Ich die Glucke

Der nächste große Schritt-Gedanken zur Einschulung

8. Juni 2018

Der nächste Große Schritt EinschulungDie Zeit rast und schon in ein paar Monaten wird der Prinz ein Vorschulkind. Das Jahr vor dem nächsten großen Schritt- die Einschulung, steht in den Startlöchern.

Aufgeregt sind wir alle und der Prinz sagt, bald gehört er zu den Großen.

Das Jahr vor der Einschulung wird ein Spannendes werden. Nicht nur die sogenannte „Wackelzahnpubertät“ steht in den Startlöchern.

Nein auch eine immense Entwicklung in allen Bereichen eines Kindes geht von Statten. In jeder Kindertageseinreichtung wird in diesem Jahr jeder Vorschüler langsam an diese neue Ära herangeführt. Spezielle Projekte, Ausflüge aber auch eine emotionale Vorbereitung bereichern den Kita-Alltag.

Für mich als Mama, ist dieses Jahr auch sehr aufregend. Vor Allem auch aufregend, da unser Staat ja vorgibt, welche Grundschule mein Kind besuchen muss. Weiterhin gibt der Staat auch vor, in welchem Jahr mein Kind eingeschult werden muss. Jedes Bundesland hat einen sogenannten Stichtag und dieser entscheidet ob das Kind mit 6 oder 7 in die Schule kommt. Man kann sein Kind sogar mit 5 einschulen lassen.

Ich werde diese Einmischung in solch eine wichtige Entscheidung niemals verstehen. Für mich wäre ein Gesetz, das sagt, dass jedes Kind spätestens mit 7 Jahren eingeschult wird, viel richtiger und sinnvoller. Alle Eltern sollten ganz individuell entscheiden können, wann ihr Kind in die Schule kommt, da viele Faktoren eine Rolle spielen.

Auch, das die Schule vorgegeben wird ist ein großer Einschnitt in unsere und die Wahlfreiheit unserer Kinder.

Es gibt unzählige Konzepte und verschiedene Schulformen. Durch die Einzugsgebietszuordnung, ist die Wohnadresse ausschlaggebend, welche Schule mein Kind besucht. Wichtiger wäre aber doch, welche Schule passt zu meinem Kind.

Für mich beginnt Förderung genau da. Hätte man die Wahl, welche Grundschule man besucht und ob man mit 6 oder 7 einschult, dann kann man individuell auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Eine Schule, die z.B. von  kaum Eltern gewählt werden würde, hätte dann augenscheinlich Defizite die gefördert und behoben werden müssten. Dafür sollte Fördergelder und Gelder für die allgemeine Bildung da sein.

Einschulung sollte immer ein freudiges Ereignis sein für alle Beteiligten.

Mein Traum von Schule ist vielleicht unrealistisch aber ich erzähle euch trotzdem davon. Für mich macht eine passende Schule folgendes aus:

  • 2 Lehrer pro Unterrichtsstunde, um besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder einzugehen
  • Klassenräume, die Raum bieten in dem die Kinder auch Stehen können und nicht „brav“ 45 Minuten sitzen müssen, da Bewegung einfach wichtig und vor Allem für viele Kinder notwendig ist, um sich zu konzentrieren. „Gedankenkreise“ nenne ich das immer.
  • Übergreifende Schulstunden- ist ein Kind in Mathe zum Beispiel schon so weit, des es den Stoff der 2. Klasse verstehen und anwenden kann, dann sollte es eben für dieses Fach auch in die 2. Klasse wechseln können. So können die Kinder individueller gefördert werdenSpielplatz-Eibtaler hof
  • Bewegungsunterricht- Ich habe in der Schule Schwimmen gelernt und ich finde, jedes Kind sollte dieses Recht haben. Der Sportunterricht sollte auch mehr Schulstunden beinhalten und umfangreicher gestaltet sein. Tanzen, Ballspiele, Leichtathletik etc., denn auch hier ist jedes Kind anders. Für mich war der Schulsport oft sehr unbefriedigend, da ich Sport machen MUSSTE, den ich einfach nicht beherrsche.
  • ein Tag in der Woche wird Unterricht im Freien gemacht. Das muss kein Ausflug sein. Ein Tag Draussen auf dem Schulgelände reicht ja aus. Es beflügelt und bietet Kreativität.
  • Kleine Klassen mit nicht mehr als 20 Schülern, denn kein Lehrer kann 30 Schüler fördern und fordern ohne an seine/ihre und die Grenzen der Kinder zu kommen
  • empathische und gut ausgebildete Lehrer, die Freude an ihrer Arbeit haben

