Ich die Glucke

Die Autonomiephase und der Prinz

14. April 2016

AutonomiephaseIm Moment höre ich es an jeder Front. Die Kinder spielen „verrückt“. Sie wüten, schreien, weinen, klammern, haben schlechte Laune und das ständig und meist im Alter von 2,5-4 Jahren.

Viele Mamas sind unglaublich verunsichert und fragen sich was da los ist.

Das nennt sich Autonomiephase oder auch gerne mal terrible two genannt.

Was ist die Autonomiephase?

Sehr vielen ist die Trotzphase ein Begriff, jedoch mag ich das Wort trotzen überhaupt nicht, da es impliziert, dass das Kind Fehlverhalten an den Tag legt. Das sehe ich aber nicht so.

In der Autonomiephase, welche eine der wichtigsten Phasen für ein Kleinkind ist, passiert unglaublich viel im Gehirn der Kinder. Es ist auch eine Selbstbehauptungsphase. Kinder „protestieren“. Sie zeigen durch Worte, Laute oder auch Gesten und Gefühle ob Ihnen etwas gefällt oder nicht. Das machen Kinder ja schon ab Geburt aber nicht in solch zusammenhängenden Strukturen.

Es ist eine Form der Kommunikation.

Der Prinz stand gestern auf und wollte seine Baggerhose und ein Baggershirt anziehen. Kein Problem, dachte ich mir. ich holte ihm alles aus dem Schrank, wusch ihn und wollte ihn anziehen. Die Hose habe ich noch geschafft. Das Tshirt flog an mir vorbei mit einem lauten NEEEEEIIIINNNNNNNN. Ok. Ich fragte ob er ein anderes Shirt möchte? Ja. Ok. wir gingen gemeinsam zum Schrank, damit er sich etwas aussuchen kann. Dann ging aber das Theater richtig los. Er wurde immer wütender. Er konnte sich nicht entscheiden. Er war mit der Situtation überfordert. Er war aber auch noch nicht bereit, dass ich jetzt für ihn entscheide. Ich blieb in seiner Nähe und ließ ihn aber seine Diskussion mit sich selbst führen. Er weinte immer heftiger. Ich ging zu ihm und berührte seine Hand. So sehe ich ob ein Körperkontakt gewollt ist. Er hielt Sie fest. Das war für mich das Zeichen, dass er jetzt kuscheln möchte. Ich nahm ihn auf den Schoß und wiegte ihn. Er schluchzte und beruhigte sich ganz ganz langsam.

Erst 15 Minuten später war er bereit ein Tshirt anzuziehen und machte schon wieder Quatsch. Es war als ob nichts gewesen wäre. Manchmal vergleiche ich die Autonomiephase mit PMS bei Frauen.

Zumindest ich bin dann auch sehr launisch und habe starke Stimmungsschwankungen. Ein Kind mit knapp 3 Jahren, weiss aber gar nicht was ihm geschieht. Es fühlt sich unverstanden, es fühlt sich überfordert.

Der Prinz möchte gerade abends nur von mir ins Bett gebracht werden. Er hat eine sehr starke Mamaphase im Moment. Das war sofort das Zeichen für uns, dass er wieder etwas erlebt. Er wächst, sein Gehirn wächst, seine Fähigkeiten wachsen und seine Emotionen wachsen.

Das ist Arbeit für Körper und Geist.

Körper und Geist brauchen viel Zuspruch, Liebe und Geborgenheit. Sicherheit und keine Vorurteile. Verständnis und Abstand.

Ich gebe es zu, für mich ist es eine sehr intensive und anstrengende Zeit. Ab und an werde ich laut und schimpfe mit ihm. Ab und An bin ich sehr überfordert und würde am liebsten laut schreien und wegrennen. Es ist sehr zermürbend für mich, nicht helfen zu können. Man gibt sich für etwas die Schuld und sucht nach Lösungen.

Die Lösung ist aber das es keine Lösung gibt. Jede auftretende Situation verläuft anders. Manchmal hilft kuscheln, manchmal hilft singen, manchmal hilft einfach gar nichts und ich weine fast mit.

