Ich die Glucke

1 Monat Babyprinz-Geburtstrauma und alles auf Anfang

21. Januar 2018

geburtstrauma-babyprinz5 Wochen ist unser kleiner Babyprinz nun schon da. Ein schlimmer Start mit seinen Folgen. Ein aufmerksames Baby mit kleinen Handicaps. Eine Mama, ein Papa und ein großer Bruder, die alle lernen müssen mit der neuen Situation umzugehen.

Ein Wunder ist geschehen und dennoch wird es ein längerer Weg des Zusammenwachsen und Zurechtkommen. Bauch-und Darmkrämpfe, sowie ein Geburtstrauma quälen unseren kleinen Mann.

Wieso das?

Wie auch schon beim Prinzen ist eine Neugeboreneninfektion natürlich nicht förderlich für so einen kleinen Körper. Die Antibiose die dann über die Vene 6 volle Tage durch den Körper fließt hat natürlich Einfluss auf den Darm. Hinzu kommt das Ärzte und Hebammen uns sagten, das Kaiserschnittbabys die so groß und schwer sind, sehr oft mit dem Darm Probleme haben. Oft wird auch von 3-Monats-Koliken gesprochen. Der Darm eines Neugeborenen ist einfach noch nicht reif und wird natürlich stark beansprucht.

Wie äussern sich Darm-und Bauchkrämpfe?

Die kleinen Mäuse stöhnen laut, werfen die Beine hoch, haben einen hochroten Kopf wenn Sie versuchen ihr Geschäft zu machen oder zu pupsen. Sie trinken hektisch und auch oft schreiend. Dadurch wird viel Luft geschluckt, die den Kreislauf der Schmerzen natürlich immer wieder schließt.

Was wir dagegen tun, wollte ich euch erzählen. Da ich aber weder Arzt oder Apotheker bin kann ich nur von unseren Helferlein berichten und werde auch keine Namen der Medikamente nennen, da es eben jeder für sich entscheiden muss und ich keine Werbung für Medizin machen möchte.

  1. Bereits im Krankenhaus bekamen wir zu jeder Milchmahlzeit ein Mittel. Davon gibt es viele verschiedene. Eine wirkliche Besserung können wir nicht feststellen aber da wir es auch täglich benutzen, wissen wir nicht ob es sonst schlimmer wäre.
  2. Für eine 25-tägige Darmkur haben wir uns entschieden, da Sie auch genau auf die Problematik des Babyprinzen ausgelegt ist.
  3. Wir haben uns für Antikolikflaschen entschieden, die einfach das Trinken erleichtern sollen.
  4. Die Federwiege von Swing2Sleep die uns von euch geschenkt wurde ist eine unglaubliche Hilfe. Die schwingenden Bewegungen lösen Krämpfe und geben Geborgenheit.
  5. Zäpfchen gegen Krämpfe werden selten eingesetzt aber auch diese sind dann hilfreich, damit der Kleine sich erleichtern kann.

Mehr können wir nicht machen, da wir beim Prinzen noch viele weitere Sachen ausprobiert haben und am Ende hat nur die Zeit geheilt. Das Gute an der Ausgangssituation ist, das wir es schon kannten.

Nun kamen Schreiattacken dazu. Jeden Tag, immer zu anderen Uhrzeiten aber meist gegen Dämmerung geht nicht mehr viel. Überreizung fiel mir sofort ein. Beruhigung auf Arm, im Kinderwagen oder in der Trage ist gescheitert. Aber wir beobachteten, das egal wie der Tag bis dahin war, es dennoch passierte. Also rief ich bei einer Osteopathin auch. Auch das hatten wir beim Prinzen versucht, ohne Erfolg. Ich gab dem noch eine Chance. Eine Physiotherapiepraxis mit Osteopathie.

Fragt nicht nach der Autofahrt dahin-ich sag nur schweiß gebadet. Dort angekommen, wurde BP angeschaut. Wir unterhielten uns sehr lange. Er ging alles körperlich durch. Schwere Verspannungen im Nacken und ein Geburtstrauma wurden diagnostiziert und ich verstand mein Baby wieder besser. Vieles erahnten wir schon aber das Wissen macht den Umgang nochmal einfacher.

Der Babyprinz bekam etwas für das Geburtstrauma aber es wird eben dauern. Die Zeit heilt alle Wunden, wie man so schön sagt.

