wie ein Mantra, ein Leitfaden. Als mein Prinz auf die Welt kam, da spürte ich diese Liebe, diese neue Liebe. Eine ganz andere Liebe als die zu meinem Mann. […]

  • Reply Dann kam alles anders 12. Februar 2017 at 15:06

    […] Ich hatte euch ja von der Geburt des Prinzen erzählt. Ich kann nur immer wieder betonen, dass nur durch das Team im Kreissaal der Kaiserschnitt so unproblematisch verlief und somit die Geburt ein tolles Erlebnis für uns war. Es gibt viele Frauen die das nicht behaupten können.  […]

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  • Reply was soll das Alles? #regrettingmotherhood ~ Glucke und So 9. April 2015 at 18:49

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  • Reply Ich hatte keine Hebamme! ..aber... ~ Glucke und So 27. Februar 2015 at 11:17

    […] war Sie da die Geburt. Im Krankenhaus versuchte ich so viel es geht zu erfahren. Auch vorab bei der Geburtsvorbereitung […]

  • Reply Mutti 13. Januar 2015 at 20:11

    Aber es ist alles gut geworden und ihr habt einen ganz süßen burzel und natürlich auch unser süßer burzel ganz lieb von Mutti

  • Reply Glucke 13. Januar 2015 at 18:41

    Hallo Nadin,

    Mir wurde gesagt dass ich doch hätte normal gebären Können in BEL obwohl das nur wenige Kliniken überhaupt anbieten. Wenn die Leute nichts zu äußern haben dann ist Ihnen langweilig.

  • Reply nadin 13. Januar 2015 at 18:11

    Bei uns war es auch ein geplanter Kaiserschnitt.aber wie du dir vorstellen kannst,leider nicht freiwillig.da ich unter Epilepsie leide, geht man Gottseidank kein Risiko.schade finde ich nur einige Menschen, inklusive einiger hebammen,die dich schief angucken,wenn die vom geplanten Kaiserschnitt hören,ohnehin Grund zu hinterfragen

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