Manchmal hilft sprechen und manchmal hilft Kissen durch die Gegend schmeissen.

Was immer hilft, ist da sein. 

Ihr lieben Mamas, haltet durch. Es gibt kein Heilmittel gegen die Autonomiephase aber soll es auch gar nicht geben. Unsere Kinder lernen selbstbestimmt zu sein. Ein Stück Freiheit wird hart erkämpft. Ein neuer Charakter verfestigt sich. Ihr ebnet den Weg für euer Kind indem ihr diese Phase mit ihm gemeinsam durchsteht.

Nehmt euch bewusste Auszeiten, wenn es geht. Ich gehe dann abends mal weg oder am Wochenende. Einfach 1-2 Stunden Kindfrei um Energie zu tanken. Ihr braucht Sie in dieser Phase.

Was mir auch hilft ist, dass ich mehr Zeit für alles einplane. Dadurch fallen zusätzliche Stressfaktoren einfach weg.

Das Verständnis dafür, dass wütend sein ok ist und sogar notwendig ist um aus Situationen einen Lösungsweg zu finden, hilft mir jeden Tag aufs Neue und vor allem schult es meine Geduld.

Man wird auch geduldiger wenn man sich darauf einlässt.

Ich drücke euch alle und ganz besonders die liebe Sandy von Einhaufenliebe, da Sie gerade ähnliches durchmacht.

Habt ihr noch Tipps? Wie ist denn die Autonomiephase bei euch gewesen? Erzählt mir davon. ich rufe hiermit zur Blogparade mit dem Hashtag #verdrehteWelt.

  • Erzählt mir, wie eure Kinder sich in dieser Phase verändert haben.
  • Wie ihr Ihnen helft damit zurecht zu kommen.
  • Eure Tipps und Tricks.
  • Welche Fähigkeiten haben sich signifikant in dieser Zeit gebildet?
  • Was hat diese Zeit mit euch gemacht?
  • Was habt ihr für euch in dieser Zeit gemacht?

Ich freue mich auf eure Beiträge bis zum 31.05.2016. Verlinkt euren Beitrag in den Kommentaren oder in Inlinkz.

Ihr habt keinen Blog, dann erzählt mir in einem Kommentar davon. Verwendet bitte den Hashtag damit ich euch finde und verlinkt meinen Beitrag in eurem Text. Bei genug Beiträgen mache ich einen Zusammenfassung.

Ich freue mich

Eure Glucke

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15 Comments

  • Reply Wieso ich verlieren Können für wichtig erachte?-Anzeige ~ Glucke und So 16. März 2018 at 8:04

    […] anhält und auch Wut entstehen kann. Natürlich passiert das alles schon viel früher. Die berühmte Autonomiephase ist ja geprägt von diesen Gefühlen. Das Schöne jetzt ist, wir können uns besser über die […]

  • Reply wheelymum 17. Mai 2016 at 9:59

    Hallo Dani,
    endlich kommt nun mein Artikel:
    https://wheelymum.wordpress.com/2016/05/17/bruellender-loewe-trifft-auf-schmusekatze/

    Leider kann ich nicht verlinken.
    Lg wheelymum

  • Reply Tante Emma 23. April 2016 at 9:12

    Hallo Dani,
    im März habe ich darüber gebloggt, da ging es nämlich so richtig los bei uns. 😉
    https://derkleinegemischtwarenladen.wordpress.com/2016/03/17/terrible-two/
    Es ist auf jeden Fall gut zu wissen, dass man damit nicht alleine ist und wir alle da durch müssen.
    Liebe Grüße
    Tante Emma

  • Reply Terrible Two | Gemischtwaren | von allem etwas 23. April 2016 at 9:10

    […] 23.04.2016: Dieser Artikel reiht sich nun ein in die Blogparade von […]