Ein Geburtstrauma ist natürlich auch immer für die Familie ein Trauma. Ich gebe zu, es ist unglaublich hart für mich. Zu wissen das jeder Tag diese aufreibende Zeit bedeutet, verursacht mir unglaublich Stress und Druck. Zu wissen, das ich diese Phase ab sofort mit dem Prinzen und Babyprinzen alleine meistern muss, da natürlich jede Elternzeit mal endet-verursacht mir noch mehr Stress.

Hinzukommen die Gefühle der Schuld, des Versagens und des Wochenbetts.

Wieso Schuld?

Die Kinderärztin in der Klinik meinte beim Mitteilen, das BP eine  Neugeboreneninfektion hat-das es wohl in meinem Genpool liegt. Jap Danke!!! Der Prinz hatte ja dasselbe und ja es ist eben irgendwie auch mein Verschulden, das meine Kinder dies wohl bekommen.

Versagen?

Das Schreien eines Neugeborenen geht ins Mark. Sein Kind nicht beruhigen zu können, ihm nicht das geben zu können, was es in diesem Moment braucht, ist das Allerschlimmste. Ein großes Kind zu haben, das diese Phase immer miterlebt und automatisch immer zurückstecken muss, macht das Gefühl des Versagens komplett.

Das Wochenbett

ja das berühmte Wochenbett. Ist man emotional vorbelastet so wie ich, dann weiss ich schon was mir bevorstand. Ja ja alles schwarz malen sagt ihr.. Nein aber ich kenn mich gut. Ich kenn mich so gut, das ich mir dieses Mal Hilfe im Krankenhaus suchte.

Der Winter macht natürlich sein übriges und die oben genannten Punkte verbessern nicht wirklich den Nervenzustand. ich wusste es wird hart mit 2 Kindern. Ich wusste es wird eine schwere Belastungsprobe. Was ich aber nicht wusste, ist wie man damit umgeht. Wie kann ich Beiden gerecht werden? Die Luft der Freiheit die ich geschnuppert habe ist nun ersetzt wurden durch völlige Fremdbestimmung und eben dieses Geburtstrauma.

Das fühlt sich dieses Mal anders an. Verantwortlich für Zwei. Puhhhh Lebensaufgabe für mich. Meine Unsicherheit hat ein neues Level erreicht. Ich habe doch schon ein Kind und weiss wie der Hase läuft. Ja das stimmt aber ich weiss nicht wie es mit Zweien läuft. Jedes Kind ist anders. Mein großes Kind hat genauso schwer zu knabbern wie wir.

Alles eine Frage der Zeit- das sagen alle.

Ja dieses Mantra sage ich mir auch jeden Tag. Kleine Auszeiten an der frischen Luft gönne ich mir. Gespräche mit meinem Mann. Exklusivzeit mit dem Großen. Gedanken wie wir es anders machen können. All das beschäftigt mich tagaus tagein. Es gibt einen Tag, da kann BP gut schlafen, zur Ruhe kommen und wir Kraft tanken. Einen Tag später ist wieder alles anders, zuviel und man landet wieder in der Spirale aus negativen Gedanken.

Ein Monat Babyprinz und ich bin 10 Jahre gealtert.

Einen Monat lang fühle ich mich nun schon wie die größte Versagerin. Es wird vergehen, da bin ich mir sicher. Das Ankommen in dieser Welt ist für jedes Baby eine große Hürde. Gepaart mit einem Geburtstrauma ist es noch etwas schwieriger.

Gleiche Abläufe, viel Ruhe und vor allem Aushalten.

Das Wichtigste aber ist dieses Ding Liebe. Bei all den Startschwierigkeiten, gefühlt unlösbaren Aufgaben ist da natürlich auch dieser Babyduft, das 1. Lächeln, die schönen großen Augen und 10 kleine Fingerchen, die meine halten. Da ist auch Geschwisterplüsch mit singender Schlafmusik und große Verbundenheit.