Im Übrigen gibt es tatsächlich Schulen, die viele meiner Träume anbieten und leben aber solche Schulen sind oftmals privat und unbezahlbar.

Wir schauen uns einige Schulen an um ein Gespür dafür zu bekommen, was der Prinz benötigt und um auch den Aussenstehenden, der Schulleitung Gehör zu verschaffen, was wichtig für unser Kind ist, denn die Schule ist lange lange vorbei für uns. Wir wuchsen in der DDR auf und sind aus dem aktuellen System einfach raus. Ich möchte Input haben um eine gute Entscheidung zu treffen.

Schule ist wichtig und richtig. Bildung ist ein Gut, das jedes Kind verdient hat und in individueller Weise zur Verfügung gestellt bekommen sollte.

Auch hier grenzt unser Staat ja viele Menschen aus. In jedem Bundesland gibt es unterschiedliche Lehrpläne und unterschiedliche Abschlussinhalte. Ich habe schon in einer Personaleinstellungsphase erlebt, das eine Person mit Abitur aus den neuen Bundesländern nicht genommen wurde, da der Bildungsabschluss nicht gleichwertig mit dem Abitur in Bayern oder Baden-Württemberg ist.

Wie kann das sein? Wieso haben wir kein einheitliches System? Wieso gibt es in Deutschland nicht einheitliche Lehrpläne mit identischen Abschlüssen um eben auch später in Bewerbungsphasen gleichberechtigt zu sein?

Denn wäre das so, dann könnte man auch auf Nachhilfe und Förderung der Schüler viel besser eingehen und vor Allem wären alle auf demselben Stand. Ihr wisst, das ich von übermässiger Förderung nicht allzu viel halte.

Gerade die Grundschulzeit sollte für die Kinder Spaß bedeuten.

Ich glaube jedes Kind freut sich, in die Schule zu kommen und genau diese Freude sollte aufrecht erhalten bleiben. Denn mit Freude lernt man doch am Besten. Starre Systeme und auch oftmals ehrgeizige Eltern stören diese Freude und machen den weiteren Schulweg zur Tortur für die Kinder. Die Grundschule sollte die Einführung in das komplexe System Schule und Bildung geben und da ist für mich Nachhilfe und „künstliche“ Förderung selten notwendig.

Gut ausgebildetes Fachpersonal erkennt natürlich sofort, wenn ein Kind speziellere Angebote benötigt, weil es vielleicht eine Rechtschreibschwäche hat oder aufgrund seiner Herkunft, die deutsche Sprache intensiver lernen muss.

Förderung wäre für mich, dass Bildung mit allem Drum und an Dran jedem Kind zur Verfügung steht.

Schon viele Jahre habe ich da eine Idee für die Umsetzung. Ich würde das Kindergeld, in der jetzigen Form abschaffen und eine Chipkarte einführen, die jedem Kind ab Geburt zur Verfügung steht.

Diese Chipkarte wird ebenfalls mit Kindergeld befüllt ABER kann ausschließlich für gewisse Zwecke benutzt werden. Man kann die Karte nicht in einen Bankautomat stecken und erhält Geld sondern man kann zum Beispiel im Babyalter davon einen Kurs seiner Wahl finanzieren oder bestimmte ärztliche Untersuchungen, wie der Augentest ab dem 6. Lebensmonat davon bezahlen, da dies viele Krankenkassen nicht tun. Oder ab Kindergartenalter wird davon der Beitrag oder das Essensgeld bezahlt.