  • Reply Jutima 18. April 2016 at 16:44

    Liebe Dani – ich hoffe es ist ok wenn ich dich in meinem Beitrag als Glucke bezeichnet habe 😉 – dein Beitrag hat mich zum Nachdenken gebracht. Wir sind durch diese erste Phase durch, wobei die irgendwie nicht mehr wirklich aufhört. Jedes Körnchen Selbstständigkeit des Kindes braucht eben erkämpfte Autonomie.
    Deshalb hier mein Text zum Thema 🙂
    https://jutimablog.wordpress.com/2016/04/18/verdrehte-welt/
    Liebe Grüße
    Tina

    • Reply Daniib3005 18. April 2016 at 20:45

      Liebe Tina,
      klar ist das ok und vielen Dank, für deinen Beitrag, ich teile ihn gleich.
      Liebe Grüße

  • Reply Verdrehte Welt – jutimablog 18. April 2016 at 16:44

    […] möchte ich sagen, dass diese Autonomiephase – danke liebe Glucke für das viel bessere Wort – zwar im Alter von etwa zwei Jahren beginnt, aber meiner Meinung […]

  • Reply Jana 18. April 2016 at 8:10

    Liebe Dani,

    deine Einlandung hat mich erreicht und folgender Beitrag ist daraus entstanden: https://janaludolf.com/2016/04/18/wertschaetzende-kommunikation-teil-12/

    Ich wünsche allen Lesern viel Freude beim lesen.

    Mit sonnigen Grüßen
    Jana

  • Reply Die Neuerfindung der Autonomiephase - kinderalltag.de 15. April 2016 at 12:58

    […] habe im Blog Glucke und so von Dani einen Aufruf zum Thema Autonomiephase gefunden, dem ich gerne nachkomme! Mein zweiter Vorname ist momentan Autonomiephase und die […]

  • Reply Heike 15. April 2016 at 9:20

    Hi Dani,
    wir haben schon vor einiger Zeit über das Thema Autonomiephase geschrieben – das passt ganz wunderbar zu deiner Blogparade:
    http://das-elternhandbuch.de/2015/06/18/so-kommen-sie-sicher-durch-die-trotzphase/

    Viele Grüße
    Heike vom Elternhandbuch-Team

    P.S.: Natürlich haben wir dich verlinkt!

    • Reply Daniib3005 15. April 2016 at 17:04

      super vielen Dank für diesen Beitrag.
      Liebe grüße
      Dani

  • Reply So kommen Sie sicher durch die Trotzphase 15. April 2016 at 9:18

    […] ist unser Beitrag zur Blogparade „Autonomiephase“ von […]

  • Reply Jana 15. April 2016 at 8:15

    Liebe Dani,

    danke für deinen Beitrag. Ja, die Autonomiephase ist nicht leicht und gerade deshalb ist es so wichtig zu wissen und zu verstehen, was mit unseren Kindern geschieht. Je besser wir ihr Verhalten kennen und nachvollziehen können, desto eher sind wir – als Mutter und Vater – in unserer Kraft. Und je mehr wir in unsere Kraft sind, desto sicherer fühlt sich unser Kind. Es ist ein Geben und Nehmen, ein Kreislauf der uns alle berührt – nicht nur die Kinder wachsen und reifen, auch wir als Eltern haben die Chance zu lernen. Für uns und für unsere Kinder. Vielen Dank für deine Worte.

    Sonnige Grüße
    Jana

    • Reply Daniib3005 15. April 2016 at 17:08

      Liebe Jana,
      mir ist wichtig, zu vermitteln das Kinder nichts tun um irgendjemanden zu ärgern. Diese Phase ist so bezeichnend für alle Beteiligten.
      In der Pädagogik sollte mehr daran gearbeitet werden wie man Eltern und Kindern liebevoll durch die Phase helfen kann.
      Liebe Grüße
      Dani

  • Reply Woran du erkennst, daß dein Kind kein Kleinkind mehr ist – mehr als 3 Gründe | Die Kellerbande mit Herz und Seele 14. April 2016 at 22:34

    […] 14.4.16: Dieser Artikel ist gelistet bei der lieben Dani von Glucke und so und unter #verdrehteWelt zu […]

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