 

Bis dahin

Eure Glucke

 

You Might Also Like

8 Comments

  • Reply Blogger-Herzensbeiträge im Januar (#Herzpost) - Verflixter Alltag - Der kuriose Mama-Blog 4. Februar 2018 at 21:06

    […] Gluckeundso: 1 Monat Babyprinz – Geburtstrauma und alles auf Anfang […]

  • Reply Frieda 3. Februar 2018 at 23:16

    Hallo liebe Dani,

    ich habe deinen Artikel vom 15.4.2015 gelesen, in dem du schreibst, dass ihr nur ein Kind wollt. Über diesen Artikel bin ich auf deinen Blog gelangt und fand es wirklich beeindruckend, dass jemand ehrlich und selbstkritisch erkennt und im Netz benennt, dass er aufgrund der Bedürfnisse der Familie und seiner eigenen nur ein Kind möchte.
    Umso überraschter war ich, als ich nun auf die aktuelle Seite deines Blogs kam, dass du doch noch ein Kind bekommen hast. Erstmal herzlichen Glückwunsch, jeder kleine Erdenbürger ist ein wunderbares Geschenk und Kinder sind einfach das Schönste!

    Ich selbst bin Einzelkindmama – bisher – und stehe im Austausch mit mehreren Mamas, die ähnlich wie du denken, zumindest wie du in der Vergangenheit. Auch ich habe solche Gedanken, wie du sie hattest, und deshalb kommt für mich bislang kein zweites Kind in Frage, da ich weiß, ich würde dem Mann, dem Kind und auch mir nicht mehr gerecht werden.

    Ich wünsche dir in deiner neuen Lebenssituation viel Kraft und Stärke – dein jetziger Beitrag liest sich sehr heftig und ich hoffe, dass es auf lange Sicht die richtige Entscheidung für dich war. Natürlich würde man sein Kind nie mehr hergeben, und jedes neue Leben ist wundervoll! Bitte nimm aber jegliche Hilfsangebote deines Umfeldes in Anspruch, damit es auch dir in Zukunft gut geht mit deinen zwei Mäusen! Nur wenn es dir gutgeht, kann es auch deinen beiden Prinzen gutgehen!
    Alles Gute für euch 4!
    Liebe Grüße
    Frieda

    • Reply Glucke 4. Februar 2018 at 17:00

      Liebe Frida,
      in diesen 2 Jahren ist viel Zeit vergangen und auch ich habe mich weiterentwickelt, bin gereift und gefestigter. Ja mit 2en ist es sehr schwer. Es ist eine mega Herausforderung und ich will da gar nichts beschönigen. Ich habe mir Hilfe gesucht-direkt im Krankenhaus und auch vor einigen Wochen hier.
      Auf kurze und lange Sicht war es die richtige Entscheidung und genau die Selbstfürsorge die ich betreibe, von der auch Du sprichst ist notwendig um eine glückliche Familie zu haben.
      Liebe Grüße
      Dani

  • Reply Sybille 21. Januar 2018 at 21:51

    Hallo liebe Dani , ich hab mir grad deinen Blogpost durchgelesen, wow das ist ganz schön viel. Ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft und das es bald besser und etwas leichter geht. Und du bist definitiv keine Versagerin!!!! Ich verfolge dich schon ne Weile auf Instagram und find dich einfach klasse! Du bist eine tolle Frau und Mutter ❤ ich drück dich ganz fest ❤

    • Reply Glucke 28. Januar 2018 at 21:03

      Liebe Sybille,
      vielen vielen Dank für deine aufbauenden Worte.
      Viele Grüße
      Dani

  • Reply Ein Haufen Liebe 21. Januar 2018 at 18:11

    Liebe Dani,
    Puh, da ist echt viel zusammengekommen. Aber ich möchte dir gern eines sagen: du bist definitiv keine Versagerin und für deine Gene kannst du ja nun wirklich nichts. Du machst das toll und glaub mir, es wird besser. Trotzdem : fühl dich gedrückt und wenn du reden möchtest, dann immer gern.

    Liebe Grüße,

    Sandy

    • Reply Glucke 21. Januar 2018 at 19:27

      Liebe Sandy,
      danke dir.. Ja die Gene.. nein für die kann man wirklich nix aber es zu hören ist halt auch erst mal niederschmetternd. Vielen Dank ihr helft mir alle schon, da ihr zuhört und immer liebe Worte habt.
      Dani

  • Reply Pamela 21. Januar 2018 at 11:25

    Ich kann dir den Osteopathen Ziebell in Heilbronn empfehlen. Er ist auf Babys spezialisiert.
    LG und alles Gute.

  • Leave a Reply