Wirklich zum Einsatz kommt diese Karte dann mit der Einschulung. Mit dieser Karte werden Schulmaterialien, Ausflüge, Klassenfahrten und eben auch Nachhilfe bezahlt. Man gewährleistet so, dass jedes Kind, dieselben Grundmittel zur Verfügung hat und nicht mehr so benachteiligt wird, wie es jetzt der Fall ist. Der emotionale Aspekt spielt hierbei auch eine große Rolle. Kinder die in Armut aufwachsen und der Eltern wirklich jeden Cent umdrehen müssen und dies auch tun um Ihren Kindern etwas zu ermöglichen, machen natürlich sich selbst viele Gedanken, die Sie sich gar nicht machen sollten. Es kommen „Probleme“ auf diese Familien zu, die einfach nicht sein dürfen.

Sehr viele Familien und vor Allem Alleinerziehende könnten sich eine private Nachhilfe für ihre Kinder gar nicht leisten.

Sie könnten sich auch die private Schule, die perfekt zu ihrem Kind passt, niemals leisten. Oder die Klassenfahrt oder Studiengebühren.

Förderung wäre aber genau das für mich. Die Wahl haben ohne das es am Geld scheitert. Förderung bedeutet für mich, das jedes geborene Kind, egal in welche Verhältnisse es hineingeboren wird, eine Grundabsicherung hat um dieses hohe Gut, namens Bildung in Anspruch nehmen zu können.

Bildung muss bezahlbar sein für Jeden!

Denn neben finanziellem- und  Bildungsdruck der auf Eltern und Kindern lastet haben wir auch noch ganz andere Themen, die unbedingt mehr Beachtung benötigen. Mobbing und Gewalt in Einrichtungen nimmt immer mehr zu und das macht mir Angst. Wenn aber in unserem System das Konstrukt Schule wieder mehr Bedeutung erhalten würde, dann könnte man auch das Thema mehr sensibilisieren und unsere Kinder schützen.

Ihr seht, wir haben noch ein bisschen über ein Jahr Zeit bis zur großen Einschulung aber die Gedanken sind da und beschäftigen vor Allem mich. Wir alle wollen unseren Kindern eine unvergessliche Schulzeit bescheren aber die äußeren Umstände können diese Unbeschwertheit beeinflussen.

Immer mehr Menschen in meinem Umfeld beschweren sich über die Zustände an deutschen Schulen und am Allgemeinen Bildungssystem und vor Allem die Kinder in der Grundschule werden davon geprägt. Der Spaß am Lernen rückt in den Hintergrund und alles wird zum Muss und zur Anstrengung.

Förderung, Forderung und Nachhilfe wird dadurch künstlich und verliert ihre Natürlichkeit. Langeweile, Kind sein, Natur und Spaß sind für mich der Garant für Förderung und Forderung.

Dieser Beitrag ist gleichzeitig meine Bewerbung für den jährlichen Scoyo Eltern! Blog Award 2018.scoyo-blogward-2018-siegel-bewerberin

Wie sind eure Gefühle hinsichtlich der Einschulung? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Eure Glucke

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4 Comments

  • Reply 1000 Fragen an Dich selbst-Teil 21-24 und der Mittagsschlaf ~ Glucke und So 13. Juni 2018 at 7:54

    […] 455: Welches Gesetz würdest du einführen, wenn du in der Regierung sitzen würdest? oh viele aber z.B. würde ich das Kindergeld abschaffen. Wieso? Erkläre ich hier. […]

  • Reply Diana 8. Juni 2018 at 22:05

    Gute Gedanken! In Thüringen werden 1. Und 2. Klasse zusammen unterrichtet. Ob es aus dem Grund ist, damit die Kinder voneinander lernen profitieren können oder eben schon Stoff aus der 2..Klasse machen können, oder ein sparmodell weiß ich nicht. Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen. Ich bin da sehr radikal und unsere große wird vorerst gar nicht eingeschult. Aber das geht an dieser Stelle zu weit.

    • Reply Glucke 8. Juni 2018 at 22:10

      Hi,
      ach was? Macht ihr Homeschooling?
      Find ich sehr spannend.

      liebe Grüße
      Dani

  • Reply Anna 8. Juni 2018 at 19:50
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